Band 
[Erste Abtheilung.]
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492
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Reicher Ab-laß.

«Erde vomCalvarien-berge.)

KeineWeibs-person wirdin St. Hele-na Kapellegelassen.

TrefflicheStatue St.Helena.

Ckemssum

Veneris.)

Exempel, Wiedie gelehrte-sten Leute ingeringenDingen feh-len können,z. E- Mont-faucon.

it- Salma-sius.

8. Oomenicoy 8iklo.

492 XI.IX. Brief. Relation von den geistlichen Gebäuden,

Bey dieser Kirche ist auf einmal für sechstausend und acht und zwanzig Jahre Ablastzu holen. Ihr Fußboden ist schön eingelegt, und zwölf große Pfeiler von Orauiw Orien-tale unterstützen die Architraven. DerHauptaltar hat gute Marmorarbeit, und unter dem-selben liegen die Körper des heil. Cäsarei und Anastaßi in einem porphyrnen Sarge. DieTribune ist vom Penturccchio a lrelco gemalt, und stellet die Erfindung des Kreuzes Christimit den Gemüthsneigungen der Umstehenden sehr wohl vor. In der andern Kapelle rechterHand beym Eingänge in die Kirche ist das Lcluüna llewi lleuiüs in einem Gemälde vomCarolo Maratta. Zu Ende dieser Seite ist die kostbare Kapelle von St. Helena, woreindiese Kaiserinn eine ganze Schiffladung von der Erde des Calvarienbergcs, auf welche ihremVermuthen nach das Blut Christi geflossen war, hat bringen lassen.

Man sollte meynen, weil diese Dame sich um die Heiligthümer sehr verdient gemacht,so könne es nicht fehlen, ihr Geschlecht müsse auch einiges Vorrechtes bey selbigen zu gemes-sen haben. Allein es findet sich gerade das Gegentheil, indem keine Weibsperson in dieseKapelle gelassen wird, es sey denn am 20 März, als am Einweihungsfeste dieser Kirche, anwelchem hingegen keine Mannsperson den Zutritt in dieselbe hat. Die Decke stellt in schö-ner mosaischer Arbeit vom Balthasar Peruzzi unsern Heiland vor unter den vier Evangeli-sten und vielen Engeln. Pomarancio hat die Gemälde von der Erfindung des Kreuzesverfertiget.

In dem mittelsten Altare war ehemals St. Helena mit Oelfarben vom Peter PaulRubens zu sehen, an deren Stelle itzt die treffliche weiß-marmorne Statue dieser Heiliginn,so ein Kreuz halt, bemerket wird. Es find von itztgemeldtem Künstler noch zwey andereschöne Stücke allhier zu finden, nämlich Christus mit der Dornenkrone, und die Kreuzigungdes Heilandes. *

In dem Garten des daran liegenden Klosters, so mit Cisterciensermönchen besetzet ist, fin-den sich die ruclera des Tempels der Venus und des Cupido oder Adonis: man sieht auch in dieserübrigen ganzen Gegend viele Ueberreste von Alterthümern, insonderheit von Wasserleitungen.

Der berühmte Bencdictiner O. Lrr». cle Lioxa-r^vcon hatte in gsmeldtem Klosterfolgende Jnscription entdecket:

I.. IX6XÜ.1IV8 klOXMlll XVHV.VI

und in seinem vlgrlo Itslico, ccüt. ?2ris. 1702, p. III vermeynt, man müsse lesen: ^miik, lä-berm. Allein man muß diesem gelehrten Manne Gerechtigkeit wiederfahren lassen, daß erder erste gewesen, der seinen Irrthum, und in der Jnscription die bekannte Sentenz erkannt:^liiiiial iiiAQitiiis liomius nullum elf, wie ich solche Verbesserung nicht nur von seiner ei-genen Hand in diesem mir ehemals gegebenen Buche, sondern auch in etlichen andern aufsein Veranlassen geänderten Exemplaren gefunden habe. Ich führe solches allhier zu diesen:Ende mit an, damit man sehe, daß in ganz gemeinen Dingen Fehler können begangen wer-den von Leuten, welchen übrigens das Lob einer großen Gelehrjamkeit nicht kann abgespro-chen werden. Salmasto ist auf gleiche Art entfallen, daß er in einem gedruckten Werkegesetzt, Christus sey zu Jerusalem gebohren, welcher Fehler aber noch zu rechter Zeit geän-dert worden, als ein anderer, der hiezu keine große Gelehrsamkeit vonnöthen hatte, ihm des-falls eine Erinnerung gab.

Die Kirche 6i 8. Oomenico e 8!flc> al kckcmte IvlliAiwiinpoli gehöret den Dominica-nernonnen , welche einen großen Schatz von Silberzeugs besitzen. Aus dem Hauptaltare istdas Bildniß der heil. Maria, wie solches der Evangelist Lukatz gemalet hat, zu sehen. Ueber

dem