Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1276
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Bon denWaldburger-Haustrn.

Herren-grund.Verwand-lung des Ei-sens in Ku-pfer.

Von den Kö-

nigsbergi-

schenGruben.

1276 L.xxxiv. Brief. Reise nach den ober-ungarischen Bergw.

meistens aus den Bergwerken kommen. UeberhaupL habe ich wohl gemerket, daß die kaiser-lichen Bedienten der ungarischen Bergstädte den Eintrag dieser Bergwerke gar zu geringeangeben, theils allen Neid abzulehnen, theils um zu verhindern, daß die Kammer nicht im-mer vieles vorräthiges Geld bey ihnen vermuthe und abfodere. Dieses ist auch eine der Ur-sachen, warum ste mir D. Brückmanns Beschreibung der hiesigen Bergwerke, in seinemBuche, ^laAnalla 1MI in lubterraueis genannt, nicht wohl zufrieden sind, weil er alles garzu herrlich und reich beschrieben hat. Nach dieser Anmerkung laste ich meinem Herrn dieFreyheit, die Summe der sechszigtausend Gulden, welche ich aus den Nachrichten eines vor-nehmen hiesigen Bedienten, als den jammklichen Ertrag, den der Kaiser aus den ungarischenBergwerken jährlich ziehen soll, um ein merkliches zu erhöhen.

In Schemniz darf niemand Wein schenken, wenn er nicht schon vierhundert Guldenin dem Bergwerke verbauet hat und ein solches Haus besitzt, auf welches solches Rechtdurch seine alte Herren und Erbauer gebracht worden. Diese Häuser werden Waldburger-oder Ringhäuser genennt. Das Privilegium solches Weinschankes wird zwar von den an-dern Bürgern mit scheelen Augen angesehen, allein wenn die Waldburger nicht gewesen wä-ren, würde das Bergwesen in Ungarn beyweitem nicht in solchen Stand gekommen seyn, wor-innen es sich anitzt befindet. Von diesen Leuten muß jeder wöchentlich vier ungarische Gul-den (deren einer fünfzig Kreuzer ausmachet) auf Hoffnung verbauen. Findet sich gutesErz, so können sie zwar auf ihre Kosten diese Grube mit fortbauen, zu gleicher Zeit abermästen sie mit ihrer alten Zubuße, an einem andern Orte, da noch nichts gesunden wird, wie-der eintreten. In ihren Rathschlägen gelten die meisten Stimmen, und weil sie in Schem-niz zu allen Ausgaben der Stadt ein Drittheil beytragen, so kann die Obrigkeit der Stadtohne ihre Einwilligung nichts neues vornehmen.

Der Prediger der evangelischen Gemeine zu Schemniz, ein in Bergwerkssachen sehrerfahrner Mann, hat ein schönes Werk von den sieben Bergstädten unter Händen. UeberSchemniz auf dem Berge sieht man die verfallenen Mauern des Schlosses, auf welchem dieKöniginn Elisabeth gewöhnet hat. In den hiesigen Stadtbüchern liest man, daß die Stadtihr einsmals fünf Gulden zu einer Reise nach Ofen, und zu einer andern Zeit ein Pferd, soneun Thaler gekostet, verehret habe, woraus die damaligen wohlfeilen Zeiten genugsam er-hellen. Unten am Berge dieses Schlosses wohnten ehemals die Tempelherren.

Herrengrund, eine Meile von Neusohl, ist auch wegen des Brunnens, welcher der ge-meinen Meynung nach das Eisen in Kupfer verwandelt, berühmt. In der That aber istdas Wasser, worein man das Eisen legt, nichts anders als ein solvirtes Kupfer, in welchemsich das Eisen auflöset, und kupferne Theilchen dafür wieder ansetzen. Es geschieht solchesin zwo bis drey Wochen; wenn das Eisen aber zu lange im gedachten Cämentwasser liegendbleibt, zerfällt es endlich in ein Kupferpulver. Man kann dergleichen Proben auch mit ge-meinem Wasser, in welchem ungarischer oder cyprischer Vitriol (weil der andere, so aus Ei-sen gezogen ist, dazu nicht tauget) vorher sehr stark aufgelöset worden, verrichten.

Aus dem Abflusse des obgedachten Herrengrundischen Brunnens wird vieles Berggrün,Borax oder Chrysocolla, so nichts anders als ein Ansatz von überreifem Kupfer ist, gewaschenund zur grünen Farbe verbrauchet. Zu Herrengrund findet sich blauer, grüner, rother undweißer Vitriol. Neusohl liegt drey Meilen von Cremniz, und thut man am besten, gleichvon diesem Orte dahin zu gehen, ehe man nach Schemniz sich begiebt.

Die Königsbergischen Gruben gaben ehemals treffliche Ausbeuten, und schenkte dieStadt einsmals dem Könige Matthias einen Hund oder in Gängen gebräuchlichen Karrn voll

Duca-