Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1292
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Kreuzkirche.

KünstlicheUhr amRathhause.

Kapelle St.Wemeslar.

Grabmaaldes h- Ne-pomuk.

Statue St.Georgius.

Prospectvom Schlos-st-

Kunsikam-

mer.

Herabstür-zung dreyerkaiserlich gr-

1292 i.xxxv. Brief. Reise von Wien nach Prag,

Es wundert mich übrigens, daß 6/ZSSLNvvs in vita D^ckouis cle Krake, nichts vonseinem pragischen Grabmaale gedenket (*).

Die Kreuzkirche, nahe bey den Jesuiten in der alten Stadt, ist artig gebauet, hat vielemarmorne Seulen, eine schöne Cuppola und gute Gemälde. In her Kirche auf dem Karls-hofe ist eine lcala lanckka von rothem Marmor aus hiesigem Lande angelegt. An dem Haupt-altare stndet sich gute Bildhauerarbeit in Holz; die Wände der Kirche sind ganz mit Gelüb-den bedecket, die theils in elenden Gemälden, theils in einer Menge garstiger alten Lumpen,Strümpfe, Röcke und dergleichen, so eine gar schlechte Zierde abgeben, bestehen.

Die Uhr an dem Rathhause der alten Stadt ist zu Ende des fünfzehnten Jahrhundertsvon dem berühmten Astronomo, cklarmickio, krokeilore klmketcoz bey der Universität, an-gegeben worden, und zeiget den Lauf der Sonne und des Mondes, die Monatstage, Finster-nisse, Tag-und Nachtlänge rc. rc. es ist aber vieles daran nicht mehr in gehörigem Stande.

Der Roßmarkt ist groß, und auf selbigem die Ltawa Lgueürls des Königes Wenceö-laus zu sehen.

Die Domkirche St. Viti liegt auf dem Schloßberge und ist sehr reich sowohl an Hei-ligthümern als Kirchen - und Altarschmucke. Zum Behältnisse der erster» dienet nebst an-dern ein großes Kreuz von feinem ungarischen Golde, so zehntausend Ducaren schwer ist.Von der Kapelle des heil. Wenceslauö machet man insgemein eine solche Beschreibung, alswann die Wände aus nichts als Jaspis, Amethyst und Carniol bestünden; allein obgleichalles von vieler Kostbarkeit ist, so reichet es doch nicht völlig an den Pracht der Erzählung.Nicht die ganze Wand, sondern nur große Theile davon, sind mit obgenannten Edelgesteinenvon der Größe einer Faust und noch breiter, dabey aber ohne Ordnung bekleidet, und giebtihrer Zusammenfügung nicht die Geschicklichkeit eines Künstlers, sondern allein der Werthdes Goldes einen großen Preis. Das Grabmaal des h. Nepomuk hat gute Marmorarbeit,sowohl als das Monument Leopold Josephs, Grafen von Schlick, welcher imJahre 172z alskaiserlicher Geheimer Rath und Feldmarschall gestorben ist.

In dem innern Schloßplätze steht über einem Brunnen die metallene Statue St. Ge-org«, welche im Jahre iz?z unter dem Kaiser Karl dem vierten gegossen worden, und nachder damaligen Zeit gar wohl gerathen ist.

Der Prospect aus den königlichen Zimmern ist sehr angenehm, und der Saal, worin-nen der Kaiser gespeiset hat, gut eingerichtet. Die Kunst - und Schatzkammer war anitztnicht zu besehen, weil der Schatzmeister sich auf dem Lande aufhielt. An Gemälden sollnoch etwas gutes vorhanden seyn. Uebrigenö ist bekannt, wie es ihr in der königsmarkischenUeberrumpelung ergangen. Im Jahre 172z haben Seine Kaiserl. Majestät die besten Sa-chen, so noch hier waren, mit nach Wien genommen.

Das Zimmer der böhmischen Hofkanzley, aus welchem im Jahre 1618 Wilhelm Herrvon Slavata, oberster Landrichter und Kammerpräsident des Königreiches Böhmen, und

Jaros-

(*) Das Leben des Brahe, so wie es Gassen-Sns beschrieben hat, sieht mehr einer Kette vonastronomischen Anmerkungen, als einer vollstän-digen Lebensbeschreibung ähnlich. Die bestenund zuverläßigstcn Nachrichten haben wir denHerren Verfassern des Damseben Magazins zudanken. Im Jahre 1566 hatte Brahe den Un-fall, daß ihm von seinem Landsmanne Mande-

rup Parsberg ein großer Theil der Nase wegge-hauen wurde, worüber er viele Spöttereyen er-dulden müssen. Ob feine Frau oder Concubineeine Priesterstochter oder Bauerdirne gewesensey, ist noch nicht ausgemacht. Sein Wahl-spruch wird bisweilen verändert gelesen: dtonkaberi, ie-I esse. Es ist unleugbar, daß Brahein Dannemark mit GnadenbezeuguiiLcn über-

hau-