Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
738
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WunderbareUeberzeu-gung einesUngläubigen.

Wohlgcsttzte

Verse.

Francisia-nerkloster.Ort, wo St.Franciscusden Fischengeprediget:imgl. wo erseine Brunstin Dornengekühlet.

Domkirche.

Gewcihete

Standarte.

Taufstein.

»

7Z8 ^vi. Brief. Reise von Rom

me Zufälle dadurch erhalten habe. Die vor der untern Kapelle vorbey segelnde Schiffegrüßen dieselbe mit etlichen Canonenschüssen, lassen ihre Ruder etwas ruhen und verrichtenihre Andacht unter einer Musik, oder schicken an das Kloster so vieles Geld, als wenigstensdie Unkosten der Canonenschüsse würden ausgetragen haben. Ja man giebt vor, daß so gardie türkischen Schiffe öfters ihre Gelübde an Geld hieher senden, wenn sie in Sturm undUn-gewitter sich mit ihrer Andacht zu dieser Kapelle gewendet, und dadurch glücklich erhalten wor-den. Denenjenigen, die nicht allen diesen Erzählungen vollkommenen Glauben beyzulegenscheinen, zeiget man den Eindruck einer Hand, unter welcher sich der Fels gleichsam als Wachserweichen lassen, als ein vermessener Mensch sich verlauten lassen: es habe der Berg so we-nig bey Christi Leiden sich eröffnet, als wenig der Stein unter seiner rechten Hand weich sey.Zum Andenken dieses Wunders liest man dabey die Verse:

Improbs meus verum reuuit, guc»l kama kütetur,

Lreöere; at üoc käxa ligusta probam.

Bey dem Eingänge der obern Kapellsffiilden sich rechter Hand die schönen Gedanken:tuic guonänko liLc rupes: inuic clillna: IckvntesLxitium OoiniM cum Aemuere kni.

Oueioe es läxib, korlor kerüate ker-uum,

^ ' 8iu lIceimis ceruas üoo ^ietatir opus.

Zur Linken:

Aumpe cor, o mortalir liomo, velut ar6ua rupesKupit, in arce Lruci8 coinpatiare Oeo.

0! linnünuin clueum Aenus, aräua laxa clebiscunt;

Laxea corcla kiomlnum klont invrienw Oco.

Das Franciscanerkloster rühmet sich, daß der Stifter dieses sogenannten seraphinischenOrdens in demselben sich aufgehalten habe. Vor der korm 6i kerro zeiget man an demUfer des Meeres den Platz, woselbst St. Franciscus gestanden, als er mit solcher Kraft ge-prediget, daß auch die Fische des Meeres durch ein sonderbares Wunder sich über das Was-ser empor erhoben, um die Reden dieses Lehrers desto besser anhören zu können. Daß dieMönche dieses Klosters bey ihrem Garten einen Dornbusch unterhalten, dessen Stacheln oh-ne Spitzen sind, seit dem Franciscus um seine unreine Brunst zu kühlen, sich darinnen her-umaewalzet hat, haben andere schon angemerket; der Eindruck aber in die Gemüther würdenoch stärker seyn, wenn man bey diesen stumpfen Dornen auch die eigentliche Art des Busches,da er noch mit seinen scharfen StacheW versehen ist, betracht«, könnte.

In dem Chor der Domkirche Hängt die geweihete Fahne, welche der Pabst Plus derfünfte dem ckAukckia geschenket, da dieser als Admiral der christlichen k-igue wider

die Türken zu See gierig. In der Mitte solcher Standarte ist ein Crucistr zwischen denBildnissen der Apostel Petri und Pauli zu sehen, worunter die Worte stehen:

In ücw liAno vinoi«.

Die Leute fallen mit großer Andacht davor auf die Kniee.

Die ba^-rLliofz des marmornen Taufsteinö stellen den Tanz etlicher Faunen und Sa-tyren vor, desgleichen wie Bacchus vorn Mercurius der Jno zur Erziehung übergeben wird.Die Arbeit daran ist schön, und zeigen folgende eingegrabne Worte den Namen des Mei-sters an: