Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
943
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von der Stadt' Bologna. 94Z

wähnte holländische Sekdenmühle, die einem Kaufmanne in Amsterdam zusteht, hat zwarnicht so viele Spulen als die meisten bolognesischen Werke, allein sie ist an einem Hellern undgeräumigern Orte, als man in den Fabriken von Bologna insgemein findet, angeleget, da-her sie ein Reisender mit mehrerm Vergnügen besieht.

Die Damaste , Satin, Tastet und Sammet von verschiedenen Arten, so in Bologna Handlungverfertiget werden, sind in großem Rufe. Mit Flachse und Hanfe treibt die Stadt auch der Stadt,große Handlung, und wird der letztere häufig nach Venedig in das Arsenal zu Segeln, Stri-cken und Tauen gebracht. Mit Oele und Weine, so in dieser Gegend wachst, werden auchauswärtige Provinzen versehen. Der Wein wird wegen seiner Stärke gleich anfänglich Vermischungund beym Keltern mit einem vierten Theile Wassers vermischet, zum Gebrauche der Messe des Weins,aber besonders und rein verfertiget. Mail kann solchen in den Klöstern zu kosten bekommen.

Die vielen Nußbäume, welche um Bologna wachsen, geben zu vielerley artiger Holz-arbeit, und die Menge der Quitten, die von trefflicher Größe und "gutem Geschmacke sind,zu mancherley Confitüren, so außer Landes verführet werden, Gelegenheit. Man handeltauch mit allerley Essenzen und ^gua vitn, Waschseife und Schnupftobacke. Der Theriac Arzeneyen,wird jährlich vor jedermanns Augen und mit vielem Gepränge in dem 8tuciio pnblicu zube-reitet, auch ein anderes Mittel wider Gift, l'Llettuario 6i bckartino genannt, allhier gemachtund gar hoch geachtet. In der Gegend des Flusses Setta findet sich gutes Bergkrystall, soin Bologna zu Tobackdosen, Kronenleuchtern und dergleichen Meublen verarbeitet wird.

Das Frauenzimmer in den Klöstern ist in Verfertigung der schönsten Muhmen aus Silber, KünstlicheSeide, Nesseltuch, Schmelzarbeit, Hausblasen rc. sehr geschickt: und ob zwar das beste da- Muhmen,von nur-zu Geschenken gebraucht wird; so sind doch viele solche Zic'rrathen auch in Kramlädenfeil, aus welchen sie in fremde Länder verhandelt werden. Gleiche Bewandniß hat es mitmancherley Früchten aus Wachs, in welchen man die Natur auf das beste nachzuahmenweis.

Ehemals zog die kleine Art von Hunden, die man von Bologna kommen ließ, jährlich Anmerkungnicht wenig Geld dahin; allein heut zu Tage ist Rian von dieser Schwachheit sehr zurück ge- über die Be-kommen: und weil keine sonderliche Nachfrage mehr darnach geschieht, so werden davon logneserwenige aufgezogen, dergestalt, daß sie in Bologna selbst anfangen seltner zu werden, und Hunde,man für das Stück, wenn es nur ein wenig fein und schön ist, vier bis fünf Louis d'or zah-len muß. Wie etliche vorgeben, so wird das Wachsthum dieser Thiere sehr verhindert, wenn Wie derglei-sie alsbald nach ihrer Geburt, und hernach ferner mit Spleiru Vini an den Füßen lind Rück- chen Thieregrade öfters gewaschen werden. Die Ursache davon kann in der Austrocknung der Säfte klein i» be-gesilchet werden, und vielleicht die Wirkung-selbst in der That mehr gegründet seyn, als palten,wenn (in den dckilcellsneis Lmlolls öckeäico- vllci8 Lcaäemis: dlaturn curlolorum, dieim Jahre 1670 zu Leipzig heraus gekommen) behauptet wird, man könne dadurch, daß dasRückgrad der neugebohrnen Kinder mit dem Fette von Ratzen, Fledermäusen und Maul-würfen geschmieret würde, sehr kleine Zwarge ziehen. Honig und Wachs ist in dieser Ge-gend in solcher Menge zu haben, daß man auch den Nachbarn davon mittheilen kann.

Die Eßwaaren finden sich in Menge und sonderbarer Güte. St. Marco und il ke- WirchHau-lozrino sind schon seit vielen Jahren die besten Wirthshäuser, welche man auf der ganzen fer.

Reise durch Italien antrifft. Das Federvieh überhaupt ist groß und Wohlgeschmäcke, vor-nehmlich aber muß solches von den Tauben der hiesigen Gegend und der ganzen Lombardie Trefflichegerühmet werden. Die bolognesischen Cervellat - wie auch andere geräucherte Würste, ( ü> 1 - Tauben,ücie, «EtaetoUe Ac.) Zungen und gesalzenes Fleisch sind durch ganz Europa bekannt, und

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