Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1317
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voll der Stadt Dresden. IP7

und Piken; ein indianisches Frauenhemd und ecbrirpe ; vielerlei) Trachten von türkischenHosbedienten, womit in Lebensgröße stehende Bildnisse und Statuen überzogen sind; eineauf solche Art eingerichtete Vorstellung, wie der türkische Kaiser im Serail sitzt; kostbaresund mit Golde eingelegtesJanicscharengewehr; türkische Fahnen und Roßschweife, türkischeStrangulirschnüre; türkische Pauken, tartarische Sporne; ein Pallasch und Scheide mitvieler Arbeit von Silberdrahte; Rundatschen, Pusickane, Köcher; mancherley Gewehr fürdie Polacken und Heyducken, wie solches bey dem Einzüge deritzigen Churprinzeßinn ge-braucht worden. Angleichen finden sich viele Pferde mit kostbarem Schmucke von des hie-sigen Landes Edelgesteinen, worunter einer von gelben Topasen bemerket wird; viele mitunachten Steinen besetzte Säbel, nebst dem Caskete und Schilde, die der König Augustusgebrauchet hat, als er die Sonne vorgestellet; Lanzen zum Caroustel der Damen; der roth-sammetne mit erhabner Goldarbeit gestickte Himmel von der Brautkutsche der itzigen Chur-prinzeßinn ; geätzte ganze Kürasse, so in Stahl getrieben lind im Feuer verguldet sind; der Kürasse.Küraß, in welchem der Churfürst Johann Friedrich gefangen worden; andere Küraste undRüstungen der alten Churfürsten; die Rüstung der reitenden Trabanten mit halben Küras-sen, wie solche bey dem letzten Campement gedienet hat; silberne halbe Küraste und der Kö-nig Augustus in der Kleidung, worinnen er zur pohlnischen Krönung gegangen. Der Ta-lar davon ist aus blauem Sammet mit goldenen Bluhmen, mit Hermelin ausgeschlagen undmit Silberstück gefüttert; die hier befindliche Krone, der Zepter und Reichsapfel sind nurvon falschen Steinen. Eine Stuffe niedriger steht zu seiner Linken Karl der zwölfte Königvon Schwedei,, in einem silbernen halben Kürasse, und der Czaar Peter zur Rechten. Ineben diesem Zimmer sind viele Lanzen zum Ringelrennen; die eiserne Kette, woran die auf-rührischen Friesen den sächsischen Herzog l-kenricuir, kium aufhängen wollen ; ein Henkers- Henkers-schwert, womit vierzehnhundert Personen gerichtet worden, noch etliche andere, womit die schwerer.Scharfrichter, wie man saget, sich los gerichtet haben, indem sie dreyhundert Executionen da- —.mit verrichtet. Insonderheit ist das Schwert, womit der Kanzler Crell wegen des Lrvpro-Lalvini-milim hingerichtet worden, nicht vorbey zu gehen. Auf dessen einer Seite stehen Kanzler Crelldie Worte: enthauptet

kOL.8 worden.

v. bi. k.

mit welchen letzten Buchstaben ohne Zweifel der Namen des Doäkori8 blicolsi Xreli angedeu-tet wird.

In einem andern Zimmer folgen viele zur Jagd gehörige Sachen, deren ein guter Theil KostbarejGc-mit Saphieren und Türkissen beseht ist; ein Hirschfänger, worein vor etlichen Jahren der rathe-Blitz zu Wermsdorf schlug, da er denn oben beym Handgriffe an der Bedeckung etwas vom BesondereSilber wegnahm, und solches unten an der stählernen Klinge, die er Versehrte, wieder ansetzte, Wirkungenwobey die Scheide nur unten Schaden gelitten hat. Nächst dabey hängt eine Pulvertasche, des Blitzes,welche der Blitz sonderlich an der Kette hie und da versenget, ohne daß das darinnen befind-liche Pulver angezündet worden. Ferner werden gezeigt das Pferd und der Schmuck, wel-che der König Augustus des Tages, als ihm in Pohlen gehuldigt wurde, gebraucht, und anwelchem die Perlen und Diamanten nicht gesparet waren; des Czaars Peter des ersten De-

8 Ez gen,