Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
757
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-es Königreichs Neapolis.

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Ant. parrino giebt vor, daß im Jahre 1698, als ein ganzer Bach von Feuer sich Kraft einesden Berg herunter ergossen, ein vom Pabste Jnnocenkjuö dem eilften geweihetes und vom ^Znus llei.Kardinal Cantelmo hineingeworfenesDel die ganze Gewalt dieses schrecklichen Stro-mes aufgehalten und stillstehend gemacht.

Viai-OR. in Lpitome, und andere, welche behaupten, es habe der Wenn derBerg Vesuvius erst zu Zeiten des Vikuö Vespasianuö angefangen Feuer auszuspeyen, kön- 7^"^" an-nen leicht aus dem Srrabo, der zu Augusts Zeiten gelebt, ihres Irrthums überzeuget wer- F^er aus-den. Es ist auch falsch, daß der ältere Pliniuö auf dem Berge umgekommen, weil aus zuspeyen.dem Berichte, welchen der jüngere plinius von seines Vetters Tode hinterlassen (*), deut- Ob der alterelich erhellet, daß jener noch weit genug vom Vesuvius entfernet gewesen, da er als ein fetter Plmiusdar-nsit Engbrüstigkeit geplagter Mann wegen der dicken und schwestichten Luft ersticken müssen, hssnmeii^Seit Christi Geburt melden die Geschichtschreiber von etlichen und zwanzig merkwür-digen 61 uptionibuz; es ist aber glaublich, daß deren mehrere, als in Schriften aufgezeichnet Untergangworden, sich 'eräuget haben. Eine der stärksten war die leßtgemeldte, so unter der Regie- ^ Städterung des Titus Vespasianus geschah, und durch welche die bey Neapolis ehemals gelege- ""

ne Städte Herkulanum oder Heraklea (**) und Pompeji zu Grunde giengen F). Me west die

Dio Casstus meldet, daß damals die Asche bis in Africa, Syrien und Aegypten Asche desgetrieben worden, ja die Sonne selbst deswegen zu Rom verfinstert geschienen ^). Berges sich

Man sollte glauben, daß die offenbare Gefahr, worinnen die Einwohner der hiesigenGegend sowohl wegen der Erdbeben als des Vesuvius beständig leben, einige Eindrückun- a^derEin-gen in ihre Gemächer machen und eine vernünftigere Lebensart nach sich ziehen müßte. Al- wohncr.lein es ist nichts weniger, und sind die meisten dem gemeinen Schiffsvolke gleich, welchesselten eher, als bey entstandenem harten Sturme an den Himmel oder die Hölle gedenket,und sobald die Gefahr vorbey, wieder in seine alten Bosheiten verfallt. Das Jahr 1707hat noch davon eine ärgerliche Probe gegeben, indem das Volk, so nach überstandener Nothhaufenweise aus der Stadt Neapolis lief, um den verursachten Schaden und sonderlich denfast noch rauchenden Feuerstrom, der sich aus dem Bergs ergossen und zu erkalten anfing,in Augenschein zu nehmen, eine solche wilde Lebensart mit Fressen, Saufen und Ueppigkei-ten mit denen aus der Stadt in Menge dahin gekommenen lüderlichen Weibespersonen trieb,

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gelegen gewesen. Mit Thaurania, Cora oderThor» und Stadia hat es gleiche Bewandniß.Was für Schaden Pompeji und Herkulana schonzu Zeiten des Seneca durch ein Erdbeben erlit-ten hatten, beschreibt dieser Philosoph weit-lauftig im sechsten Buche seiner < 2 zi rNiani.ii» Xa-turslium, wie auch 'r-eci'v. ünn. Ilb. XV, e.LL : Und ist vermuthlich dahin und nicht auf desVesuvius Verheerung zu ziehen, wenn nio e-es-8iv 8 lih. t.XVl meldet, es sey das Volk dieserzwo Städte in den theatralischen Schauspielengesessen, als sie so unglücklicher Weise verschüt-tet worden. Denn da die verwüstende Gewaltdes Vesuvius nicht auf einmal und unvermuthetausgebrochen, sondern nach und nach zugenom-men, wie aus des jüngernplinius Berichtenerhellet; so ist ganz unglaublich, Mch wider des

plimus Erzählung, daß man sich bis auf denletzten Augenblick mit öffentlichen Schauspielensollte aufgehalten haben.

/,) Von der Feuersbrunst des Vesuvius imFahre 47;, IncliAione X, dkarciano 6 c bctlo(.'off. setzt Marcellinus Lomes, daß ganz Euro-pa mit leichter Asche bedecket worden: Vesuvius

mons Lainpanne torriclu» intelkinis ißnilrus seiln-an« exnUa vomuic vilcera, nneiiii'nisgiie in llietcnebris »innern kniropse iäciein rninuto contexitpulvere, skujus mettienäi ineinoriam cineris Lx-rantii snnue celedrsnl VIII. Iclus dgoveinbris.

Des zu Konstantinopel aus dieser Ursache ange-stelltenBethtages gedenkt auch i-noc:okivs,cIeLello 6 otlr. lib. n, c.4; und die oben angeführteInscription meldet, daß inr Jahre i6zi die Aschebis über den Hellespoitt getrieben worden.