von der Stadt Bologna. 947
sen; es wahrste aber sticht sänge, so machten die Pabste eine Gerechtigkeit daraus: und liestman mit Verwunderung, wie der Kaiser Friedrich der erste nach langem Weigern von denbey sich habenden Fürsten lind Ständen, kraft dieser alten Gewohnheit, dahin vermocht wor-den, daß er dem Pabste Adrian dem vierten den Steigbügel gehalten. Ehe sich der Kaiserzu solcher Erniedrigung verstund, ließ ihn der Pabst zum Fußküssen, das oloustun pacis aberoder den Friedenökuß versagte er ihm c). Nach solcher Zeit ist dergleichen Anmuthen mitmehrern Zusahen dem Cerünomgli ftomano </) als ein ausgemachtes Recht einverleibet wor-den, welchem sich aber in diesem Stücke vermuthlich auch die dem päbstlichen Stuhle ameifrigsten ergebene weltliche Herren nicht mehr unterwerfen werden, seit dem die Reforma-tion in vielen Dingen auch den römischkatholischen Layen die Augen geöffnet hat. BeymMatthäus c. 20, 26 heißt es: liVer der Vornehmste unter des Heilandes Jüngernseyn wolle, solle der andern Rnecht oder Diener werden, und vermuthlich habendiePabste auf diesen Text ge;ielet,wenn sie sich 8orvos 8ervorum (**) genennet e); allein keinJoch ist jemals schwerer gewesen als dasjenige, welches diese Knechte ihren Mitknechten auf-geleget haben, wo sich nur die geringste Gelegenheit dazu geäußert hak. krscwxtu casti ca-^>tant terras.
Eine an dem krontilpicio dieses päbstlichen Pallastes befindliche Jnscription betrifftdie Pest, mit welcher imJahre 1650 diese Gegend dergestalt heimgesuchet worden, daß in derStadt drey und zwanzigtausend vierhundert und acht und achtzig, und in dem dazu gehörigenStriche Landes achtzehntausend Menschen daran gestorben sind. Die endliche Nachlaffungderselben wird der h. Maria einzig und allein zugeschrieben, und ist das Denkmaal in folgen-den Worten verfasset:
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Vor autem, gusr marmor die ^rreco uuiiciat, auäitsO 8ecula!
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ol) derimanucke kam. H I, 8. IH, c. z:
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(**) Pabst Gregorins der große ist der erste,der diesen scheinheiligen Titel auf seine Nachfol-ger fortgepflanzet hat. Johannes Iejunator,der damalige Patriarch zu Konstantinopel, hat-te sich den Namen eines allgemeinen Bischofsangemaßet. Einen so unbändigen Stolz suchteder arglistige Gregorius durch seine verstellteDemuth zu beschämen. Baronm« erhebt dieseHerablassung mit prächtigen Lobsprüchen, und
versichert, daß die römischen Bischöfe dem Bil-de der Erniedrigung Christi damals am ähnlich-sten worden sind. Schade ist es nur, daß dieStatthalter Christi das reizende Bild der De-muth entweder nicht lange, oder niemals imrechten Ernste an sich getragen, und daß schonBonifacius der dritte den Namen eines allgemei-nen Bischofs mit vieler Ehrsucht angenommen.
e) Gleichwie es wahrscheinlich ist, daß eineSecte oder Eintheilung der Francisianermönchesich den Namen von Mnimis beygelegt, weilChristus saget, er wolle dasjenige, was man ei-nem von den Kleinsten, so an ihn glauben (uniex miniiuis), zu gute gethan, vergelten und an-sehen, als sep.es ihm selbst erwiesen worden.
Wie Fried-rich der ersteden Steigbü-gel hat hal-ten müssen.
Denkmaalder Pest vomJahre i6^»>