898 L-XII. Brief. Beschreibung
wie solches vermöge einer vorhandenen Tradition schon ehemals geschehen, als man den hekli-nen Mauern durch Ansehung stärkerer Wände eine mehrere Befestigung geben wollen.
Obgedachte Jncrustation ist im Jahre 1514 vom Pabste Leo dem zehnten angefangen,und im Jahre izz8 von Paulus dem dritten, ob sie gleich noch nicht gänzlich vollendet war,eingeweihet. Die damals darauf verwandten Unkosten beliesen sich auf zwey und zwanzig-tausend Ducaten, obgleich noch zwanzig marmorne Statuen und vier metallene künstlich ge-arbeitete Thüren A), (welche Stücke zusammen nicht weniger als itztgemeldte Summe erfo-derten) daran mangelten.
Die berühmtesten Bildhauer der damaligen Zeit, Andrea Sansovino, Francesco San-galli, Domenico Lamia, bliccolo ch- kericoli, Biagio Bandinelli, Giovanni dellaPorta, undsein Bruder Tomaso, Girolamo Lombard! nebst seinem Bruder Aurelio, Kubi eile äa XlomeI-Npone, >1 Klole-I kioeentino, Nic. Tribulo, Contucci, und andere haben sich gleichsam umdie Wette bemühet, ihre Kunst bey diesem Werke an den Tag zu legen. Es ist solchesohngefahr fünfzig Fuß lang, dreyßig breit und eben so hoch. Alles was man daran sieht, istvon dem weißesten carrarischen Marmor. Jede von den langen Seiten ist mit sechs, diezwo schmalen aber mit vier korinthischen gestreiften Seulen gezieret. In den Zwischenrau-men sind die vornehmsten Begebenheiten der h. Maria en bas-relieks vorgestellet. Zwischendiesen Hauptabbildungen sind zehn-Statuen der Propheten, und über denselben zehn Si-byllen zu sehen. Unter den Propheten auf der Seite gegen Mittag wird David mit demzu seinen Füßen liegenden Kopfe des Goliath vor andern wegen der künstlichen Arbeit hochgeachtet. An der Nordseite ist bey der Verlobung Maria ein mit einem Hunde spielenderKnabe (welchem seine Mutter, die ein Kind auf dem Arme hält, mit einer freundlichen undüberaus vergnügten Mine zusiehr) vortrefflich ausgedrücket. Zu diesem Stücke hat Con-tucci die Zeichnung und den Anfang gemacht, die Vollendung aber hat es dem Kakaeüe claXlonto Kupons und dem Tribulo zu danken, von welchem letztem der Mann, so einen Stabvon einander bricht, verfertiget ist. An der Seite gegen Morgen bewundert man an demStücke, das die außerordentliche Reife der Lab, 8anw durch die Luft bemerket, die künstlicheund natürliche Ausdrückung eines Bauers, der gleichsam mit einem Geräusche, welches ermit dem Munde zu machen scheint, seinen Esel vor sich her treibt. An diesem Stücke ha-ben Tribulo und Sangalli gearbeitet. Unter demselben liest man folgende Jnscription:
Lbrilkiane Holpes, gni pietatis caula siuc aclvenikli. 8acram Kauretani Lciemvistes chvinis mMeriis öc nnraMIornm gloria toto Orbs terrarnin venerabilem. Hlcfanclkillüna Del 6enitrix Xlaria in I.ucem eclita. Ilic ab snAelo lalutaia. bkio »terniDel Verbum Lara kaöluin ckl. Hano An^eli priinum a kaleliina gci lil^ricum acl-stnxere aä Verkancllum Oppicinin anno luluris bALLXVI. blicolao IV. stinnno?on-tilace. 1'oliea initio ?onti6caws Lonikasii VIII. in kicenum translata props Kecr-netain urbenr in bujus collisnemore saclem anAslornm Opera collocata; ubi locointra»nni lpatium ter eomMukato, bie polirema leclem 6ivinüu8 lixit anno abbinc Wdl.Lx eo tempore tantac klupencla: rei novitate viciniz populis aci »cinnrationem corn-inotis,tnin cieinceps miracnlornm kaina lonAe lategue propaZata, Lancia lnrc clo-
veneratjons Iiabita, cchusparietes nuliis stnncianientis
lnbnixi,
mus msAns apucl omncs Gentes
<> Die LsL 8anka ist zwar mit vier Thüren tallene Arbeit daran wird dem Hieronymus Loyi-versehen, allein die eine ist blind, und das Mau- bardus zugeschrieben,erwerk nur für drcpe durchbrochen. Die me-