Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
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und pabstlichen Pallasten in Rom. 495

l^ruli, der in bronro cloroto gefasset ist, überzogen, und geben dem Altare ein ««gemeines AnmerkungAnsehen. Es sind auch über den Architraven etliche Kugeln von I^uii doppelt so groß, vom Lazuli-als ein Menschenkopf. Dieser Stein, den etliche für den Ovono-uin der Alten halten, ist so steine,schwer zu arbeiten, und wenn er die rechte hohe blaue Farbe rein hat, so kostbar, daß man diehieran verwandte Unkosten nicht genugsam bewundern kann. Der beste kömmt aus dergroßen Tartarey, die Jesuiten aber wissen ihn durch ihre ausgebreitete Missionen und Colo-nien von allen Orten der Welt zusammen zu bringen. An dem Altare zeigt sich ein Gemäl- Silbernede auf Holz, welches man herunter lassen kann, und alsdann kömmt die silberne Statue §anatüi^'St. Jgnatii in einer verguldeten Kleidung, die mit Perlen lind Diamanten gleichsam besäetist, zum Vorscheine. Pierre le Gros, ein Franzose, hat sie modelliret oder die Form dazuverfertiget, Giov. Federico Ludovici aber gegossen und völlig ausgearbeitet. Sie ist sechszigxslml hoch, und wiegt siebenhundert Pfunde. Bey ihr stehen noch drey andere silberneFiguren. Auf jeder Seite des Altars ist ein 6 ruppo /) von Statuen aus weißem carrari-schen Marmor zu sehen. Sie sind beyde groß und von schöner Arbeit. Die eine stellt die 2^0 anderechristliche Religion vor, wie sie die heidnisthe Abgötterey vertilget, und zu dessen Anzeichen Ah§ne Sta-ein Buch mit Füßen tritt, auf dessen Rücken die Worte zu lesen sind: Lomes kowgues tue».

Lmiöo L Xocs. Die Abgötterey ist unter dem Bilde einer vom Blitze niedergeschlagenenSchlange abgebildet, nahe bey welcher der König von Bungo in Japan sich dem christlichenGlauben unterwirft. An diesem Wecke hat Jean Theodon ein französischer Bildhauer, sei-ne Kunst gezeiget. Der andere Oruppo kömmt aus den Händen des le Gros, und ist we-gen seiner Arbeit nicht weniger zu rühmen. Die Religion tritt hier eine Furie und die Ke-tzerei), so eine Schlange in der Hand hält, mit Füßen. Bey diesen liegen drey Bücher, diedrey besondere Titel auf ihren Rücken führen, nämlich 1) Martin Luther, 2) Joh. Calvin,z) Hulderich Zwinge!.

Das Fundament dieses großen Altares ist Alabollro Orientale, und sind an dem gan-zen Werke die raresten Marmorarten und andere kostbare Steine nicht gesparet.

Auf jeder Seite der Kapelle ist eine Thür von breccia omica, so roth und weiß ge-mischet ist. Ueber derselben sind die Chöre für die Musik mit verguldetem Laubwerke zu se-hen, und muß man etlichemal in diese Kirche kommen, ehe man alle ihre Schönheiten zurGenüge betrachten kann. In der Sacristey ist ein unglaublicher Reichthum. Es ist kaumnöthig zu melden, daß diese Kirche den Jesuiten zugehöre, welche gleich dabey ihr Profeß-haus und darinnen eine schöne Bibliothek haben. Von ihrem Novitiat und Lolleßic» Xc>-mann habe ich schon oben gehandelt, und von der Kirche St. Jgnatii wird sich noch Gele-genheit zu schreiben finden.

In der Kirche cli Oielu e Claris al Lorlo sind außer den schönen Gemälden sechs Be- Olüess lilgrabnisse von der Familie Bolognetti zu sehen, nebst dem Grabmaale des Canonici ciel Oor- ^ kk-no, welches Dominico Guide mit vieler Kunst ill Marmor verfertiget hak. Die Jnseri- epitgolunm 'Monist: cmnUU»

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/) 6 rupxc» heißt ein Stück Marmor, auf welchem mehr als eine Figur vorgebildet ist.