Band 
[Erste Abtheilung.]
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und pabstlichen Pallasten in Rom. 49»

scheiden gewesen, wird vielleicht noch aus einer geheimen Nachricht offenbaret werdenmüssen.

Man zeiget auch allhker eine von denen Münzen, wofür Judas den Heiland verrathenhat. Die eine Seite derselben stellt einen Kopf mit langen Haaren und Stralen vor, dieandere aber eine Bluhme, die von etlichen für eine Sonnenbluhme, von andern aber füreine Rose angesehen wird. Das dabey befindliche Wort llO/XlO^l, es mag solches nun an-statt des Oenikivi plumlig gcsetzet seyn, oder als ein ^äjeciivum sich auf das ausge-lassene Wort beziehen, deutet an, daß dieses eigentlich eine rhodisische Münze, und

die abgedachte Bluhme eine Rose seyn muffe, weil diese im Griechischen gcnennet wird,und die Alten vorgaben, es habe die Insel davon den Namen bekommen, weil man bey derGrundlegung der Hauptstadt viele Rosenstauden angetroffen. Das stralende Haupt desPhöbus oder der Sonnen zielet auf das im Hafen zu Rhodus aufgerichtete Sonnenbild, wel-ches man unter die sieben Wunder der Welt zahlete. Mehrere solcher rhodiser Münzenmit einer Rose und dem stralenden Haupte der Sonne finden sich beym cks furs

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6LN0 und andern, sie sind aber kaum halb so groß und schwer, als die jüdischen Silberlingeoder Sekel, deren Preis insgemein auf einen halben Thaler gerechnet wird; und solcherge-stalt hätten viele Stücke gegeben werden müssen, um den Werth der dreyßig Silberlingeauszumachen. Die Soldaten, fremden Juden, Handelsleute und römische Bediente brach-ten vermuthlich mancherley fremde Münzsorten nach Jerusalem: und daß dergleichen gängund gebe im Lande gewesen, sieht man aus dem Zinögroschen mit des Kaisers Bildnisse, wel-chen man dem Herrn Christo vorgezeiget; es steht auch nicht, daß dem Verräther Judasseine bedungene Belohnung* in harten Silberlingen sey ausgezahlet worden. Allein allesdieses beweist nur, es sey keine Unmöglichkeit, daß eine rhodisische Münze bey diesem Han-del gebrauchet worden, keinesweges aber, daß insbesondere dieses Stück, so man in 8 . Ooceaufbehält, mit dazu genommen worden. Besondere Gründe dieser letzten Meynung weisman nicht anzuführen, sondern es kömmt alles auf eine mündliche Tradition an. Der Tö-pfer, welchem man die dreyßig Silberlinge für seinen Acker gezahlet, wird sie schwerlich vonseinen andern Vermögen abgesondert oder sie als ein Schaßgeid aufgehoben haben, und wennauch ein Christ wissentlich ein solches Stück bekommen hätte, würde er es vermuthlich mehrwie ein verfluchtes und von ihm verabscheuetes Geld weggeworfen, als für eine sonderbareRarität aufgehoben haben. Man zeiget an mehrern Orten solche Silberlinge, für welcheJudas seinen Herrn und Lehrmeister überantwortet haben soll, und sind darunter einige vonjüdischem Gepräge, wie denn diese Nation das Recht zu münzen behalten, auch nachdemsie unter das römische Joch gebracht war. Man machte voralters keinen solchen Gewinnund Profit damit, wie heut zu Tage zu geschehen pfleget, und daher war niemand bedacht,ein sonderbares KeZale daraus zu machen, dessen sich keine andere als mit der höchsten Ma-jestät prangende oder von selbiger damit begnadigte Städte hätten gebrauchen dürfen. Un-ter den jüdischen Münzen hat man doppelte, einfache, halbe und Vierthel-Sekel, auf dereneiner Seite insgemein der wunderbare Stab Aarons zu sehen ist, mit der Ueberfchrift: foru-sLbglaim kocllcban, d. i. das heilige Jerusalem; auf der andern aber der Krug mit demManna oder ein Rauchfaß, mit den Worten: Lcbeke! filme!, d. i. ein Sekel Israel.Es kann aber ebenfalls so wenig versichert werden, daß Judas mit solcher Münzsortc bezah-let worden, als daß dieses oder jenes Stück insbesondere unter der Zahl der besagten Silber-linge gewesen sey. (oon 5 . LxnnLV 8 cko morte Lürilli cap. IV.)

Qqq 2

Eine derMünzen, wofür Judasseinen Mei-ster verra-then hat.

Bey