Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
933
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von Ravenna nach Imola. 9ZZ

ger hatten, den Namen erhalten. Srrabo beschreibt Ravenna als eine Stadt, deren Ge- sehr sichbände vermittelst lauter Pilotirung aus dem Moraste sind Wasser aufgeführet und oftmals der Grund ^gen Wasserschaden unterworfen waren. Er gedenkt dabey, daß man sich vieler Brücken und Boden zuoder auch der Kahne bedienen müsse, um in der Stadt fortzukommen. Wie sehr sich aber Ravenna ver-alles dieses geändert, sollte man kaum glauben können, wenn solches der Augenschein nicht ^bert.offenbar an den Tag legte. Denn daß die heutige Stadt auf eben dem Platze stehe, welchensie voralters eingenommen, setzen sowohl' ihre Mauern als andere Alterthümer außer allenZweifel. Man kann aber anitzt vollkommen von ihrer Gegend nach der See sagen, wasiDvidius bey anderer Gelegenheit meldet:

- - - viäi käcstgz ex seguore terras,

klt procul a pelaAo conclise jaeuers marinse.

Diese Veränderung hat sich nicht erst in neuern Zeiten zugetragen, sondern schon Io»-nandes, der gegen die Mitte des sechsten Jahrhunderts gelebet, meldet, daß zu seiner Zeitder Hafen in fruchtbare Gärten verwandelt gewesen, und an statt der Segel die Aepfelvon den Bäumen gehangen ö).

Der ehemalige Pharus c), der meist verfallen und anderthalb Meilen von der Stadt Ehemaligerentfernet ist, dienet heutiges Tages zu nichts, und muß von dem Fanal, der in der Stadt Pharus-nahe beymkr>Ir>220 cli 8 pretü ist, unterschieden werden. Dieser ist viereckigt, nicht gänzlichgerade oder perpendicular, sondern auf die eine Seite hängend. Wenn das Meer wegender Seeräuber unsicher ist, wird von demselben den Barken mit Lampen oder einem Feuerdas benöthigte Zeichen gegeben.

Den großen Markt der Stadt zieren zwo hohe Seulen von Granit, auf welchen die Seulen aufStatuen der Heiligen St. Victor und St. Apollinaris anitzt stehen, anstatt daß vorher und Markte,so lange dieser Ort der venetianischen Bothmaßigkeit unterworfen gewesen, das venetianischeWapen und die Schutzpatronen solcher Republik daraus zu sehen waren. Aus eben diesem StatueAlex-Platze ist die metallene Statue des PabsteS Alexanders des siebenten aufgerichtet, und zwar anders dessitzend, wie man insgemein dergleichen Statthalter Christi in öffentlichen Denkmaalcn vor- siebenten,zustellen pflegt. Hinter ihm beflndet sich ein Monument und Inskription an der Wand Aenkmaaleines Hauses, womit die Stadt der heil. Maria wegen der im Jahre i 6 zi abgewandtenPest, ob gleich solche in der ganzen Nachbarschaft gewüthet hatte, ihre Dankbarkeit bezeu- h. Maria,gen wollen.

Ferner hängen unter etlichen Arkaden des Marktes acht eherne kleine Gitter, welche xhore vonman für Pforten, so der Stadt Pavia abgenommen worden, ausgiebt und als ein Sieges- Gasa.zeichen, das die Tapferkeit der Einwohner von Ravenna an den Tag legen soll, aufhebt.

Das gemeine Volk glaubt, daß sie ursprünglich aus dem gelobten Lande kommen, und die-

jenigen seyn, welche Simson aus Gasa weggetragen, welches ihm wenigstens nicht allzu-große Mühe verursachet haben kann.

Ccccccz An

zu Ravenna zwey hundert und fünfzig Schiffe auch k>» ä'^rZenm genennet wird, noch sieben

sicher haben liegen können, muß in einem der und mehr italienische Meilen von Ravenna ge-

verlohrnen Stücke des besagten Autoris enthal- gen Mitternacht entfernet.

ten gewesen seyn, weil man es in den Werken, c) rrinivs ttiii. lib. XXXVI, c. ir:

welche wir anitzt noch vom Dro haben, verge- (/ckexsnsirini)

bens suchet. Daß aber der Po jemals der Stadt /«i v/le,r.'/er-e, xo»-

gegen Mittag gewesen seyn solle, ist nicht wohl /co/5

möglich, und bleibt auch der Arm dieses Flusses, »r

der von Ferrara kömmt, und dö M?rimsro,wie