Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
454
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MzugroßeFurcht derRömer.

Anmerkungüber den Toddes GrafenvonGallas.

Wie die Lustin Rom ge-sunder ge-macht wer-den könne.

454 xi^vm. Brief. Von der Luft und Lebensart

Regenwetter zuvor andeutete. In Rom verursachen die Südost- und Mittagswinde ab-sonderlich der von den Italienern aus dem arabischen Worte X^logue benannte SciroLco (inder griechischen Sprache kmrus, und im Latein Vulturnus) vielerlei) Krankheiten, weil sie so-wohl aus den sumpfichten und öfters überschwemmeten Ufern voll Africa,als auch von denennahe an die römische Gegend gränzenden Morästen, viele ungesunde Ausdünstungen mit sichführen, welche heute zu Tage desto ungehinderter nach Rom gelangen, je einen größer« Feh-ler Gregorius der dreyzehnte damit begangen hat, daß er aus eigennützigen Absichten einengroßen gegen Mittag gelegenen Wald, welcher den größten Theil dieser schlimmen Dünsteauffing und abhielt, ausrotten lassen, und dadurch zwar einen fruchtbaren Boden zu Fel-dern gewonnen, dabey aber der Gegend von Rom eine ungesunde Luft zuwege gebracht hatü).Die Südostwinde würden der Stadt wegen der pontinischen Sümpfe, über welche ihrStrich geht, noch gefährlicher seyn, wo nicht die albanischen und tusculanischen Berge mit ih-ren Wäldern die Ursache des Uebels meistentheils abhielten.

Ueberhaupt aber machen die Römer aus ihrer gefährlichen Sommerhitze mehr, als inder That daran ist. Die Fremden kehren sich nicht so genau daran, und leben deswegendoch so gesund als die Inländer. Wie viele Kardinäle kommen aus fremden Landen nachRom, wenn die Conclaven in diese heiße Sommerzeit einfallen, ohne so viele furchtsameSorgfalt zu brauchen, oder hernach ihre Nachlässigkeit mit einer Krankheit zu bezahlen.Wer sollte aber den Kardinälen allein desfalls einen Freybrief ertheilet haben? Zu CiccronsZeiten muß man gleichfalls von dergleichen Gefahr nichts gewußt haben, weil man aus sei-nen Briefen ersieht, wie er öfters in Sommermonaten sich zu Rom aufgehalten habe, undbald ab- bald zugereiste sey. Wenn man hiervon mit den Römeen spricht, so verweisen sie ei-nen gleich auf das Exempel des Grafen von Gallas, welcher aller Warnung ungeachtet, inder größten Hitze seine Reise von Rom nach Neapolis fortgesetzet, seiner Frau dabey ehe-lich beygewohnet, und des Nachts in der Kutsche geschlafen habe. Allein es stehen viele inden Gedanken, daß dieser Vice-Ko^, vor dessen Schärfe sich die Neapolitaner fürchteten, zuFondi mit einem gewissen Wasser Äcgucttg genannt (dessen Wirkung man auf einen, zweene,drey Monats einrichten kann) sey vergiftet worden. Was die sieben oder acht Bedientendes Grafen anlanget, welche gleichfalls bey ihrer Ankunft in Neapolis ihr Grab gefundenhaben: so ist gar natürlich, daß Leute, welche auf der Reist, bey anhaltender Hitze, sich mitstarkem Weine und hernach mit vielem bey Eist gestandenen Wasser überladen, ihrer Naturden Rest geben.

Dieses ist nicht zu leugnen, daß wenn nach einem lange anhaltenden Nordwinde alsbaldder Südwind zu wehen anfängt, oder auch sonst dieser mit einer starken Gewalt und bey trü-bem oder neblichtem Wetter sich erhebt, alsdann die menschliche Gesundheit leide; allein die-ses ist ein Uebel, so die Stadt Rom nicht allein betrifft, sondern durch ganz Italien empfun-den wird. Sonst thut der 8irocco nicht mehr Schaden, als jeder anderer Wind, und Romhat den Vortheil, daß in der meisten Zeit vom FrühlingS-Lguinoäkio bis in den Septemberdie Luft helle und klar ist. Der Grund und Boden ist gut, die Berge angenehm, welchemit ihrer subtilen Luft die gröbere Luft der Thäler mäßigen; das reine Brunnenwasser, wel-ches aus reichen und hochspringenden Fontaine» sich ergießt, und die Luft stets erfrischet,ist so häufig in Rom, als in keiner andern Stadt; und da man den Auötretungen der Tyberimmer mehr und mehr begegnet, so zweifele ich nicht, man werde endlich von der allzugroßen

Furcht

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