Band 
[Erste Abtheilung.]
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und pabstlichen Pallasten m Rom. 507

daß auch in der Kirche 8. Nickel' ^roanAslo eine Art von heiliger Treppe anzutreffen sey, Andere Artworauf man nur knieend fortkommen kann. Sie besteht aus drey und dreyßig Stufen, zu einer 8^l?eEhren der drey und dreyßig Jahre, welche Christus sichtbarer Weife in dieser Welt zuge-bracht hat; was ihr aber eine sonderbare Heiligkeit gebe, ist mir unbekannt. Diese Art derAndacht könnte man indessen wohl preces Oeo Zlobulis 6c Acnibus acinumee-we nennen.

Die Kirche von 8. (novmuü Z.utiila ckecollato ist mit trefflichen Gemälden, und alle 8. OiovanmAltäre mit schönem braunen Marmor gezieret. Die Enthauptung Iohannis auf dem Haupt- L»tMz cle-altare ist ein Meisterstück vom Giorgio Vasari. In der Sacristey, oder vielmehr in demOratorio ist die Abnehmung Christi vom Kreuze durch Giacomino del Conte wohl vorge-stellt; ich weis aber nicht, ob ein Mensch, der etliche Stunden mit ausgespannten 'Armen amKreuze gehängt, und schon anfängt zu erkalten, sie so gleich und platt an den Leib könne fallenlassen, als sie hier gemalet sind. Auf gleiche Weise kömmt mir die Stellung der tanzendenHerc>clia8 in dem vom Pirrho Ligorio verfertigten Stücke sehr gezwungen, wo nicht gar un-möglich vor.

In diesem Oratorio sind ißt drey Stücke vom Raphael, welche die heilige Maria mirdem Leichname ihres Sohnes vorstellen.

In besagter Kirche versammlet sich eine geistliche Brüderschaft, in welche keine andern Florentinr-als Florentiner aufgenommen werden. Ihr Amt ist, daß sie für die Bekehrung und das iche Confra-letzte Ende der zum Tode verurtheilten Missethäter sorgen, ihnen zusprechen, Messe für sie die"ZMss tb°.lesen lassen, und des Abends nach ihrem Tode sie wieder abholen und auf ihrem Kirchhofebegraben. Diese Gesellschaft heißt CoinpuZuia oder.Vrcbiconkrutermta elella ^iteeicorclia, he begleitetund ihre Mitglieder tragen, wenn sie in Proceßion gehen, einen schwarzen Sack, worauf das rc.abgehauene Haupt Iohannis zu sehen ist. Um dem armen Sünder zuzusprechen, werden inder Nacht vor seinem Ende zween der beredtesten aus der Gesellschaft an ihn abgefertiget;bey der Ausführung aber zum Richtplaße geht die ganze Brüderschaft vor ihm her, und da-hin zielet die Stichelrede, wenn man in Rom von den Florentinern (welche man ohnedem kaillerichasset) sagt: es sey nicht gut, einen Mann von solcher Nation weder vor sich, noch hinter sich, wider dienoch auf der Seite zu haben. Die zwo letzten Umstände deuten auf ein bestialisches Laster, Florentiner,so man ihnen mehr als andern Italienern Schuld giebt, und auf ihr vieles Schwatzen.

Von itztgedachter Kirche ist zu unterscheiden 8. 6iovauni 6-milla cke'bioremi, a üracla 8.6iov.kE.6iulia, welche einen trefflichen Hauptaltar hat zwischen zweyen schönen Grabmonumenten der cie'MoreiüiFalconieri, davon der eine Kardinal gewesen. Linker Hand, wenn man in die Kirche geht, nKrgä»sind zwey wohlgearbeirete Begräbnisse der Prälaten Corsini und Acciaiuoli von Algardi und Ombs.

Sss 2 Fer-

nlagen. Das gemeine Volk selbiger Gegendhat den Namen des krLputil ganz verdorben,und daraus lc 8alnt Kcpuce gemacht.

») 81' i: L> tt ^ ^ V 8 schreibt, daß sie

ehemals in Jerusalem gezeiget einen Finger vomh. Geiste ganz frisch: einen Fingernagel vomCherubim, etliche Tropfen Schweiß vom Erz-engel Michael, einen Stral vom Sterne, derden drey Königen erschienen rc. Die Benedikti-ner von Vendome haben eine von den Thränen,welche Christus beym Grabe Lazari vergossenhat. Es wäre zu wünschen, daß das gemeineVolk unter den Lutheranern nicht auch bisweilenvon Reliquien Luthrri zu Eisleben und andern

Orten, sich etwas weiß machen ließ. Es istaber die Liebe zu Reliquien so groß, und dieseSchwachheit so alt, daß sie auch das Heiden-thum schon eingenommen hatte, als unter wel-chen man einige von den Sternen, welche Am-phion durch seine Musik zusammengefüget hakte,sein und Jethi Grab, nebst mehrern derglei-chen Dingen zeigte. lld. III

meldet, daß man in einem Tempel zu Spartaeines von den Eyern, welche Leda nach den Lie-beshandeln mit dem Jupiter geleget hatte, nach-dem die darinnen enthaltene Geburt ausgekro-chen war, mit großer Sorgfalt aufgehoben habe.