Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
605
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von den Kirchen in Rom. 605

was) Deren Körper nebst sechs und vierzig Päbsten in dem hiesigen Gwmeterio I-eaki Ga> Reliquienlixli ^l>irt^ri8 begraben liegen, wie die über dem Eingänge dieser Catacomben zu von 174000

lesende Schrift mit mehrern bezeuget, daher denn nicht zu verwundern ist, daß man täglich Märtyrern,von hier einen Ablaß von sechstausend Jahren, und noch von acht und vierzig guarantene 6020 Jahreoder von fünf Jahren uudsiiiifund neunzig Tagen holen kann. Der Beweis von einer so großen Ablaß.Menge der ersten Märtyrer kostet nicht viel Mühe. Denn wenn gleich dergleichen Vorgebenmit aller Wahrscheinlichkeit lind den treueften Zeugnissen unverdächtiger Geschichtschreiberstreitet, so ist es doch genug, daß eine alte kindische Nonne mit einem Traume oder einer Er-scheinung auf die Bahn komme, und damit etwas bekräftige, welches sonst kein Mensch wür-de geglaubet haben. Ich darf mich desfalls nur auf die Eingebungen der heil. Brigitta,welche von dem römischen Stuhle als göttlich und untrüglich erkannt worden sind, berufen,nach welchen die Zahl der Märtyrer in der Stadt Rom allein so groß ist, daß auf jeden Tagsiebentausend können gerechnet werden, welches eine Summe von zweytausend mal tausendfünfhundert und fünf und funfzigtausend für das ganze Jahr beträgt: und ist demnach nichtzu verwundern, wenn Caußüms in allen eilf Millionen Märtyrer der katholischen Kirchezahlet, wozu der Karmeliterorden allein hundert und vierzkgtausend liefern will (*).

Ich habe oben bey St. Agnese vor der I'oi ta ?ia schon etwas weniges von den Oma- Beschreibungcombis erwähnet, die eigentliche Nachricht aber mit Fleiß hieher gesparet, weil die von der c^com-St. Sebastian die weitläufigsten und am besten unterhaltenen von Rom sind. Sie beste- ^rum.hen an theils Orten gleichsam aus etlichen Stockwerken, also daß ein Gang unter dem an-dern liegt, in einem trocknen und sündigten Erdreiche, daher man sie hie und da mit Back-steinen bemauern müssen. Man steigt bisweilen auf und ab, oftmals muß man gebücktgehen, und sind die Gänge nicht mehr als zween bis drey Fuß breit, dergestalt, daß nirgendszwo Personen neben einander gehen können, ausgenommen in etlichen Kammern und gleich-sam Kabinetten von vier bis sechs Fuß in die Breite und sechs bis acht Fuß in die Länge,woselbst nach etlicher Meynung die ersten Christen Messe gelesen haben sollen. Es ist beyschärfster Excommunication verbothen , etwas mit herauszunehmen: ich weis aber doch,daß Keßer sich nicht allzugenau an dieses Verboth gebunden haben. In der Wand aufbeyden Seiten sind gleichsam repolüorüi oder Fächer von der Höhe einer oder anderthalb«»

Spannen, und vier bis fünf Spannen lang, welche theils ledig und offen stehen, theils mitBacksteinen oder einem schmalen Marmorblatte, woran bisweilen Jnscriptionen zu finden,vermauert sind. Weil ich etlichemal der letzte von unserer Gesellschaft war, und also denMönch, der uns mit geweiheten Wachslichtern herumführte, nicht so nahe auf dem Nackenhatte, so brach ich eine solche zwey Finger dicke Marmortafel weg, und fand in der Hölungein ganzes wiewohl nicht allzugroßes Mcnschengerippe; denn solcher Plätze habe ich wenigeangetroffen, worinnen ein großer erwachsener Mensch ausgestreckt hätte liegen können.

Dergleichen llwpolttoriü sind öfters drey-und vierfach übereinander, und hießen diejenigenFächer, worinnen zween und mehrere Leichname liegen konnten, biloinri oder üiluma, trilo-m-1, guaänkomü öcc. An einem Orte bemerkte ich einen in Stein gehauenen großen Sarg,

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schichte der ersten christlichen Kirche sprudelt, beschaffen sind, daß sie allen historischen GlaubenWenn der Zeuge, sagt Middlewn, ein einsalti- völlig zu Grunde richten,ger Mensch gewesen ist, so hat er sich können be- H Die Benennung kömmt aus den g iechi-trügen lassen: ist er aber klug gewesen, so bat er fchcn Worten und und bedeutet ei-vielleicht die Absicht gehabt, mich zu betrügen, ne in der Tiefe angelegte Hole.

Gewiß! ein fertiger Eimvurf, dessen Grundsätze so