Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
951
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von der Stadt Bologna. 95r

einer Minute vierzehn bis sechszehn Stücke gepräget werden. Das Münzrecht hat die Stadtim Jahre 1291 vom Kaiser Heinrich dem fünften erhalten, und führet sie wegen der ehemalsberühmten Universität auf ihren großen Münzsorten die Worte: Lononla ciocet, auf derScheidemünze aber das allhier nicht viel bedeutende Wort: Diberms.

Liebhaber der Malerey finden in den Privatpallästen der Stadt genügsame Gelegenheitihre Neugierigkeit zu stillen.

Der k-rlsrLo koniiZIioli hat außer vielen schönen Gemälden der Caracci, auch bey Gemälde imfünfzig Deckeln; oder Zeichnungen der berühmtesten Meister, worunter sich der bethlehemi- Pallastetische Kindermord vom Raphael d'Urbino, nebst der Ankunft der VeturiX in dem coriolani- Lonllxüoü.sehen Lager vom Baptista Franco befindet r). Alle diese Stücke sind zu mehrerer Sicher-heit wider den Staub und das viele Anrühren mit Spiegelglas bedecket, welches ihrer Schön-heit keinen geringen Zusatz giebt.

Der cie' LsmpeM ist von Quaderstücken, so als geschliffene Diamanten er- kalsrro «le'höhet sind, aufgeführet, und dienete ehemals dem Kaiser Karl dem fünften zur Wohnung. OsmpegZuUnter Julius dem dritten und Paul dem dritten hielten die zum tridentinischen Concilio ver-ordneten Bischöfe und Prälaten darinnen ihre Zusammenkunft, als sie im Jahre 1547 we-gen der ungesunden 'Luft aus Trident gewichen waren. In dem Garten liegt ein weißer Lö-we, der vormals von den Venetianern zu Ravenna ausgerichtet, nachmals aber, da solcheStadt sich unter pabstliche Bothmäßigkeit bequemen mußte, hieher gebracht worden.

Der weitläustige Pallast, welchen die Familie der Bentivogli vor alten Zeiten in Bo- Pallast deßsogna hatte, wurde im 1507 Jahre, als sie selbst die Stadt räumen mußten,^sm Volke gänz- Bentivogli.lich verwüstet, und dem Erdboden gleich gemacht. Die Bentivogli aber haben dafür inneuern Zeiten ein schönes Gebäude in einer andern Gegend der Stadt aufführen lassen.

Vor allen verdienet der caprarische Pallast wegen seiner vortrefflichen doppelten Treppe, Trefflichergroßen Spiegeln (die sonst in andern italienischen Häusern selten anzutreffen oder schlecht Pallast vonsind), auserlesenen Tapeten und andern kostbaren Meublen in Augenschein genommen zu Caprara.werden. Insbesondere bemerket man vjple künstliche Kästchen von eingelegter florentinischerArbeit; eines von erhabener Perlenmutter; eines woran sechs große und eben so viele klei-nere Seulen von Lrickcklo cki Koeca zu sehen; mancherley kleine Arbeit in Holz und Wachs,und des Generals Caprara meßingenes Brustbild, so auf einem Türken ruhet und ein Pie-destal von rothem Porphyr hat- In den vier Ecken einer wohlangelegten Galerie sind Ka-binete mit Muscheln und Seegewächsen angefüllet; auf beyden Seiten aber zeigen sich viergroße Tische voll türkischer Eß- und Trinkgeschirre, Gürtel, Geld und Hausrath, die Schreib-kästchen des Teckeli und Ragozzi, zween mit Diamanten besetzte Degen, deren der eine vomKaiser Leopold, der andere aber vom Könige in Pohlen Augusts, dem General Caprara ver-ehret worden, das goldene Vließ und'viele andere Kostbarkeiten, die mit einem gläsernen Ge-häuse bedecket und mit darüber stehenden kleinen Statuen von Metall gezieret sind. DieWände sind mit türkischem Gewehre in Figuren von Siegeszeichen oder 'Dropluri; behängt.

In eben dieser Galerie sieht man viele schöne Gemälde, worunter der Tod des Brangandini,welchen die Türken schinden lassen, auf Holz ist, etliche große krystallene Kronenleuchter,zween schöne mit florentinischer Arbeit eingelegte Tische, und viele große Gefäße aus Silber.

Der letzte von dem männlichen Stamme der Caprara ist im 1724 Jahre gestorben , und seine

Tochter

?) l.iviV8 üb. II, c. 40 nennet des Corio- kehret es um. Dem l-ivio folgetlanus Mutter Bettina, und dessen Frau Vo- evvnei.ivs vicrok äe Virü ckluüridus.lumnia; ri-vinuclivs aber in Horiolanv