Was derBuchstabel'au bedeute.
Loließium/tpollinsre8. Oermani-ruw.
L8. ^pvüoli.
Grab desKardinalsBestimm.
Kostbare
Seulen.
Aktes Bildeines Adlers.
Treffliches
Hospital.
Armemgw-
Heke.
482 XI.IX. Brief. Relation von den geistlichen Gebäuden,
Ich zweifele nicht, der Buchstabe 'lau sey allhier das Zeichen der Losfprechung und Absolu-tion, wie es auch in alten Zeiten dafür genommen wurde, wenn in den Kriegsgerichten dieSoldaten um Leben und Tod lofeten. Der Buchstabe T'beta hingegen bedeutete den Tod,besten griechische Benennung G«r»voL- damit anfangt (*). Dau kömmt im obgedachtenVerstände auch beym Propheten Ezechiel c. 9, v. 4, 6 vor.
Die Kirche St. Apollinare ist nicht sowohl wegen ihrer Schönheit berühmt, als durchdas dabey angelegte Lollegium ^pollinaro oder SermaiÜLUm und s/uAkiricum, worinnenfür hundert und fünfzig Deutsche und Ungarn Stiftungen gemacht sind, um in der Philo-sophie und Theologie unterrichtet zu werden. Man zahlt fünfzehn deutsche Kardinäle, fünfgeistliche Churfürsten, sechs Erzbischöfe und etliche und achtzig deutsche Bischöfe, die ausdiesem 8eminario hervorgekommen. Die Jesuiten haben die Aufsicht darüber, und dieDifci-pel sind in rothen langen Röcken gekleidet.
Die Kirche der 88. Apostoli ist noch nicht völlig fertig; man hat aber darinnen zubesehen des Domenico Muratori Gemälde am tälwre ^lagoiore, welches den MärtyrertodPetri vorstellt; die Kapelle des krenciveOclesclwlcbi, worein viel 6iallo emtico, Vercie i>n-tico, trefflich rother Marmor und l'iotra LotoZuiim, so einem mit weiß vermischten Bern-stein nicht unähnlich sieht, verwandt worden; die Kapelle St. Antonii von Padua, woselbstder gelehrte Grieche und Kardinal Bessarion begraben liegt, welcher dem Concilio zu Flo-renz beygewohnet, und sowohl durch seine aus Griechenland und von Konstantinopel geflüch-tete Manuskripte, als eigene Gelehrsamkeit Gelegenheit gegeben, daß die Wissenschaften wie-der mehr und mehr in Europa in die Höhe gekommen. Ganz oben i» der Kirche, rech-ter Hand in der (^»pellk, <KI Leociiülo stehen acht schöne gewundene Seulen, jede aus einemStücke von weißem Alabaster. Sie sind in der alten Kirche 6e' lämi ^postoli, welche Kon-stantin der große auf diesem Plahe bauen lassen, gefunden, und soll Ludwig der vierzehn-te von Frankreich dafür acht silberne von eben dieser Größe und gleichem Gewichte gebo-then haben. Die Statuen der zwölf Apostel, so in diese Kirche kommen sollen, mangelnnoch. Auf einem Steine in dem Vorhofe der Kirche ist ein Adler in einem Kranze von Ei-cheln uird Eichenlaub abgebildet, mit der Ueberfchrift: lot r»im8 lervatsm ^sul. Lar.8ixti im. ?ont. blepos bic üatuit. Dieser Adler soll vorzeiten in dem Quirinalpallastegestanden seyn. Das zu dieser Kirche gehörige Hospital erweiset den Hausarmen viel Gu-tes, unterhält zum Andenken der zwölf Apostel zwölf arme Witwen und eine Apotheke, wor-aus den Bedürftigen die Arzeneyen umsonst gereichet werden. Diese Apotheke ist bey St.Eustache,und an derselben mit großen Buchstaben zu lesen r-rvrxninvs. Nicht weit da-von ist ein verschlossener Kasten, worein die notleidenden Kranken, die sich aber schämenöffentlich zu betteln und in die Hospitäler zu gehen, einen Zettel legen und auf selbigem mel-den können, was ihnen mangelt und wo sie wohnen, da man ihnen das benöthigte hin-bringet.
Die
(*) Die einander entgegen gefetzte Bedeutung orix. 1.1, c. rz - in breviculis, guid»,
der Buchstaben 5 und war sowohl den Grie- militum nomilis continebsnlur, propria notg ersttheil als Rymern gemein. Beyde hatten die 8e- syuä vetcrcs, gu» rechiceretur, gusnti ex mili-wehnheit, daß sie auf ihren Kriegslisten die noch tibus tiiyeretkenl, gusnti in bello cxciäillent. ^Lebenden Soldaten mit einem ^ von con^ in csplte verticnli politg tuperüitem cietißiisbst,servo , und die verstorbenen mit einem 2 von A vcro 2 <l unius cujlisgne tiefunAi Nomen gclyo-A»»«7«k mors zu bezeichnen pstegten. lSIV 0 «. lwbatur. LVrrItiV 8 in L/ero». «B-oci tsle elick,