Band 
[Zweyte Abtheilung.]
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Das größtekmsil-StÜ-cke in derWelt.

Aus Perlenzusammengefetzte Figu-ren.

Andere Stü-cke cmsEdel-gesteinen.

Ob man denPerlen die

tzoo I.XXXVI. Brief. Nachrichten

hen, um ihm den Weg zu zeigen und die Laster zu verjagen. Dieses ist ein altes Stück, soim Idsteinischen gearbeitet und mit achtzigtausend Thalern bezahlet worden.

Ueber demselben ist Maria Magdalena in email vorgestellet auf einem Ovalstücke, dasanderthalb Ellen hoch ist, und in Ansehung der Größe seines Gleichen noch nicht hat. Dievielen andern kimmi-Portraite und Gemälde übergehe ich um der Kürze willen mit Still-schweigen, und gedenke nur noch des Ritters St. Georgen, der mit sehr subtiler Eisenarbeitschon vor hundert Jahren verfertiget und hier zu sehen ist. In diesem Zimmer fangen diePortraite der Churfürsten zu Sachsen vom Mauritius an in Lebensgröße und mit ihren Trach-ten. Linker Hand ist ein Kabinet, worinnen noch viele Lmail-Gemälde aufgestellet sind,nebst mancherley Schalen und Geschirren aus den kostbarsten Steinen. Eine Onyxschalehat die Gestalt und Größe einer große» in die Länge gespaltenen Cocuönuß. Dergleichensind auch von Amethyst und ^ardonyx vorhanden, nebst einem Kästchen von Bergkrystallemit eingeschnittenen Figuren. Insbesondere hat man sich bey vielen Stücken dieses Kabi-nets bemühet, diejenigen Steine und Perlen, welche von Natur eine gewisse Figur bekom-men, daß sie etwas leicht ausdrücken konnten, also zu fassen, daß es scheint, sie wären eigent-lich zu einem Theile eines solchen Bildes geschaffen. Zu dergleichen Werken gehöret eingroßer Vorrath von Juwelen, woraus der Künstler in Zusammensetzung seiner Arbeit nachGefallen zu wählen hat. Eine von den größten orientalischen Perlen, die hier zu sehen ist,mag, ehe sie gefastet worden, kein sonderlich Ansehen gehabt haben, weil sie zwar von derGröße einer großen wälschen Nuß, dabey aber ungleich und höckericht ist; des KünstlersHand aber hat sie in Gold und emall so wohl zu sehen gewußt, daß sie iht die Schultern,Brust und den Leib eines verwachsenen Zwärges ausmachet. Eine andere Perle an einer an-dern Figur schickt sich vollkommen um einen oul bleu käu abzubilden. An einem beulendenschwedischen Invaliden giebt auch eine Perle den Leib ab. Insbesondere verdienet ein Stück,so die Geschichte des Propheten Jonaö ausdrücket, gesehen zu werden, indem der Wallfisch,das Schiff, der Prophet und der Seestrand aus großen Perlen zusammen gesetzt, auch dieFelsen an der See mit gar ansehnlichen Edelgesteinen vorgestellet find. Außer diesen be-merket man zwey kleine Bilder oder Personen, welche beysammen liegende und aneinander ge-wachsene kleine Perlen iu einer Schale vor sich Hertragen. Die Schale und Perlen machenan jedem Bilde nur ein Stück aus und sind ein Werk der Nacur, woran die Kunst sich we-nig zu rühmen hat- Zwo andere Personen tragen auf einer Stange Weintrauben, die ausorientalischem Smaragde überaus natürlich gebildet sind.

Aus diesem Kabinette geht man wieder zurück in das obgemeldte fünfte Zimmer, wor-innen man noch betrachtet ein Kästchen von eniall fast ganz mit Türkissen und Rubinen be-deckt; etliche Kästchen und Tischblätker von eingelegter florentinischer Arbeit; ein Crucifixund vier kleine Pyramiden von rarem arabischen Marmor (der nicht mehr gegraben wird),welche als ein Geschenk vom Pabste Benedict dem dreizehnten gekommen sind; etliche Käst-chen und kleine Canonen von subtil getriebener Silberarbeit; vier Tische von orientalischemMarmor; eine große Menge Gefäße aus Bergkrystalle, wobey eine dergleichen sehr helle undreine 8pliscra oder Kugel von der Größe eines Kopfes ist. Weiter finden sich viele künst-lich gearbeitete Scraußeneyer, nebst mancherley daraus in Gold und einail gefaßten Trink-geschirren. An vieler Corallen- und Börnsteinern Arbeit fehlet es gleichfalls nicht. Beyden Raritäten aus Perlenmutter steht ein mit großen Perlen besetztes Kästchen, nebst ei-nem Berge, der aus lauter ansehnlichen Perlen mit Golde zusammen gesetzet ist. Sie sindaber allesammt nicht rund. Man hat verschiedene Versuche gethan, dergleichen höckerichre