Neue Rüst-kammer.
Päbstliche
Kleinodien.
Schatz vonfünfMillio-nen Scudi.Gefängnisse.
Engel aufdem plattenDache.Canone, s»von der Köni-ginn Christi-na losgeschos-sen worden.Brücke beyder Engels»bürg.
592 i.. Brief. Von der St. Peterskirche, dem Vatieanis. Pallaste,
In der neuen Rüstkammer stehen viele Xlulgnekon8 auf hölzernen Gerüsten, und sollein dergleichen Geschütz dem Karl von Bourbon das Leben ausgeblasen haben. Man zeigtauch einiges anderes künstliches Gewehr, so theils zu Lande theils in Seegefechten mit Nu-tzen kann gebrauchet werden. In das Archiv wird niemand gelassen, auch die pabstlichenJuwelen und Kleinodien niemanden gezeiget: und weil man nur einige davon bey großenProceßionen zu sehen bekömmt, so kann ich meinem Herrn keine Nachricht von dem Wor-te kl^lkerlo geben, welches an einer alten dreyfachen päbstlichen Krone zu lesen seyn soll.Die zwischen dem Bischöfe von Meau.r und Hrn. Innen deöfalls gewechselte Streitschriftensind bekannt genug. Wenn aber auch dieses verdächtige Wort jemals an der Imra gewe-sen, wie glaubwürdige Zeugen gesehen zu haben versichern, so wäre es die größte und nichtzu glaubende Thorheit, daß man in neuern Zeiten diesen Stein des Anstoßes nicht aus demWege sollte geräumet oder die Schrift ausgelöschet haben. Das beste in der Engelsburgsind die wohlverwahrte fünf Millionen Scudi an Golde, welche Sirtus der fünfte, unge-achtet seiner kostbaren Gebäude und andern Werke, in fünf Jahren seiner Regierung erspa-ret und hieher geleget hat, tun nur in dem äußersten Nothfalle angegriffen zu werden.Wenn die Inquisition Gefangene hat, welche sie in den ordentlichen Gefängnissen des kalsri-20 clella Ingmlttionc in der Stadt zu lassen Bedenken trägt, so werden sie in diesem Ca-stelle verwahret; die Staatsgefangenen finden ohnedem hier die parisische Bastille oder denTower von London. Weil auch nach dem Tode des Pabstes die römische Canaille alle Gefan-gene aus den Kerkern der Stadt befreyet, so bringt man gemeiniglich, wenn man des Pab-stes Absterben vermuthet, diejenigen, welche wegen großer Verbrechen sitzen oder sonst nichtwohl können wieder in Freyheit gelassen werden, hieher in dieses Castell zu sicherer Verwah-rung, und ist es 8sclo VaLÄNte Fremden allezeit verschlossen. Oben ist ein plattes Dach:und wo ehemals die kiZua des Kaisers HadrianS gestanden, zeiget sich itzt ein sechs Ellenhoher Engel, welchen Raphael de Montelupo aus weißem Marmor gehauen hat. Unterdenen vier metallenen Canonen, welche auf dieser zssuekorine gepflanzet sind, bemerket mandiejenige, welche von der Königinn Christina aus Lust gegen den mediceischen Pallast inklonte ?ineio los geschossen worden, in dessen eisernem Thore man auch die von der Kugelverursachte Einbeugung noch sieht. Man giebt vier bis fünf Paoli, um die Engelsburgzu besehen. Vor derselben kömmt man über die treffliche Brücke, welche vor Zeiten !'"urLliur genennet wurde. Wenn man aus der Stadt Rom nach dieser Brücke geht, zeigensich anfänglich die marmornen Statuen Petrr und Pauii, welche Clemens der siebente hatsetzen lassen. Die erste ist von Lorenzetti und die andere von Paulo Romano. An ihremFußgestelle von der Seite gegen die Engelsburg liest man die Schriften:
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Llemens VII. ?out. Klax. »
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Auno Lalutis LüMiann XlOXXXlV.
I'ontistcaws X. Der