Pallasten zu Venedig. 1125
Die Franzosen haben die Kunst, das Glaß zu gießen, erfunden, da sie es anfänglich wie dieVenetianer zu blasen pflegten. Ich glaube wohl, daß durch die lehre Art und die imSchwingen mit unterlaufende Bewegung das Glas reiner gemacht, auch die zarten Luft-bläschen besser herausgebracht werden; allein die Lunge eines Menschen ist nicht zulänglich,mit Blasen dasjenige in der Größe auszurichten, was durch den Guß erhalten wird, daman in Frankreich die Spiegel auf eine Höhe von hundert und fünf Zollen gebracht, anstattman sich bey dekn Blasen mit einer Höhe von etwan fünfzig Zollen begnügen lassen muß.Dieses machet auch die venetianischen Spiegel, welche ein wenig groß sind, außerordentlichtheuer, anstatt daß ihiger Zeit der Preis vom Spiegelglase in Paris gar wohlfeil ist undz. E. ein Spiegel, der vierzehn Zolle hoch und zwölf Zolle breit ist, nur für sechs Livres ausder ersten Hand verkaufet wird. Die übrigen Preise steigen zu Paris in folgender Pro-portion, daß ein Spiegel der
hoch ist
breit
Livres
20
Zolle und
16 Zolle,
kostet
-5
2Z
r
-
20
-
- -
27
zo
-
-
24
-
-
52
35
-
-
26
-
-
IOO
40
-
-
30
-
-
150
45
-
-
33
-
-
200
50
-
-
35
-
-
255
55
-
-
38
-
-
325
6o
-
-
40
-
-
400
65
-
-
43
-
-
510
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-
-
45
-
-
620
75
-
-
48
-
-
780
80
-
-
50
-
-
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85
-
-
53
-
-
1515
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-
-
55
-
-
2ooc^
95
-
-
58
-
-
2520
IOO -
-
60
-
-
3000
Die Polirfabrike in der küe 8. ^moins zu Paris ist unter dem StaatsministerColbert im Jahre i665 angerichtet worden, und arbeiten bey vierhundert Menschen dar-innen. Die Gießung der Spiegel wird zu Cherbourg und St. Gobin verrichtet. Ehe-mals nahmen die Franzosen alle ihre Spiegel von Venedig, diese Zeiten aber sind vorbey,und hat man auch in England, «Lachsen, zu Berlin und im Herzogrhume Würtemberg dieSpiegel- und Glasfabriken zu einer großen Vollkommenheit gebracht.
Man verfertiget zu Murano unter andern auch eine Menge gläserner, kleiner und höh- Zubereitunglcr Röhren (dergleichen man zu 'Icheimnmetns brauchet) von verschiedenen Farben und der>tsrx,ri-werden daraus in Venedig die so genannte ^lgrAsritini oder gläserne Corallen, so dem ge-meinen Weibsvolke zum Zierrarhe um die Hand oder den Hals dienen, gemacht. Diegroßen brauchet man zu Rosenkränzen. Diese Arbeit geht mit vieler Geschwindigkeit vonstarten, und nimmt der Meister eine ganze Hand voll solcher langen Röhrchen, welche ernahe hinter einander mit einem Eisen abstößt. Diese kurzen Lyllnelli werden mit Aschegemischet und in einer eisernen Pfanne über das Feuer gebracht, da dann die spitzigen Ende
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