Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
929
JPEG-Download
 

von Ancona nach Cervia. 929

Dieser niedrigere Strich Landes erstrecket sich über eine halbe Stunde in seiner Länge, unddie Breite ist an etlichen Orten nicht viel geringer. Die Hitze der Sonne verzehret allhierdas flüchtige Wasser dergestalt, daß das Salz, welches hernach rassiniret werden kann, mitgroßem Vortheile der pabstlichen Kammer, zurück bleibt. Die pabstliche über den apenni-nischen Gebirgen liegende Provinzen, Urbino, Ferrara, Ancona, Bologna und Romagnabekommen ihr meistes Salz hieraus.

Hinter Rimiui fängt zwar das Land schon an schlecht zu werden; allein so unfruchtbar Unfruchtbareist es nirgends als zwischen Cervia und Ravenna, da man an dem Ufer der See nichts als Gegend.Sand, und in dem Lande nur Moraste, Binsen und dergleichen antrifft.

Drey bis vier Meilen vor Ravenna kömmt man durch einen Wald K), der aus l'i^ni Wald vonbesteht, welche Bäume vollkommen den Fichten oder vielmehr Führen gleichen, amgenom-men, daß sie sich oben in breite Kronen ausbreiten, und ihr Holz nach Gewürze riecht. IhreFrucht, I'lZng genannt, ist dicker als die Tannzapfen und begiebt sich von einander, wennman sie auf Kohlen leget, dergestalt, daß man die Kerne heraus nehmen und entweder ohnefernere Zubereitung essen öder an Brühen verbrauchen kann. Man treibt hier vielen Han-del damit. Die trocknen Hülsen geben ein Helles und schönes Feuer, daher sie vornehmlichin Kaminen verbraucht werden.

Zwo italienische Meilen vor Ravenna kömmt man nächst am Kloster Glaste vor- Kloster I»bey, welches dem h. Apollinaris zu Ehren im Jahre zzg angefangen, 548 vollendet, und jm^^-Jahre 1721, lmrocentio Xlll. 6c Gornelio LeMivolo Garckin. I_wA3to lecientibus, (wie eineJnscription rechter Hand in der Galerie vor der Kirche meldet) erneuert worden. Die . .ckrcs nennen sich öcknnacbnZ Llssteniös, wie auch Gainalstuleules. Die Thüren der Kirche Somme"stunden dieses mal offen, es war aber weder in derselben noch in dem Kloster eine lebende ^dig.

Seele anzutreffen; weil die Mönche wegen der ungesunden Luft dieser Gegend, sobald dieJahreszeit anfängt warm zu werden, das Kloster verlassen , und den Sommer in Ravennazubringen. Die Kirche hat auf jeder Seite zwölf trefflich schöne Seulen von weiß grauem Kirche.Marmor, und in allen zehn große steinerne Särge, worinnen Bischöfe von Ravenna (dereneinige in den kchitapbiiL 8sn<stistmn und ter beatlstimi genennt werden) begraben liegen.

Inwendig über dem Haupteingange deutet eine Jnscription an, daß im Jahre i6;z der Leibdes h. Apollinaris aus Ravenna wieder hieher gebracht worden sey. »Rechter Hand, wennman gegen den Hauptaltar geht, zeiget sich an der Mauer eine mit eisernem Gitterwerke ein-gefaßte Fußstapfe, welche Gregorius der große, da er wegen der Heiligkeit dieses Ortes in Fußstapfeeine Entzückung gerathen, dem Steine eingedruckt hinterlassen. Die Stellung des Fußes Gregoriusist also beschaffen, daß es scheint, es habe der Heilige vielmehr zur Kirche hinaus, als hinein des r-ropen.gehen wollen. Die Thür, wodurch Gregorius der große in die Kirche getreten, ist anitztvermauert, und liest man über derselben:

O. o. Xl. 8an6lumOreAvrium XI.kontistceln ter maximuin^ . kor jannam b-mc

Demplum inArestientemOb locl lbliölitatem 6c lnsjeckaternIn oxüastn raptum,

Vcli-l-

6) Dieses WalKK gedenket schon io«.xa.nvLs <ie red. 6otblcks.

Ccc ccc