von der Stadt Dresden. 1299
In Dresden hat man vor allen Dingen dahin zu trachten, daß man das sogenanntegrüne Gewölbe oder die Schatzkammer zu sehen bekomme. Diese Sammlung wurde schonvom Churfürsten Augustus angefangen, und damals in einem grünen Gewölbe verwahret, vonwelchem annoch die heutige Benennung herrühret. Anitzt sind zwar noch etliche Kammerngrün, allein die ganze Einrichtung ist verändert und um vieles vergrößert, dergestalt daß dieseSchatzkammer nun aus sieben Zimmern und einem Kabinette besteht. Wahrenden schwe-dischen Einfalls in Sachsen war alles nach Halle im Magdeburgischen gebracht, und daselbstauf dem Schlosse verwahret. Die Aufsicht darüber hat anitzt der Accisrath und geheimeKämmerier, Gottfried lange, welcher auch das meiste von denen vier bis sechs Gulden, welcheman beym Ausgange dem Diener, der die Thüren aufgeschlossen hat, giebt, bekömmt. Eheman in die Zimmer tritt, werden den Fremden die Schuhe genau abgekehret, damit desto-weniger Staub hineingetragen werde. Die Fußboden aller dieser Zimmer sind von ver-schiedenem Marmor, der in Sachsen gefunden wird, zusammengesetzt. In dem ersten Ge-mache sieht man viele kleine metallene Modelle von allerley Statuen und Monumenten, so-wohl aus den alten, als neuern Zeiten. Unter jenen befindet sich auch >l loro kärnele.
Das andere Zimmer ist mit vielen künstlichen Uhren und sich selbst bewegenden Wer-ken aus Gold und Silber versehen. Unter andern segelt ein Schiff auf dem Tische währen-der einer Musik herum, die Ruderknechte arbeiten an Aufziehung des Ankers, und viele an-dere Personen sind in beständiger Bewegung. Ein anderes Stück stellet Mariam und Jo-seph mit dem Kinde Jesu im Stalle vor, zu welchem die Hirten und die Weisen aus Mor-genland kommen, um den Meßiam zu verehren, da indessen der Himmel und die Wolken ineine große Klarheit sich öffnen re. Noch ein anderes Stück ist ein Triumphwagen, der einOrgelwerk in sich fasset und von zween Löwen fortgezogen wird. Die Wand dieses Zimmersahmet mit ihrer lackirten Arbeit die zusammengesetzten Jaspis und andere dergleichen Steinesehr wohl nach. Der Meister davon, Reinoh genannt, lebet noch in Alt-Dresden.
Im dritten Gemache ist eine zahlreiche Sammlung von Trinkgeschirren und andererkünstlichen Arbeit aus Elfenbein. Absonderlich ist ein Schiff mit allen seinen Segeln, Ma-sten und Stricken zu bewundern. Die Nachfolge des sächsischen Stammes, von Christi Ge-burt an, ist mit erhabenen Buchstaben daran vorgestellet, und dieses zarte Werk unter demChurfürsten Augustus verfertiget worden.
Das vierte Zimmer ist mit silbernen und noch mehrern goldenen Gefäßen ausgezkeret.Die meisten haben zu Trinkgeschirren und Willkommen gedienet, und hält einer von dengoldenen fünf Maaße. Viele sind mit goldenen Schaumünzen besetzet.
Im fünften Gemache findet man mancherley kostbare Steine und daraus verfertigteGefäße, insbesondere aber etliche kostbare Pocale, die mit alten und neuen sowohl in erhabe-ner als hohl gegrabener Arbeit geschnittenen Edelgesteinen besetzt sind. Von diesen Lsmeiund ImgAliml sollen für mehr als dreymal hundert tausend Thaler werth vorhanden seyn.Ferner ist ein schönes Kästchen von Schmelz - und florentinischer eingelegter Arbeit zu sehen,nebst einer großen Tafel von erhöheter Arbeit aus Jaspis, Onyx, Chalcedon und dergleichenSteinen, die einen jungen Prinzen zu Pferde vorstellen, vor welchem die Tugenden einhcrge-
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gebreitet, und selbst bey Dresden sei» beruffenes wenn man dem Herrn Juski den Beyfall verfa-Siegeszeichen aufgerichtet. Es wird aber eine gen will. Man lese des Herrn M. Leer Ab-maßige Kenntniß der alten Geschichte ersodert, Handlung lle c-Melli, kom. in 8ax<-n. ich, 5 .1749.
Kleine Sta-tuen.
Elfenbeinerne Kunst-stücke.
Gefäße aus
kostbaren
Steinen.
Florcntini-sche Arbeit.KostbareTafel.