Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
465
JPEG-Download
 

zu Rom. 465

halten, daß man nicht nöthig erachtet, privilegirte häßliche Häuser zu gestatten. Was sonstin Amsterdam geduldet worden, ist wegen der fünfzehn bis zwanzigkausend holländischen Gul-den geschehen, welche der Schont davon jährlich zog. Nachdem aber der letztere vor etlichenJahren seinen Sohn darüber eingebüßet, so hat die gerechte väterliche Liebe und Rache denEigennutz überwogen, die ärgerliche Freyheit ist abgestellt, und der ^Staat oder das Wohl-seyn der Stadt besteht nicht weniger als vorher. Was für schreckliche Bosheit vor etlichenJahren ausgebrochen, ist ein Feuer, das schon lange unter der Asche verborgen gewesen, auchnicht sowohl in Amsterdam als in andern Orten und Provinzen im Schwange gegangen,und zwar unter Leuten, welche durch gemeine öffentliche lüderliche Häuser nicht würden da-von abgehalten worden seyn. Allein dieses gehöret nicht hieher, und ist zu wünschen, daßdie Nachwelt diesen Schandflecken unsers Jahrhunderts nicht glauben möge, bey dessen Be-strafung man vielleicht auch besser gethan hätte, wenn man weniger kund hätte werden lassen,wie weit der verkehrte Sinn des Menschen von dem Tugendwege abweichen könne.

Die kanonischen Rechte sind zwar nicht allzuscharf wider die Hurerey und den Ehe- Anstalten zubruch, und die Olosta sagt an einem Orte: lioc eil Levs peccatmn guocl (lalli vocant Rom widerbonAn kortunam ; allein in der krax! geht es doch in Rom nicht schlimmer zu, als in an- A'E lüderlichedern großen Städten. Man hat viele gute Stiftungen, deren Absicht ist, die lüderlichen Kurtisanen ^Frauenspersonen aus ihrer unglücklichen Lebensart zu ziehen: man läßt sie nicht zur Com-munion, so lange sie öffentlich noch bey ihrem Handwerke verharren, und wenn sie darinnensterben, so wird ihnen die ehrliche Begräbniß, wie ich schon gemeldet habe, versagt (*). Antheils Orten von Italien sind sie verbunden, etlichemal im Jahre sich in einer bestimmtenKirche einzustellen und eine Predigt anzuhören, wodurch sie nachdrücklich von ihrem sündli-chen Leben abgemahnet werden. Diejenigen, so sich durch solche Vorstellungen bewegenlassen, und zum Zeichen ihrer Reue ein Crucifix, welches herum gelangt wird, küssen, wer-den in dazu gewidmete Klöster aufgenommen. Dieses geschieht gemeiniglich am grünenDonnerstage; die meisten aber warten bis das zunehmende Alter und die abnehmendenKundschaften ihnen rathen, für ihr Brodt auf eine andere Art, als sie gewohnt waren, zusorgen. Bey diesen Predigten erinnere ich mich auch, daß die jüdische Nation zu Rom nach Bekehrungder Verordnung Gregorius des dreizehnten alle Sonnabend hundert Juden und fünfzig Juden.Jüdinnen in das Ol-Norwm äella 88. Drilcktä, das nicht weit von ihrem angewiesenenWohnplatze oder 6betto liegt, schicken müssen, um daselbst einen Vertrag von der christli-chen Lehre anzuhören. In dieser ißigen Fasten wurde ihnen außer dem Tode Christi undseiner Menschwerdung, auch von der Vereinigung der beyden Naturen in einer Person, undvon der heiligen Dreyfaltigkeit mit so vieler Kunst und metaphysischer Subtilität gepredigt,daß ich wohl hätte wünschen mögen, daß man entweder eine andere Materie oder eine leich-tere

elt? tmpnälcmsm cilliZinms, 6otlü exeerantur:pnritstem nos kuximus, illi amant: sornicatioapnä illos crimcn streue äitcrimen elt, apuit nosäecus elt. Lt putsnms nos ante Oeuin polteconMere? putanms no, polte tstvos eile? guan-clo omne impuritatis lcetus, omnis imputticitiseturpituäo a Komsnis sämittitur, <L g barbarisvinäicstur. Lomfacius halt seinen Bruderneine gleiche Strafpredigt: ln Ssxonia,

übt nulla eil Lbrtsst coguttto, 6 vtrZo in paterna

äomo ltuprats, vct matrons kuerit aciulterio pot-luta, ltrgnAuIstsm illam creinsri <5c ltipra tepul-cri tovcani sukpenäi violakorem, ant cinßnlo te-nns veltibus recilis ltsZetlsri, caltis matronis op-piäatim punZentibns, ctonec interimant. Dtp

gothische König Theodorich gedenket bey dieserStrafe mit Recht des Schreckens ap. a^88io-

o o n.I. v,cp. LL: I^tstrimonium omne incertumrelinguttur, 6 in tanta revcrentta 6ne sliguo terrs-re peccetur.

Nnn