Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
759
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des Königreichs Neapolis. 759

Ich füge hier noch bey, daß ohngeachtet des neuen Hügels, so sich auf der obersten MnahmeHöhe des Vesuvius über seinem verstopften alten Mundloche und daraus erwachsenen Ge- seiner Höhe.wölbe angesetzet, dennoch dieser Berg nicht mehr so hoch ist, als er ehemals gewesen. Einegleiche Veränderung hat sich mit dem Aetna in Sicilien zugetragen, dessen Gipfel man vorsechszig Jahren von Furnari und andern dabey gelegenen Orten absehen konnte, anstatt, daßsolches anitzt nicht mehr angeht.

Das Llüna der Stadt Neapolis und des untern Theils dieses Königreichs ist also be- Temperirteschaffen, daß man wenig vom Winter spüret. Gartengewächse sind durchs ganze Jahr zu Lust.haben. In der Ebene friert es selten Eis; in den letzt verwichenen fünf Jahren ist nurzweymal Schnee gefallen, und zerschmelzt solcher gleich wieder. Im Gebirge sammelt mandenselben, um sich dessen im Sommer anstatt des Eises zur Kühlung des Getränkes zu be-dienen , und wird von solchen Gegenden auch die Stadt Neapolis versorget k). Die starkeSommerhitze wird alle Abende durch kühle Lüste gemäßiget, und alsdann erquicket man sichmit spazieren gehen und fahren, anstatt daß man des Tages über in Häusern und im Schat-ten bleiben muß. Um von der Fruchtbarkeit und dem Reichthume des Landes ein Urtheil Fruchtbak--fällen zu können, hat man nur zu erwägen, wieviele Jahre dasselbe schon von auswärtigen keitdesLan-Machken regieret werde, da es unmöglich anders stylt kann, als daß durch die Contributio- da-rren, Truppen, Kriege und ausländische Bedienten nicht vieles Geld aus dein Lande sollte ge-zogen worden seyn. Man rechne jährlich so wenig als nur mit einiger Wahrscheinlichkeitgeschehen kann, und bedenke dabey, daß solches beynahe schon drittehalb Jahrhunderte an-hält: so wird man sich wundern über die große Summe, so heraus kömmt. Indessen stehtdieses Land doch noch besser, als viele andere italienische Staaten, und könnte noch besser ge-nutzt werden, als wirklich geschieht. Die Generalpachtung des Tobacks allein kömmtjährlich auf fünf und zwanzig bis dreyßigtausend Ducaten.

Bey aller obgemeldten Fruchtbarkeit und andern natürlichen Vortheilen, womit das Beschwer-Königreich Neapolis gesegnet ist, fehlet es ihm doch auch nicht an wichtigen Beschwerlich-keiten.

Außer dem vielfältigen Schaden, den der Vesuvius seiner Nachbarschaft verursachet, Erdbeben-leidet das Land viele Noth von Erdbeben, absonderlich in dein untern Theile des Reiches, undsieht man allenthalben mit Erstaunen die traurigen Ueberreste vieler ehemals berühmtenStädte, von welchen anißt kaum der Namen übrig ist/).

Eine andere Ungelegenheit, welche aber dieses Land mit andern italienischen Gegenden Eydexen.gemein hat, verursachet die Menge der Eydexen, davon eine grüne Art in großer Mengeallenthalben anzutreffen ist. Im Frühlinge findet man dieselben Hundertweise auf den plattenDächern liegen, um sich daselbst an der Sonne zu wärmen. Sie kriechen die Mauern aufund ab, daher kein Zimmer, dessen Fenster oder Thüren offen stehen, vor ihnen sicher ist.

Es

Plempius in seinem Werke äe valewänie^oZÄ- ausgemacht, ist in diesem Stücke fast noch un-tvrum tuenlk, daß seitdem der Gebrauch des glücklicher, und zahlte man im Jenner 169zSchnees zu Mcffina eingeführet worden, jähr- neun und vierzig Städte und Landgüter, neun<ich bey tausend Menschen daselbst weniger ster- hundert und zwey und stebenzig Kirchen, Collegiaden. Daß man dergleichen Nutzen auch in Spa- und Klöster, die durch ein einziges Erdbebennien verspüret habe, bezeuget nonni- ruiniret worden, und drey und neunzig'taustnd

V8, ck re cibaris, üb. IV, csp.Menschen, so dabep ihr Leben verlohren hat-

Die Insel Sicilien, so vor alten Zeiten mit ten.dem Königreiche Neapolis ein sußftftes Land