Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
536
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TrefflicheStatue derh. Theresia.

Gemälde.

Schatz desKlosters.

Gemälde derBakaille aufdem weißenBerge.

Grabmaale.

klonte äellskiet».

TrefflicheAn-stalten widerden großenWucher.

zz6 XL.IX. Brief. Relatimi von den geistlichen Gebäuden,

Oesterreich und seinen Bundsgenossen versehen, und auf dem Hauptaltare aufgestellet worden.Das Gemälde in der ersten Kapelle zur rechten Hand, das die bußfertige Sünderinn Ma-riam Magdalenam vorstellet, ist vom Joh. Bapt. Mercati, und in der andern Kapelle hatDomenichino sowohl an der heil. Maria, die ihr Kind dem h. Franciscus darreichet, als anden Nebenstücken seine Kunst erwiesen. Die Kapelle 6i 8. Oioieppo hat vier schöne grüneSeulen und ein weiß-marmornes bas-rollet, so das Kindlein Jesus in der Krippe nebstden Hirten vorstellet. Man sieht darinnen auch schöne Statuen vom Dominico, davon einedas Kindlein auf dem Schooße Maria sehr artig abbildet.

In der Kapelle der heil. Theresia ist vieler iwAro amlco, und die marmorne Brust-bilder von sechs Kardinälen aus dem Hause Cornaro nebst den Statuen dieser Heiliginn undeines Engels, der zu ihr kömmt, beyde vom Bcrnini gearbeitet, welcher den ganzen Baudieser Kapelle angegeben hat. Jtztgedachter Künstler hat die Statue der in einer Ent-zückung liegenden Theresia jederzeit für sein Meisterstück gehalten, und kann man nicht leug-nen, daß sie unvergleichlich sey. Die darauf folgende Kapelle ist mit vielen feinen Steinen,sonderlich aber baruli, reichlich versehen. Das Gemälde von der Kreuzigung Christi istvom Guido Rheni. Ueberhaupt ist zwar die Kirche klein, allein an Marmor, Gemäldenund Verguldungen wenigen nachzusetzen, und vergnügen sonderlich die schönen aus vielenkostbaren Steinen in Figuren zusammen gesetzte oder eingelegte Werke. In dem Schatzedes Klosters zeigt man das Bildniß der heil. Maria aus einem Stücke Bernstein, etwgn ei-ner Spanne hoch, als ein Geschenk des Hauses Bayern. Das Gesicht und Christkindleinsind von Elfenbein. Ferner ist eine goldene Krone, welche der Kaiser Ferdinand der zweytedem wunderthakigen Marienbilde geschenket hat, zu bemerken. Sie ist mit Smaragden,Rubinen und andern Edelgesteinen besetzet, worunter ein Sapphir von der Größe einer Ha-selnuß. Eine ?ierä oder Maria mit ihrem todt vor ihr liegenden Sohne ist trefflich in El-fenbein vorgestellt auf einem Grunde von Diaspro Orientale. Die Schlacht vom weißenBerge ist in einer Kammer auf vier großen Gemälden zu sehen, nebst dem Portraite desKarmeliter-mönchs Domenico cii 6ielu Claris, welcher das oberwähnte Marienbild in demböhmischen Flecken Strackoniz soll gefunden haben, und zwar in einem schlechten Zustande,indem die Ketzer dem Bilde die Augen ausgeriffen, weiche That, wenn sie wahr ist, von kei-nem vernünftigen Protestanten jemals gut geheißen werden kann. In den unterirdischenBegräbnißgewölbern ist des vor etlichen Jahren allhier verstorbenen churbayerischen Prin-zen Grab, nebst dem Leichname eines hiesigen kratri8, dessen Haut wegen der Trockne desOrtes also an die Knochen fest gefüget ist, daß sie nicht voneinander fallen können. Mangiebt etwan zween Paoli, um alle diese schönen Raritäten des Klosters zu besehen.

Il siAru öckonts ckella kietä ist angelegt um allen wucherlichen Schindereyen, wodurchdie nothleidende Armuth in andern Ländern gänzlich ruiniret wird, vorzubauen. Man lei-het hier jedem bis auf zwey Dritkheile vom Werthe des Pfandes, so er einsetzen kann, undzwar bis auf dreyßig Scudi ohne Zinsen, und wenn die Summe höher geht, nur mit zweypro Oent. Wenn man in achtzehn Monaten das Pfand nicht einlöset, wird es öffentlichverkauft, und der Ueberschuß für den Eigenthumsherrn des Pfandes, wiewohl ohne Zinsenaufgehoben, bis er ihn abfedert. Will man diesem Verkaufe vorkommen, so darf man nurvor dem Verlauf der achtzehn Monate die Obligation verneuern, welches ohne Mühe undUnkosten geschieht. Zu Bestreitung dieser Anstalten, auf welche viele Leute gehalten wer-den müssen, haben nicht nur die Päbste und andere vornehme Leute viele Vermächtnisse ge-stiftet, sondern es hak sich auch eine besondere Lonirairis oder Brüderschaft zusammen

hege-