vor: Modem und Reggio. 99z
Es ist bekannt, daß man in den holländischen und frießländischen Torfgruben oder Bee-ilen öfters Asche, Kohlen, Knochen, Topfscherben, Bäume und dergleichen findet. Daßsolche aber durch eine Wasserfluth überschwemmet und begraben worden, kann man auch dar-aus abnehmen, daß alle solche Bäume einerley Lage haben, indem sie mit ihren Aesten oderKronen nach der Gegend zwischen Osten und Norden liegen, die Wurzeln aber nach Süd-westen kehren.' .
In dem modenesischen Gebiethe, vornehmlich bey St. Polo, nicht weit von Reggio,findet man eine treffliche alcalische Erde, die von den Italienern leer!, Vereine aurea ge-nennet wird. Bisweilen trifft man sie als Pulver, bisweilen als einen fetten und öligenTusstekN an. Man bereitet sie zu einem Mehle, welches so fein als vom kmisto, weich,weiß und ohne den geringsten Geschmack ist. Zu Venedig machet man viel Wesens dar-aus,ffnd setzet sie der'IerrX Lmni-e, dem Kalo bimwo und der 'll eir'-L 8iIelmcL an die Sei-te, als ein kräftiges Mittel wider Gift, Fieber,'Disenterie und das malum b^ocftonärja-cumF).
Unten am Berge des (Ällello äi klonte karanrone und zwar in einem Orte il km-rnetto genannt, grabt man Brunnen, die dreyßig, vierzig und mehr Ellen tief sind, da sichdenn mit dem Wasser auch ein auf demselben schwimmendes Oel eräuget. Dieses ist dasOZlio cst ddipbr-i oder Olio cll 8gllo, so auch ketroleum genennet wird. Im Herbste undFrühlinge fließt es am meisten zu, und nimmt man es alle vierzehn Tage aus den verschlos-senen Brunnen. Seine Farbe ist rörhlrch: und wenn ein solcher Brunnen vertrocknet, gräbtman ihn nur tiefer oder leget einen neuen an. Außer diesen sind beym Laüells äi klon?te 6ibbio drey dergleichen Brunnen, die nicht aufhören zu fließen. Das Oel, so sie geben,ist von gelblicher Farbe und das beste dieser Lande. Das'?etroIsum wird zu Einbalsami-rungen, Firnissen, Farben und Arzeneyen gebraucht, und nicht nur allhicr, sondern auch indem Parmesanischen, desgleichen im Neapolitanischen, in Sicilien, etlichen Inseln des Arcbi-zwbiAi, Indien, in den mittäglichen Gegenden des Königreichs Frankreich, und andern Or-ten gefunden /').
Etliche Gelehrte halten es für eine 8peciem luccinl liguiäi , so nach seiner Verhärtungden Namen von Bernstein bekömmt: und gründet sich diese Meynung auf des vocoonizBericht, daß er mitten in einem Stücke Börnstein etliche Tropfen kerrolei gesunden, unddaß der Bernstein in Sicilien nur an den Küsten/wo kstroleu.n sich eräuget,'an andernaber nicht, angetroffen werde. Wie weit der Satz des eines Dänen, der
von diesem Oele insbesondere geschrieben hat, gegründet sey, nämlich daß es hart und loüäowürde, wenn man es mit 8pirim Kiwi koche, habe ich noch keine Gelegenheit zu untersuchengehabt. Dieses ist indessen ausgemacht, daß das Meerwasser bey der Hervorbringung desBörnsteins.nicht nöthig sey, weil man solchen auch in Gegenden, die weit von der offenba-ren See entfernet sind, antrifft. Das Harz der Fichten oder Tannen hat gleichfalls nichtsdabey zu thun. Beydes bezeugen die Gegenden von Folignö, Ancona und Sessa im päbst-lichen Gebiethe, in welchen nicht wenig Börnstein, Schwefel und verschiedene Bergharzeausgegraben, aber keine Fichtenwälder gefunden werden. Bey Quercola und ol 8ssio ,'mModenesischen ist der Börnstein gleichfalls nicht rar, und zwar in einem Erdreiche, in wel-ches sich vieles kotroleum gezogen hat. In den lüneburgischen Landen habe ich selbst an
vielen
F) Lonk. nocmonis Oklervst. klixk. VI.
L c- L L 0 1». Oblervst. kvyllc. V, XXX, XXXI.
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Lage derBäume inden Torf-Veenen.
I'errs Ver-eine surca.
Ihr Medici-nischer Ge-brauch.
Oßllo rli
d-ispkm oder
ketroleuui.
Vom Ur-sprünge desBörnstein-.