Anzahl derJesuitendurch dieganze Welt.
478 XU Brief. Relation von den geistlichen Gebäuden,
daraus entstanden, daß gekrönte Häupter, ja selbst der Pabst sich bisweilen vor ihnen fürch-ten müssen. Nach einem zu Rom im Jahre 1679 gedruckten Catalogo waren damals inallen siebenzehntausend sechshundertund fünf und fünfzig Jesuiten, unter welchen sich sieben-tausend achthundert und sieben und siebenzig Priester befanden. In einer neuen Tabelle,welche der General der Jesuiten verfertigen lassen, habe ich gefunden, daß 1717 von diesemOrden gewesen sieben und dreyßig ?roviucise, fünf und zwanzig vomus krokestorum, sechs-hundert und fünfzig LoIleZisi, neun und fünfzig Oomnz krobationis, dreyhundert und fünf-zig Kelläentin, zweyhundert und mehr ^lilssones, hundert und ein und sechszig (Miviclurund Lominaria; neunzehntausend achthundert und sechs und siebenzig 8ocü in allen, worun-ter zehn tausend und sechs und dreyßig Priester waren. Bey Auf- und Annehmung neuer Mit-glieder in ihre Gesellschaft sehen sie vornehmlich auf dreyerley Verdienste: nämlich 1) auf ei-ne vornehme Geburt, damit sie desto mehr Patronen lind Beschützer an großen Höfen oderim Lande finden; 2) auf Reichthum, der ihnen dadurch zuwachsen kann; und z) auf einenscharfsinnigen Verstand. Die List, so sie gehabt, die Erziehung der Jugend in allen römisch-katholischen Landen an sich fast ganz allein zu ziehen, macht sie gleichsam zu Meistern, ausder Jugend diejenigen 8ubje6ta, welche ihnen nach den itzterwähnten dreyen Umstanden ambesten anstehen, nach Gefallen an sich zu locken, und mithin allenthalben die Hände im Spielezu haben:
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Uebrigens leben sie in einer großen Riborämation und Mäßigkeit, sonderlich in Essenund Trinken. Ein Jesuite kömmt, mit Kleidung, Kost und allem, was er nöthig hat, sei-nem Orden jährlich kaum auf siebenzig Thaler zu stehen.
Jgnatius Lojola hielt sich im Jahre 1528 und ehe er nach Rom gieng, zu Paris auf,und unterrichtete daselbst die Jugend; ich kann aber nicht errathen, was folgende Worte,welche ich über einer Kapelle der ftbbave Koyale zu Montmartre bey Paris beobachtet, sa-gen wollen (*):
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(*- Sie wollen so viel sagen: Daß, obgleichder neue Orden des Losola, und er selbst ;uParis die heftigsten Stürme der Anfecktun-nen ausstehen mästen, so habe sich dennochseine Seele bey aller Gefahr nickt nur unge-stört erhalten, sondern auch noch mehr be-festiget, und in den mächtigsten Reichen ge-waltig ausgebreitet. Lojola hatte sich nur ei-ne kurze Zeit in Paris aufgehalten, als er schonanfing, Jünger zu machen. Sein listiger Mundüberredete die reichsten Studenten, daß sie dasIhrige den Armen gaben, und bey dem Gelüb-de der freywilligen Armuth das vor den Thü-ren erbettelte Almosen in einem Hospitale ver-zehreten. Eine so ungewöhnliche Aufführungmußte nothwendig den Parisern seltsam vorkom-men. Petrus Ortizius erinnerte den InquisitorMatthäus Ori seiner Pflicht, daß er die neueSchwarmerey in der ersten Geburt ersticken
möchte. Lojola stellte sich ungerufen ein, undbesänftigte durch diese Freymüthigkeit seinenstrengen Richter. Er bediente sich einer glei-chen Llst, als ihn der M. Jak. Goveanus als ei-nen Schwärmer und Verführer öffentlich woll-te geißeln lassen. Siehe??/.in vic. Ißnst. bojol. I. II, c. Z. Die erste» Un-gewitter hatten sich glücklich zertheilet, als Lojo-la im Jahre 1540 die erste Bestätigung seinesOrdens vom Pabste Paulus dem dritten erhielt,doch so, daß die ganze Anzahl der Mitgliederdieser Gesellschaft bloß auf sechszig Personen ein-geschränket worden war. Die päbstliche Bullehat -Hospinian dem wörtlichen Inhalte nachmitgetheilet in Kill. lesiill. x. 2;i. Im Jahrei;4z erfolgte die neue Bestätigung mit der Er-weiterung der Vorrechte dieses Ordens,
VLNL I X I. III, c. 7 : IZNSÜUS 2 Lllrilli vics-rio contencllt, ut locietatpm ipläm äenuo conkr-
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