Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
891
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von Loreto. 89!

Weil dieser Platz damals einer.reichen und frommen Matrone, Laureta genannt, zuge- Woher derhörete, so hat das heilige Haus selbst davon den Namen «äls ck>suretanL bekommen. We- NameLoret»gen der Bosheit der Straßenräuber, welche die Zugänge! zu dem heil. Hause unsicher mach- komme?ten und die Pilgrime von Verrichtung ihrer Andacht abschreckten, blieb es allhier nicht län-ger als acht Monate, nach deren Verlaufe es die Engel' wieder aufnahmen und auf einemBerge, tausend Schritte näher an Recanati niedersetzten. Dieser neue Ort hatte zween leib-liche Bruder zu Herren, die anfänglich das ihnen zugedachte G'ück mit großen Freuden an-nahmen, bald darauf aber wegen des Vortheils den ihnen die Ankunft so vieler Pilgrime unddie reichen Opfer zubrachten, in solchen Streit und Uneinigkeit geriethen,daß sie darüber vorder h. Kapelle mit mörderischem Gewehre einander überfielen. Um allem Unglücke vorzukom-men, und di-e unwürdigen Besitzer eines solchen Schatzes zu bestrafen, fand die-heil. Mariafüds rathsamste, ihre ehemalige Wohnung einen Bogenschuß weiter auf. einen Hügel, derohngefähr zweitausend geometrische Schritte vom Meere entfernet ist, und woselbst sie nochsteht, durch die Engel fortrücken zu,lasten. Dieses geschah wenige Monate, nachdem siebey den zänkischen Brüdern sich niedergelassen hatte, weil es als eine ausgemachte Sache an-,genommen wird, daß die Lsis 8suts noch vor Vcrfließung eines Jahres, da sie aus Dal-matien nach Italien gewandert, in der Gegend von Reeanati drey verschiedene Plätze einge-nommen.

Die römifchkatholischen Acribenten wissen nicht, wie sie den Einwarf, daß IsOsls8snts Warum manbeynahe zwcyhundert Jahre in Italien gewesen, ehe ein Autor dieses Landes davon Erwah- ^nge Jahrenung thut, beantworten sollen : und ist die Ausflucht gar schlecht, wenn Tursellinus vor-giebt, es sey solches aus Bescheidenheit geschehen, weil man gezweifelt, daß die Nachwelt so Ari nichtsvortrefflichen Wundern und Geschichten Glauben beymesten würde. Denn wenn diese Be- gemeldet?scheidenheit erlaubet war, warum ist man nicht bey derselben geblieben? Und streitet nichtoffenbar mit den Erzählungen der italienischen Pfaffen, wenn St. Vincentius und anderevon dem annoch zu Nazarerh stehenden Hause der h. Mariä schreiben zu einer Zeit, da sol-ches nach der Recanater Rechnung schon längst bey ihnen soll berühmt gewesen seyn. Nachdes Pabstes Plus des zweyten Zeiten aber wird der Mauretanischen Mariä mehrmalen inSchriften gedacht, und soll dieser Pabst ihr ein Gelübde von einem goldenen Becher mit fol- Aus desgender daran befindlich«!, Jnscriptipn selbst überbracht haben: Gelübde die-

kia Oci '6cuitrix fes Pabstes.

(chiarnvis tua pntsliss niillis cosräketur lüubns, sc totum implest Orbem miracu-lis; gma tsmen pro voluntsto ftepius uuo loco losois gusiu slio äcleäksriz, öc l.su-reü tibi plscit.no leäem per ssnAulos äies innumeris lignis öe nüraculis exornas; egoinkelix peccstor, msute öe snimo sä Es recurro ckupplex orsns, ut luiln sräenkemkebrlm luoleklissuusmgus tussiin sufers8, iLÜzgue lueinbris lsnitsteiu rellitusz, Kei-publicL, ut creäüuus, isjutsrem. Interim boc ruunus scciplto tnese iervitutlr

ilANUM

Mus ksps II. Ann. bum. 8sl.

lvicccLi.xiv.

Der Pabst starb ohngeachtet dieses Gelübdes und der Allmacht, welche in angeführtenWorten der Mariä beygeleget wird, gleich darauf noch in dem itztgemeldten Jahre zu An-cona, und zwar an eben diesen*Kran?heiten, wider welche er bey der h. Maria seine Zustuchtvermittelst seines Gelübdes genommen hatte; obgleich Tursellinus versichert, daß er zu lo-reto alsbald durch ein Wunder seiner Bitte gewähret worden.

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