Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1256
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I2Z6 L.XXXIH. Brief. Fernere Anrnerkungen

König von Frankreich, sowohl bey dem Kaiser, als päbstlichem Hofe zur Kardinalswürdemit vielfältigem Anhalten mal ä propos recommendiren lassen und dadurch den Argwohnwider sich erwecket, als hätte er sich um Frankreich besonders verdient gemacht. Die Un-gnade des Fürsten von Lobkowiz kömmt aus gleichem Brunnquell her, und muß er darumim fünf und sechzigsten Jahre seines Alters sich aller seiner Ehrenämter beraubet, vom Hoseabgewiesen und auf eines seiner Güter in Böhmen, Namens Raudniz an der Elbe confini-ret sehen, weil er mit Händen und Füßen dargegen gestrebet, daß der Kaiser sich nicht inden gegenwärtigen Krieg verwickeln, noch ohne Noth mit Spanien, welches anitzo wedergute Rathgeber, noch Geld, noch Volk hätte, sich einlassen sollte. Die Spanier rechtfer-tigen aber ihre Aufführung damit, daß der Fürst sich nicht daran begnügen lassen, demKaiser seine Meynung offenherzig zu sagen und mit rmiouibus zu bekräftigen, maßen er hin-durch mit Rechte keine Ungnade verdienet hätte; sondern weil er, nachdem einmal die Resolu-tion gegen seinen Rath gefaffet worden, deren Ausführung mdglichstermaßen schwer zumachen und zu verhindern getrachtet. Wie denn nicht ohne, daß er etlichen zu Wien sich be-findenden Ministern der deutschen Stände unter der Hand treulich widerrathen, sich in ge-genwärtigen Handel mit dem Kaiser nicht zu vertiefen. Ich weis auch gewiß, daß er ab-sonderlich Chur-Brandenburg von seinem andern und neuen enAgAemem abzuziehen gear-beitet. Diese itzt gedachte Minister nun, denen er sich also vertrauet hatte, haben ihmkeine Farbe gehalten, sondern es seinen Feinden entdecket, mithin ihnen das Messer in dieHand gereichet, den Fürsten zu beschädigen. Hiezu kam die Vebemenr des Baron del'Jsola, welcher durch seinen Rath, daß man den Lobkowiz zum Sündenbocke machen unddie Schuld alles bis anher empfundenen Unglücks auf seinen Rücken legen müßte, um dieFreunde dadurch zu rassuriren, und denen, so die wahre Beschaffenheit nicht wissen, einenMuth zu machen, daß sie von dem folgenden Fortgange der österreichischen Waffen bessereHoffnung schöpfen sollen, des Fürsten Fall vollends befördert hat H.

Es ist übrigens der Fürst von Lobkowiz Vir umAni L acuttlluiü inAenü, aber wennich es ohne Scheu sagen soll, non llne mixtura cleiueutise, hat auch durch seine wunderlicheConversation und ungewöhnlichen mocium -,Zenäi bey denen, so ihn recht kannten, sich denNamen eines Phantasten zuwege gebracht H. Er trauet sich dabey allzuviel zu, und indemer auf seine Erfahrung pochet, verachtet er andere neben sich, machet sich auch nichts dar-aus, jemand ohne Noth zu offendiren, weswegen er auch nachgehends nicht viele Freundegefunden, und wenig beklaget worden ^). Daß ihm die Spanier nachstelleten, hat er lan-ge voraus gesehen, und durch die bur 1 a,so er im Jahre 1671 mit Hrn. de Gremonville wäh-render Komödie in Gegenwart des Kaisers und ganzen Hofes gehabt, sie zu besänftigen ge-sucht. Allein weil er sich mit ihm wieder versöhnet, auch noch in selbigem Jahre den Tra-

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S) Hiezu kam insbesondere, daß er die Heirath als die deutsche Endigung seines Namens sehen,des Kaisers mit der tirolischen Prinzeßinn zu hin- weil dieser Minister ein witziger Narr ftp.tertreiben gesucht und nicht mit dem gehörigen -h Mit dem Charakter, welchen Esaias vonRespect von ihr gesprochen hatte: welches sie Pufendorf dem Lobkowiz giebt, stimmet auch seinihn hernach, da sie Kaiserinn wurde, wohl em- Bruder Samuel von puftnvorf vollkommenpfinden ließ. nbercin, wenn er in seinem trefflichen Werke äs

<7 Weil l.occo in der spanischen Sprache ei- rebus Zellir kri^erici VVilliclmi IW. XII, §. ;rnen Narren bedeutet; so applicirte einsmals je- schreibt: In ejus viel externo »Äu slignili erstmand solches auf den Lobkowiz: es antwortete sb inIsnlL psrum sbiens. Ill umnn ffll ncZo-ihlN aber ein anderer, Man müsse auch auf WiZ, tiuluästumvillcbatur,utomniumkrincixumVien-