und ferner nach Ofen, Raab, Comorra rc. 1275
Die Bäche, so zu den Pochwerken genußet werden, verliehren in vielen Meilen ihre ange- Farbe dernommene trübe Farbe nicht. Der von Cremniz ist gelblich, der Schemnizer aber wegen kiesigendes Bleycrzes von schwärzlicher Farbe. Bäche.
Ich fuhr zu Schemniz auf dem sogenannten Knechte in St. Josephs-Schacht hundertund dreyßig Klaftern hinab. Dieses geschieht ohne Gefahr, weil man in einem ledernenSitze eingeschnallet wird, und über die Tüchtigkeit des Seiles gute Aufsicht gehalten wird.
Ein solches Seil kostet wegen seiner Dicke und Länge siebenhundert und zwanzig Gulden, unddauert in nassen Schachten und schlimmem Wetter kaum fünf bis sechs Wochen, in St. Jo-sephö-Schacht aber, so vor andern trocken ist, siebenzehn bis zwanzig Wochen. Obgedachtehundert und dreyßig Klaftern machen nicht die ganze Tiefe dieses itztgemeldten Schachtesaus, sondern man steigt auf Mannsfahrten oder Leitern noch über fünfzehn Klaftern tiefer.
Wenn man alle Gänge unter dem Schemnizer-Gebirge durchwandern wollte, würde man Weiiläustigedrey bis vier Tage dazu vonnöthcn haben. Wegen der großen Unkosten und des geringen Gange.Ertrages hat man etliche davon eingehen und mit Wasser anlaufen lassen. Der Fels, wor-ein man arbeitet, ist überaus hart, und muß mit Pulver gesprengt werden, welches die Ar-beit kostbarer, als in den übrigen hiesigen Bergstädten machet.
Der ungesunden Witterung in den Gruben abzuhelfen, bedienet man sich vieler Schach- Mittel widerte und Stollen. Wenn es außen windig, so ist die Luft in den unterirdischen Gangen die die ungesundebeste, weil sie vermittelst der Schachte und Stollen einen starken Zug hat. Von einer sol- Witterung,chen Grube sagen die Bergverstandigcn in ihrer Sprache: Es ist gut Metten, das aus-und einziehet, darinnen. Die hiesigen Bergbediente behaupten, daß in denen Orten, wodie Arbeiter mit der Katze, Bergsuchk und konvulsivischen Krankheiten oft heimgesucht sind,alles nur daran liege, daß die Schachte nicht recht geführet sind. Selbst in Adria komme das Zittern und Zucken der Arbeiter in den Ouecksilberminen großen Theils von ihremvielen Saufen her. In den ungarischen Bergstädtcn findet man Leute von achtzig bis neun-zig Jahren; ob aber die Mäßigkeit im Trinken etwas zu ihrem Aller beytrage, lasse ich dahingesteliet seyn, indem doch auch in den drey Orten Cremniz, Schemniz und Neusoht jährlichbey vierzigtausend Eimer Wein und achttausend Eimer Brandtewein ausgetrunken werden.
Dieses bleibt indessen gewiß, daß die schlimmste Luft in den Gruben ist, wenn zur Herbst-oder Frühlingszeit die Nebel auf den Bergen liegen. Wo man mit der Arbeit auf Plätzekömmt, da das Licht nicht brennen, sondern verlöschen will, so ist solches ein Zeichen vonschädlichen Ausdünstungen und hohe Zeit, daß man frische Luft schöpfe, sonst empfinden dieArbeiter bald einen süßen Geschmack, nach welchem sie gemeiniglich eines jähen Todes hin-fallen. Zu Schemniz erstrecket sich die Anzahl der Bergleute so in die Gruben gehen, auf Anzahl derfünf bis sechstausend, bey der Arbeit außer den Gruben werden mit den Zimmerleuten auch Arbeiter-bey zweytausend gerechnet, ohne diejenigen, welche mit dem Fuhrwerke beschäffciget sind.
Mai, brauchet auch zur Bergwerksarbeit wenigstens fünfzehnhundert Pferde, und wird einGespann von zweyen (nachdem die Arbeit hart oder gering ist) wöchentlich für fünf bis sie-ben Gulden gemiethet. Die sämmtlichen Unkosten, welche der Kaiser auf die Bergwerke Unkosten,allein zu Schemniz wenden muß, belaufen sich alle vierzehn Tage auf zwanzig bis zwey undzwanzigtausend rheinische Gulden, und also jährlich über fünfmal hundert tausend Gulden.
An dem Hauptwerke hat der Kaiser hundert und drey und zwanzig Portionen oder Einkünfte.Kure, die übrigen fünfe werden von andern Gewerben bebauet. Diese haben auch anderebesondere Gruben, ihre eigene Schmelzwerke und weniger Bediente, daher sie das Ihrige bes-ser nutzen. Es haben sich auch etliche adeliche Familien hier niedergelassen, deren Einkünfte
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