Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
481
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und pabstlichen Pallasten in Rom.

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Hilft es den Pferden nichts, so trägt es doch den Mönchen gute Geschenke ein. Zu Sienawerden an dem Tage vor Maria Himmelfahrt diejenigen Pferde, welche am itztgedachtmFeste in die Wette laufen sollen, vor der bischöflichen Kirche mit Weihwasser gleichsam ein-gesegnet, und bekömmt der Priester, welcher solches verrichtet, wenigstens eine Wachskerzefür jedes Pferd zum Opfer. Ob die Heiden bey den Uucii8 Lircenlibus, da sie ihre Pferdemit Wasser zu bespritzen pflegten, eine gleiche religiöse Absicht gehabt, lasse ich dahin ge-stellt seyn (*).

Auf dem Platze vor der Kirche St. Antonio steht auf einem Kreuze von orientalischemGranitmarmor ein Crucifix und zu seiner Seite die heilige Maria, beyde von Metall, untereinem Himmel oder Oai«, der auf vier Seulen aus Granit ruhet. Dieses ist ein Denkmaalder Messe, welche Pabst Clemens der achte wegen der Bekehrung des Königs Heinrichs desvierten zum römischkatholischen Glauben hier in dieser Kirche gelesen hat. Es ist nicht zubewundern, daß sich der römische Stuhl mit dieser Geschichte viel einbildet, indem sie ihmGelegenheit gegeben, seine Gewalt über gekrönte Häupter an den Tag zu legen. Bey derAbsolution, als der Psalm Xlilerere inei gesungen wurde, schlug der Pabst die vor ihm aufden Knieen liegende königl. Gesandten äu berrnu und ä'Ollät, bey jedem Verse mit einerRuthe über die Schulter; und obgleich der Kardinal 6'Ollm in seinem Schreiben an Ville-roy vom 19 Oct. 1596 schreibt, es habe solches gar nicht wehe gethan; so ist doch genug, daßder heilige Vater durch Vorzeigung der Ruthe und väterlichen Züchtigung andeuten wollen,was ungehorsame Kinder verdienen, und daß er den Stab lVeh wider sie brauchen könne.Der Kardinal ckOllm mag noch zu oft wiederholen, daß bey dieser Absolution nichts vorge-gangen sey, welches der königl. Autorität zu nahe trete, so wird er doch solches keinem unpar-teyischen Leser überreden. Ja es scheint aus der langsamen Einsendung des Berichtes vondiesem besondern Umstände, daß er selbst wohl begriffen, waö man dawider sagen könnte,und daß er lieber gesehen hatte, wenn man in Frankreich nichts davon erfahren, als woselbstdie Sache erst kund wurde, als der päbstliche Hof die xrotoLol!» ablolmioiüs drucken ließ.

An dem Fußgestelle der erwähnten Seule las man ehemals die Worte:

O. 0. Xl.

Oleiueute VlII. kont. Xlax.läci meinorlain abloluticunsbleurici lV. braue, öc dlavarr.

KeZis LbriliiauiÜüiüb. li. D. xv. lval. Oalobri;

X1VXOV.

Allein man hat ohngefähr vor zwölf Jahren diese Inscription weggenommen, also daß mananißt an dem Piedestal nichts sieht, als an der einen Seite eine Feuerflamme, an derandern den Buchstaben oder Zeichen 1 , welches auch an der dritten Seite vorkömmt in derBrust eines eingehaltenen doppelten Adlers, woselbst es von zween Engeln gehalten wird.Ueber dem Adler steht das Wort:

kaulatim.

Ich

Von der Ab-solutionHeinrichs desvierten, Kö-nigs inFrankreich.

Was sich derPabst dabeyherausge-nommen.

Aenderungeiner Insiri-ption, soFrankreichangieng.

(*) Vnuphrms Panvinins, Salmasius, Pe-ter Labcr, (Vckavius Lerrärius: daS sind dievornehmsten Schriftsteller, welche den Aberglau-ben der alten Römer bey ihren luäls Lireenübur

beschrieben haben. Mehr andre Namen hatLabricius genennet in biblioxr. Slitigu. c. rr, y.6r6, sg.

Ppp