Andere kost-bare Gebäu-de-
1226 I.XXXI. Brief. Nachrichten
men ließ, verhaßt abzumalen. Mansfeld steckte über dreymal hundert tausend Thaler indieses kostbare Werk, ohne es in Stand zu bringen; Seine Erben verkauften es für fünfzigtausend Gulden an den itzigen Oberstallmeister den Fürsten von Schwarzenberg r), welcherauch wohl noch drey hundert tausend Thaler darein verwandt hat. Die darinnen befindli-chen schönen Säle, Treppen, marmorne Tische, Spiegel, Porzellane, Schildereyen, Betten undandere kostbare Gerüche machen es zu einem der vornehmsten Palläste in und um Wien.Die im Garten befindliche zahlreiche und starke Orangerie steht nicht in Kästen oder Besäs-sen, sondern in freyer Erde und wird des Winters mit besonders dazu verfertigten Häusern,so geheizet werden können, eingefasset und bedecket. Die Alleen, bosguels und Wasserkünstesind sehr angenehm. Letztere werden durch eine hydraulische Maschine, die bloß durch *Feuer getrieben wird, mit Wasser versehen. Es kostet solche bey zwanzig tausend Gulden,und vermittelst anderthalb Klaftern Holzes werden innerhalb vier und zwanzig Stundeneilf tausend acht hu... nt und achtzig Eimer Wasser in das oberste und größte Reservatoirgebracht. Nachdem das Wasser durch die Fontainen des Gartens gelaufen, sammlet essich wieder unter der gemeldten hydraulischen Maschine und bleibt also beständig in der Cir-kulation. Joseph Emanuel Fischer von Erlach, kaiserlicher Baumeister, hat dieses Werkim Jahre 1722 angelegt, die Erfindung aber ist nicht von ihm, sondern man hat sie derenglischen Nation zu danken. Die ersten Proben davon im Kleinen habe ich im Jahre 1718vor der englischen Societät der Wissenschaften zu London machen sehen, und gebraucht mansich dieser Bequemlichkeit nicht nur in etlichen schottländischen Steinkohlen-Minen und verschie-denen enlischen Gärten, sondern auch in der Themse zu London um das ganze erhabene Quar-tier, so ^orcK-builäinAs genennet wird, mit Wasser zu versehen.
Das hydraulische Werk in dem fürstlichen Schwarzenbergischen Garten ist nur vonmittelmäßiger Größe. Der kupferne Kessel halt sechs Schuhe im Diameter. Der Cy-linder ist neun Schuhe hoch, tausend zwey hundert Pfund schwer, eines starken Fingers dick,hält im Diameter zween Schuhe, ist von Metall gegossen, inwendig ausgebohret, und wohlpoliret. Der Hebebaum hat vier und zwanzig Schuhe in der Länge, zween Schuhe in derBreite und achtzehn Zoll in der Dicke., Eine einzige Person ist zulänglich alle Arbeitund Aufsicht bey dieser Maschine, wenn sie erst einmal im Gange ist, abzuwarten, undwird das Wasser, wenn man nach der Perpendicularlinie rechnet, fünf und siebenzig Schuhehoch getrieben.
Außer den schon angeführten Pallasten verdienen gesehen zu werden: die königlich-böhmische Kanzley in der Wipplinger Straße; der Trautsonische Pallast; des maylandi-schen Gouverneurs Grafen von Daun Pallast am Schottenplatze; das Breunerifche Hausvor dem Schottenthore in der Warningergaffe; des Marquis de Rofrano, Prinzen von Co-pece Pallast vor dem Burgthore an der Josephstadt; daö gräflich Harrachische Haus; dasCaprarische in der Wallerstraße; das gräflich Stratmannische in der Schenkstraße; dasQuestenbergische in der Johannisgasse; des Grafen Thomas Gundacker von StahrembergPallast und Garten unweit der kaiserlichen Favorit«; die so genannte Mehlgrube in derStadt; des Grafen Joh. Wenzel von Gallas Gebäude; des Grafen Adam von Ba-thyan und des Grafen Gundacker von Althan Palläste; des Erzbischofs von Valenz« Gar-tenhaus ; das Stadt- oder Rathhaus, und viele andere prächtige Gebäude.
Der
«-) Dieser Herr kam im Jahre 1752. auf einer kaiserlichen Jagd in Böhmen unglücklicher Weise«uns Leben.