Band 
[Zweyte Abtheilung.]
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1124
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H24

Medaillen/so ihm zu Eh-ren gepra-get worden.

Insel Mu-rano.

Spiegelfa-

briken.

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Lcrglei-chnng mitdem parisi-schen unddresdeni-sehen.

I.XXV. Brief. Voll den

UebrigenS verdienen noch drey in Nürnberg auf ihn geprägte Medaillen angeführetzu werden, deren die erste auf der einen Seite des Feldmarschallö Brustbild vorstellet mitder Umschrift:

Xl-Ittli. sob. 8. I. Lom. cio 8cliuIenbul-A 8er. ksip. Ven. XlaeeLb. 6en. Lor-c^rse kropuZnator.

Auf dem Reverse ist das gräfliche Schulemburgische Wapen zu sehen mit der Um-schrift:

Ab iplocluLik opes onüiiumgue kerro«

non>vr. I. 4, c. 4.

Die andere Medaille hat das Brustbild und die Umschrift mit der ersten überein, aufder andern Seite aber zeiget sich der Plan und die Belagerung der Insel Corfu nebst denWorten:

Aussücüs Vouetum virttiz OernmnL tuetur.

In der Lxei-AUL liest man:

Lorcxrain

v. xxn. AuZ. A. xivccvi.

Das dritte Schaustück ist auf der einen Seite mit einem Lorberkranze gezieret, wel-cher die obangeführre Schrift, welche an der in Corfu aufgerichteten Ehrenfeule eingegrabenist, in sich fasset. Auf der andern Seite fällt die Statue selbst und in dem Prospekt die In-sel Corfu in das Gesicht mit der Umschrift:

8emper Kollos nomengue tuum lauöesgue irmnebunt.

Die Insel Murano, so nur eine kleine Meile von Venedig entfernet ist, hat ihren ei-genen Magistrat, und, wie man vorgiebt, achtzehn tausend Einwohner.

Die schönen Spiegel und andere künstliche Glasarbeit, welche allhier verfertiget wer-den, haben ihren Namen auch anderwärts berühmt gemacht. Indessen ist der 'Handel da-mit um ein großes gefallen, nachdem man auch in andern Ländern gute Glasfabriken an-gelegt, welche es den venetianischen (weil in Murano die Spiegel nur geblasen, an andernOrten aber gegossen werden) an Größe weit zuvor thun. Das venetianische Glas ist sehrrein und geschmeidig, daher es sich leicht schmelzen und besser als anderes zu künstlicher Ar-beit verbrauchen laßt. Ihre besten Kieselsteine, (moAoÜ genannt, so zu Pulver gestoßenund mit feiner Asche vermischet werden, kommen aus dem Po-Flusse und geben an der weißenFarbe dem Alabaster nichts nach. Man machet hier gar keine Schwierigkeiten, den Frem-den alles und so lange sie es wollen, in Augenschein nehmen zu lassen, anstatt daß man inParis öfters umsonst anfragen muß.

Ueber dieses Mistrauen der Franzosen man hat sich desto mehr zu verwundern, da inParis die in der kicaräie gegossene Spiegel nur poliret und mit Quecksilber belegt werden, undhingegen die dresdenische Polirmühle, welche wegen ihrer künstlichen und vorrheilhaftenEinrichtung der parisischen Fabrike um vieles vorzuziehen ist, ohne Bedenken einem je-den gezeiget wird. Wenn zu Murany ein großer Klumpe von der feurigen Glasmasse, soviel es möglich ist, aufgeblasen worden, schwinget man ihn so lange, bis ein langer Colin-der daraus wird, welcher vermittelst eines unten hinein gestochenen Loches ganz hohl und her-nach auf einer flachen Schaufel aufgeschnitten wird, also, daß ein ebenes und ausgearbeite-tes Stück herauskömmt, welches sich in dem Ofen noch mehr ausbreitet, etlichemal beschnit-ten und hernach in den Kühlofen gebracht wird. Diese ganze Arbeit erfodert nur sechs bissieben Minuten, währender welcher der Spiegel zehn bis zwölf mal ins Feuer kömmt.