Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
905
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von Loreto. 905

leloro anzuführen ist wohl nicht möglich, und begnüge ich mich nur von einigen, welche Verzeichnißvor andern ins Auge fallen, Meldung zu thun, als da sind der vornehin-

1) Die mit Juwelen besetzte königliche Krone und der Zepter, welche Christina, nach steil Stücke,niedergelegter schwedischer Regierung, der h. Mariä als ein Opfer dargebracht hat.

2) Eine mit vielen Rubinen, Perlen und Diamanten gezierte goldene Krone, welcheeine Prinzeßinn von Ragozzi hieher verehret hat.

5) Zweene Corallenaste, die beynahe einer Ellen Hoch sind.

4) Eine Krone aus Lazulistein.

5) Eine Krone aus Achat.

6) Ein Kleid, welches Jsabella, «ine Prinzeßinn aus dem Hause Bourbon und Ge-mahlinn Philipps des vierten, Königs in Spanien getragen und hernach der loretanischenMaria zurechte machen lassen. Solches ist mit sechs tausend sechs hundert und vier undachtzig Diamanten besetzt.

7) Ein Stück Smaragd, so groß als vier Menschenköpfe, in welchem als in eineröckatl-Ics sehr viele andere zusainmen gewachsen liegen. Man zahlet an dem äußersten Um-fange allein hundert und sechs und dreyßig solcher Steine, worunter etliche fast so groß alseine Faust sind. Für dieses kostbare Werk der Natur, welches von Philipp dem viertenKönige in Spanien kömmt, soll ein Engländer neunzig tausend Scudi gebothen haben.

8) In einem andern Schranke zeiget sich ein aus Amethysten mit Golde zusammen ge-setzter Berg, der aber nicht so groß, als das vorige Stück«

9) Eine von besagtem Philipp dem vierten Hieher verehrte Kette des güldenen Vließes,so wegen der vielen und trefflichen Rubinen, Perlen und Diamanten unter die kostbarstenDinge dieses Schatzes gerechnet zu werden verdienet.

ro) Ein goldener mit Rubinen, Opalen, Smaragden, Perlen und Diamanten besetz-ter Leuchter von drey und zwanzig Pfunden und vortrefflicher Arbeit, kömmt vom krincipeLamillo kamst! i.

n) Eine Krone, die aus Perlen und Rubinen zusammen gesetzt ist, kömmt von derRagozzischen Prinzeßinn, deren oben schon Erwähnung geschehen ist.

12) Der Lanon lWlstr, dessen Band mit zwölf großen Topasen gezieret ist, von Fer-dinand dem zweyten, Großherzogen zu Florenz.

iz) Eine Perle, welche deswegen als unschätzbar und für das vornehmste dieses gern-Perle, die «i«zen Schatzes gehalten wird, weil die Natur auf selbiger das Bkldniß der h. Mariä, die gleich- Marienbildsam auf einer Wolke sitzt und das Kind Jesus auf dem Arme Halt, ausgedrücket hat. Die vorstellt-Kunst hat Hiebey nichts gethan, weil die Perlen sich nicht verarbeiten lassen; dieses aber istnicht zu leugnen, daß die Phantasie den Augen sehr zu Hülfe kommen muß, wenn man dasdeutliche Bild der h. Mariä finden will. Indessen bleibt dieses Stück (dessen Geber sichaus Demuth nicht hat kund machen wollen) allezeit wegen seiner ansehnlichen Größe vonvielem Werthe, obgleich der daher genommene Beweis für die Anbethung der Maria aufschlechtem Grunde beruhet. Der Chevalier Hans Sloane besitzt zu London eine schonePerle, an welcher viele andere in der Gestalt einer Weintraube zusammen gewachsen sind (*).

Man

<*) Es ist dieses nicht das erste mal, da der niger Zeit «inen öffentlichen ParlamentsschlußVerfasser des Sloanischen Naturalienkabmets erwartet hat, welcher die Zerstreuung eines sogedenket. Und es ist dasselbe in der That von vorzüglichen Schatzes von Seltenheiten nachso ausnehmender Pracht, daß man schon seit ei- dem Ableben des itzigen Besitzers verhüten soll.

Zzz jj