von Loreto. 899
fnbiüxl, posi iot leculorum Ltate8 inteZri stsbilesqns permanent. (Jemens VIII.
kontikex ^.:ximu8 in Iioc mararoieo Ispiäe inlcribi juüit. Anno Oomini XIOXLV.
Zu Zelten dieses Pabstes Clemens des achten, war es nicht mehr wahr, daß die Csla8snta auf keinen Fundamenten ruhete, weil nach 1-vusLl.l.lxi Erzählung p. iZ8 solche schonunter Clemens dem siebenten geleget worden waren.
Die Architektur des ganzen Werkes, womit das Haus vou Nazareth umfangen ist,kömmt vom Bramante. Sansovino, Tribulo und Andreas Comucci hatten die Aufsichtüber die Bildhauerwerke, auch selbst die meiste Arbeit dabey. Im Jahre 1579 kam endlichalles zum Stande, und hatte Gregorius der drey,zehnte die Ehre, die letzte Hand an ein soprächtiges Werk zu legen. Es steht solches mitten in einer schönen und weitläufigen Kir-che, daher es vom Winde und Regen nichts zu befürchten hat. Die Pilgrime verrichten ihre Proceßion im
erste Proceßion gemeiniglich knieend um das heilige Haus, wobey jedoch ihnen nichts vorge- knieen.schrieben ist, sondern ihrem andächtigen Eifer überlassen wird, wie oft sie den Kreis machenwollen.
Es wird niemand mit dem Degen oder einem andern Gewehre hinein gelassen, sondern Ablegunges bleibt solches unter der Verwahrung eines Geistlichen, welcher der Thüre des 8an<stnarü desGe-gegenüber sitzt, und auch die kleinen Geschenke an Geld, die man der Kirche zum Besten wchrs.giebt, in Empfang nimmt. Es ist genug, wenn eine Gesellschaft ston zwo bis drey Perso- Geschenke,nen einen Scudo giebt, und eben so viel wird erfodert, wenn man den Schatz besieht. Mitden Geschenken der Pilgrime hat es eine ganz andere Bewandniß, und kann man leicht erach-ten, daß solche jährlich viele tausend Ducaren ausmachen müssen.
Die außerordentliche und fast göttliche Verehrung, welche die Römischkatholischen der SonderbareMutter unsers Heilandes erweisen, ist bekannt: und da die Hochachtung der Reliquien in Heiligkeitden letzten Jahrhunderten aufs äußerste gekommen, so ist leicht zu urtheilen, was für ein Zu- diesesHausts.lauf beständig seyn müsse »ach einem Hause, worinnen die h. Maria gebohren, erzogen, ver-lobet und verheirathet gelebet, die Menschwerdung Christi ihr verkündiget, sie vom heiligenGeiste überschattet worden, und endlich der Heiland selbst einen großen Theil seines Lebenszugebracht hat e). Von diesem letzten Umstände kömmt es auch, daß etliche RömischkaHo- die
lische, wenn man ihnen die Frage vorleget: warum dieses einzige Heiligthum und nicht viel- hjefts Hausmehr andere Andenken der evangelischen Geschichte, sonderlich aber das heilige Grab durch alsz. E dasden Dienst der Engel den Ungläubigen entzogen und in unsere europäische Länder versetzet Grab Christiworden? zur Antwort geben: es sey solches unter andern mit darum geschehen, weil der Hei- aus Judasland nach der Art der andern Menschen jederzeit eine große Liebe vor denjenigen Ort behal- weggebracht?ten, worinnen er wahrender seiner jungen Jahre manche vergnügte Stunden zugebracht habe
Die Anzahl der Pilgrime soll sich vorzeiten in manchem Jahre auf zweymal hundert M;ahl dertausend Seelen belaufen haben. Nachdem aber die protestantische Lehre dem Ablaßhandel Pjlgxjn,.einen großen Abbruch gethan, auch unter denenjenigen, die sich noch zur römischen Kirchebe-kennen, der Eifer zu beschwerlichen Wallfahrten theils sehr erkaltet, theils in andere Orte sichvertheilet, so bleibt es itziger Zeit gemeiniglich bey vierzig bis funfzigtausend Pilgrimen,so ineinem Jahre durch ihre Andacht hieher getrieben werden. Vor etlichen Jahren waren auf ^
einmal neuntausend beysammen, und ist leicht zu ermessen, wie unruhig es bey solcher zahlrei-
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e) Daß Maria nach dem Tode ihres Sohnes in des Evangelisten Johannis Behausung gezo-gen, sieht man snsHoh. i§, 0.27.