Schönheitder StadtLeipzig.
Universität.
Universität^
bibliochek.
rzz4 - i.xxxvm. Brief. Nachrichten
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Acht und achtzigstes Schreiben.
Nachrichten voll Leipzig und Halle.
Mein Herr!
(Leipzig ist sowohl wegen seiner ansehnlichen Handlung, als trefflichen Universität, eine derberühmtesten Städte von Europa. Die Höflichkeit der Einwohner, die kostbaren Häu-ser und die angenehm herum liegenden Gärten geben ihr den Vorzug vor manchen gros-sen Residenzen. Ich habe meinem Herrn weder von Wien noch Prag oder andern römisch-katholischen Akademien die Namen der daselbst befindlichen Professoren und Gelehrten einge-sandt, von hier aus wird solches, obgleich aus ganz unterschiedenen und conkrairen Ursachen,noch weniger geschehen. Bey jenen furchte ich das Papier mit unbekannten und vielleichtstets im Dunkeln bleibenden Namen anzufüllen; allhier aber trage ich Bedenken, die Na-men und Schriften solcher Leute anzuführen, welche ohnedem allenthalben berühmt genugsind. Die Universitätsbibliothek ist in dem LoIleZio kaulino zu sehen, und besteht aus et-wa» zwölftausend Bänden, worunter die Folianten beynahe die Hälfte ausmachen. DenLataloAnm tzstanulcriptorum hat Heller schon vor langen Jahren herausgegeben, und sinddarunter 6LNLSH kstilioria kyrantina, von Ueono Armeno bis an den Tod kalilii iVlaoe-ckonis, und io8No»V8 cke Kollo fuckaico, beyde griechisch, desgleichen »rkkttioünis,inonn und svnLsn griechische Briefe, verändern merkwürdig. Man findet allhier auchdie vom D. Meyer gemachte Sammlung aller derjenigen Dinge, so zur jüdischen Synago-ge gehören, neben einer Copey des Sondershaufifthen kulleri, so von etlichen für ein Götzen-bild der alten Deutschen, wiewohl ohne sichern Grund, ausgegeben wird (*). Unter einemPortrait bemerket man die Worte: Lbrickopborus kreibilin8,8prc>ta-8llt:lluz - - ickic ioor-tkile8 olle K.eäiore8 Ickplienlcs prünns exeinplo luo cloouit. lliAo meinem» gnisczuis es,guoä 6« boino. Unter den alten Drucken sind die Lonüitutione» Eleineminre durch Jo-hann Faust und kctrum 8cboilckNer c!e Sermkeün in zween Folianten vom Jahre 1460,nebst den Inliituckonibus ^ustnnanei« vom Jahre 1468, fol. anzutreffen. Jtztgedachte Bi-bliothek steht alle Mittwochen und Sonnabend von zehn bis zwölf Uhr einem jeden offen.
An
(*) Unsre Bedenklichkeiten sind viel zu wich-tig, als daß wir diesen Aftergötzen als gültigerkennen sollten. In allen alten Geschichtschrei-bern ist nicht ein Buchstabe von dem Pusirich zufinden. Caspar Sagittarius kann solches selbstnicht leugnen antigu. I'llui'. Aentil. L cllrill. l. I,c. L, p. 10: Wer zuerst dieses Götzen in Schrif-ten gedacht, kann ich nicht eigentlich wissen, je-doch muthmaße ich, daß solches nicht eher alsnach seiner neuen Erfindung, welche den Junkernvon Tmgcroda zugeschrieben wird, geschehen sey.Albinus, ein neuerer Schriftsteller, ist, wir es
scheint, der erste, der desselben Erwähnung thut.Dazu kömmt die Abbildung des Püstrichs, wel-che einem muthwilligen Knaben sehr ähnlich sieht,und sein Alterthum verdächtig machet. DasAbschneiden der Haare ist niemals bey unsernVatern Mode, wohl aber ein großer Schimpfgewesen. Ternel in seinen monatlichMllntcr-redungen I. ,689, S. 271 entdeckt uns Wer sei-ne gegründeten Zweifel: Ich kann nicht wohlglauben, daß der Püster ein heydnischer Abgottgewesen sey, weil dis Gestalt gar nichts Götzen?hastiges repräsentiert, vielmehr giebt die Bildung
seiner