zu Rom.
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Furcht vor der römischen Sommerluft ein wenig abkommen, zumal wenn man fortfahrt,nach dem Beyspiele Leo des zehnten, und Urbans des achten mehrere Cloaken repariern zulassen, und mit guten Gesehen auf die Reinlichkeit der Stadt und der umliegenden Gegendbedacht zu seyn. Der Pabst Clemens der eilste hat deöfails ein gutes Exempel gegeben, in-dem er verbothen, das Kraut Kali, so die Italiener Riscoli nennen, ferner, wie sonst zu gesche-hen pflegte, aus dem Felde zu verbrennen- Die Asche dieses Krautes dienet zum Glasma-chen, durch seine Verbrennung aber kamen so viele scharfe und korrosive Theilchen und Aus-dünstungen in die Luft, welche durch den Mittagöwind in mehrere Action gebracht wurden,daß sie hernach in der Lunge allerley Geschwüre verursachten. Wenigstens war dieses dieMeynung des berühmten päbstlichen Leibarztes Johann Maria Lancisi, welcher über- Gesimdheits-haupt wider die schädliche Ausdünstungen der sumpfichten Gegenden in diesen warmen Län- regeln indern den Rath giebt: r) daß man seine Schlafkammer nicht auf der Seite nach Süden warmen Lan-wähle; 2) des Nachts weder Thür noch Fenster offen lasse; z) daß man fleißig mit harzigem dern.oder Geruch-gebendem Holze und Schwefel räuchere; 4) wenig, aber etwas gutes, esse undtrinke; ;) Citronen, Granaten und Eßig an die Brühen thue; 6) mit nüchternem Magennicht in die Luft gehe; 7) daß man sich des kalten Getränkes bediene; 8) die Nacht- undMorgenluft ehe die Sonne aufgegangen; wie auch 9) die starke Leibesbewegung meide;io) den Speichel nicht hinunterschlucke; n) einen mit 8piritu vini und einem theriacalischenEßig gefüllten Schwamm bey sich führe, uin öfters daran zu riechen; und endlich, daß man12) seine Gemüthsbewegungen in Ruhe zu halten suche. Bis anitzt hält man die Gegendum den Quirinal und das Quartier ckeila 'IHnitä,6el klonte für die gesundesten in Rom.
Das letzte erwählen die Fremden gemeiniglich auch deswegen zu ihrer Wohnung, weil umdie cli LpaZtlä die meisten Coffe-und Wirthshäuser anzutreffen sind.
Daß die Stadt Rom an und vor sich selbst nicht ungesund sey, kann man aus dem ho- Hohes Alterhen Alter, wozu es nicht wenige Leute darinnen bringen, abnehmen; und darf man nur nach- der meistenrechnen, wie viele Kardinäle das achtzigste Jahr bey einem nicht allzuvielcn Schwachheiten Kardinale,unterworfenen Alter überschreiten. Dieser glücklichen Greisen Anzahl erstrecket sich nachetlicher Meynung auf den dritten Theil des Kardinalscollegii, und müssen die alten Römernicht so mäßig als ihre Nachkommen gelebet haben, weil man in den alten Scribenten nichtliest, daß viele in Rom ein so hohes Alter erreichet haben.
Ucbrigens ist die Lebensart in Rom itzt viel angenehmer, als sie ehemals gewesen, indem Lebensart zuman fast täglich in Gesellschaften vornehmer Leute von beyderley Geschlechte gehen kann; das Rom.unverheirathete Frauenzimmer aber kömmt dabey nichts) zum Vorscheine, wie in andern Län-dern, weil sie durch ganz Italien so lange in Klöstern stecken, bis sie entweder alt oder ver-heirathet sind.
Die CarnavalS-Lustbarkeit ist in Rom für Leute, die nicht bloß allein aus Ueppigkei- Carnaval.ten sehen, viel angenehmer als zu Venedig, da man die ganze Zeit in schlechten unansehnli-chen Larven herum läuft, und die Curtisanen meistenkheils nur Weibsstücke sind, die in denösterreichischen und kaiserlichen Landen gebrandmarkt, oder des Landes verwiesen worden.
In Rom darf keine als für ehrlich gehaltene Weibesperson auf den Corso kommen, wenn siesich nicht in Gefahr eines Schimpfes, im Fall sie erkannt würde, setzen will. Noch in die-sem letzten Carnaval nahm Mylord - - - etlichemal die Maitresse, welche er in seinemHause mit großen Unkosten unterhalten seinem Wagen mit auf die CarnavalS-Spaziersahrt;es wurde ihm aber angedeutet, daß man außer Schuld seyn wollte, wenn beyden darüberetwas misfäliiges widerfahren sollte; nach welcher Warnung er sie auch zu Hause ließ. Die-se