von Loreto. 895
Abklcidung geschieht jederzeit mit vielem Gepränge und tiefen Neigungen, so oft ein Theilder Kleider abgenommen oder angeleget wird. Das umstehende Volk tragt indessen derMaria seine Noth mit starkem Zurufen vor, und vermehret sich das Geschrey, je mehr dasBild entblößet wird, gleichsam als wenn die Seufzer und der Schall leichter zum Herzen ei-nes nackenden als bekleideten Heiligen dringen könnten. Die Augenweyde, einer entblößtenWeibsperson Statue vor sich zu sehen, finden indessen die Pfaffen allhier nicht, weil ihr derBildhauer schon die gehörige Bedeckung gegeben hat. Unter dem gewöhnlichen Schmuckedieses Bildes befindet sich i) ein goldenes Kleinod, so von der Gemahlinn Karls des zwey-ten aus Spanien, Anna, einer gebohrnen neuburgischen Prinzeßinn hieher verehret worden,und mit dreyzehn Rubinen, sechs und sechszkg Smaragden und dreyhundert und ein und fünf-zig Diamanten besetzet ist; 2) ein goldenes Kreuz mit großen und sehr schönen Smaragden,vom Kardinal Paolo Sfvndrata; z) zwo treffliche in Gold gefaßte Perlen, die an der Handdes Kindes Jesu hangen, von einer darmstadcischen Prinzeßinn; 4) ein kostbares diamante-nes Kreuz, vom Kardinal Marescotto; 5) und 6) zwey andere, so aus Rubinen und Dia-manten bestehen, vom Kardinal Carolo Barberino und dem Kardinal Corsi; 7) das golde-ne Vließ an einer mit großen Saphieren, Smaragden, Rubinen und Topasen besetzten Ket-te, von der Katharina, einer Gemahlinn des siebenbürgischen Fürsten Gabriel Bethlen Ga-bor; 8) ein großes goldenes Herz an einer goldenen mit Rubinen und Diamanten geziertenKette, von dem bayerischen Churfürsten Maximilian dem ersten; y) eine in Gold gefaßteMenge von Diamanten, Rubinen und Smaragden, über welchen ein Pelikan, der mit sei-nem an der Brust durch einen großen Rubin vorgestelleten Blute die Jungen nähret, vonder Herzoginn ch Uceeda; io) ein mit Diamanten und Rubinen umgebener großer Smaragdvon der Herzoginn cli Zalvimi zieret die eine Hand des Kindes; n) drey vortreffliche in Goldgefaßte Smaragde, die zwischen Diamanten und andern Smaragden die Augen der Umste-henden auf sich ziehen, kommen von der bayerischen Prinzeßinn Violanta Beatrix, Wittwedes florentinischen Erbprinzen Ferdinands. Die Höhlung der Wand, worinnen die StatueMaria steht, ist mit ein und siebenzig großen böhmischen Topasen, welche der Cavaliere Ca-pra hieher verehret hat, besetzet.
Zur rechten Hand des Bildes zeiget sich ein aus Gold gegossener mit Diamanten undandern Juwelen besetzter Engel, der das eine Knie gebeuget hat, und der heil. Jungfrau eingoldenes Herz überreichet. Dieses ist mit großen Diamanten gezieret und endiget sich ineiner Flamme, so mit vielen Rubinen und Perlen glänzet. Ueber demstlben brennet bestän-dig
geben, welches Sckssr'ckitev in ecloZ. Kill. cle l.u-cs ptNore widerlegt hat. Ist es doch nochnicht einmal ausgemacht, ob Lulas eben derje-nige siy, welchen Paullus Col. 4, v, 14 mit demNamen eines Arztes beleget. Wenigstens erre-ge» snnsl. coclcs lum. I, 2.60, g.
712 und N Nv^cil. I'om. II, I. 4, p.
z>8 wider die Arzneywissenschaft des Evangeli-sten nicht ganz unerhebliche Zweifel. Indessenkann man ihn doch mit mehrerer Wahrschein-lichkeit zum Arzte als zum Maler machen, weildas Zeugniß der ältesten Kirchenvater eines Am-brosius, Hieronxmus, Lhrxsostomus und Eu-
sebius für die erstere Meynung streiten. Paul-linus erkläret sich ebenfalls für die Arznepwistftnschaft des. Lukas:
Lis rnellicus I.nes- yrius srte clcincle loguela.kir meciicus I.iicAr.uc gnonclgiu eoryorisreZroe^rtur coniolillut, Sd nunc in mentibns LZri»(?omp»iiiic Aeminos vitlr mcciicsinins libron.
6 Der Prophet Baruch gedenket C. 5, v- 20der Gesichter von Götzenbildern, die vom Rau-che der vielen uns sie angezündeten Lichter ganzschwarz gewesen. Siehe auch Lknouivia Üb.VI, s«iverL xentcs, p. 202.
Von dem Ge-schrey, so da-bey erhobenwird.
Gewöhnli-cherSchmuckdes Bildes.
KostbaresGelübde we-gen des engli-schen Kron-Prätenden-ten.