Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1335
JPEG-Download
 

von Leipzig und Halle. W

An eben diesen Tagen ist in den Nachmittagsstunden die Rathsbibliothek eröffnet, in Rathsbiblie-»velcher man über fünf und zwanzig tausend Bände zählet. Außer den vielen und kostbaren thek.gedruckten Werken, (worunter die Vulgata zu Venedig 148z, eine italienische Version derBibel zu Venedig 1477, eine hochdeutsche zu Nürnberg 148z, und eine niedersächsische zuHalbcrstadt Anno 152z gedruckt, das neue Testament auf Pergamen vom Jahre 152z, Mat-thäus und Johannes in formosanischer Sprache und Lukas malaisch, nebst vielen rarenorientalischen Büchern befindlich sind), trifft man in derselben eine gute Anzahl von b 4 Zmi-kcriptis an, unter welchen das Oiioiiraiiicum ^liüoricum des Pirnischen Dominicaner-mönchs, welches zu Anfange des sechzehnten Jahrhunderts geschrieben worden, das Lliro-lücon 8cli^ar2gbente, so vom Proca der Albanier Könige anfängt, und bis aufs Jahr 1126geht, cle vinris bchlUoIsL, Opus LbronoIoAicum bis aufs Jahr

1596, ein Loäex b^ebraicuZ aus der Wagenseilischen Bibliothek, der die Bücher Mosis undRuth, das hohe Lied Salomonis nebst dem Anfange des Buchs Esther enthält, und sowohlvom Wagenseil, als den Juden selbst sechshundert Jahre alt geschäht worden, eine lateini-sche Bibel auf Pergamen vom Jahre 127z, eine kostbare Dbora und tiofltgrot, nebst etli-chen mit sonderbarer Kunst geschriebenen Moränen nicht mit Stillschweigen zu übergehensind. Man zeiget auch ein türkisches Hemde, welches aller Orten mit Sprüchen, Gebethenund Segen in arabischer Sprache beschrieben und mit mancherley mathematischen Figurenbezeichnet ist. Die Türken eignen einem solchen Hemde viele Kraft wider alle Verwundungzu, und giebt man vor, daß der Muffti den Großvezier, wenn dieser zu Felde zieht, mit ei-nem solchen Geschenke zu versehen pflege. Von dem magischen Schwerte, welches hier auf- Magischesgehoben wird, und ehedem fälschlich für des großen Gustav Adolphs Degen, dessen er sich in Schwert,seinen Kriegen bedient haben sollt«, ausgegeben worden, hat Georg lVallin, Dock. lAeol.und Bibliothecarius zu Upsal im Jahre 1723 und 1729 drey wohlauögearbeitete viifiutatio-nes herausgegeben (**). Dergleichen Schwerter zeiget man unter solchem falschen Titelauch an mehrern Orten. Die drey allhier befindliche Urnen- Antiquitäten - und Medaillen- ^"Antr-^kabinette sind in guterOrdnung; man sieht auch mit Vergnügen etliche Volumina der aus- qi-itaten-uilderlesensten Kupferstiche und Zeichnungen von den berühmtesten Meistern; ein Herbarium Medaellen-vivum, den schön illuminirten Ickorkuin /nLlisietteulem; eine ganze ägyptische Mumie mit kabinettenihrem Sarge und hieroglyphischen Schriften, welche Zxettler in seinem Lcliecliglmgte cküüo- ^eser letz-rico cie ^Iumii8 Lgyptiiicis beschrieben hat; vier 6lobo8, unter welchen die zween größtenvom P. Coronet!« zu Venedig verfertiget sind und zwölf Schuhe im Umkreise haben; ver-schiedene ketrekacsta, kostllia, KUneralia, Vesetabilia, Lxotica, llßaturalia, Arteksöla, Inliru- Kabinet von

. Curwsitattn.

seiner Haare zu erkennen, daß er nicht gar viel von dem Püsirich hat uns Immanuel Weberhundert Jahre zahlen könne, und zu einer solchen geliefert -liff küllero vee. 6erm. iciol. Gies-Aeit gemacht worden sey, da man solche Haare sen, 1716.zu tragen pflegen. Will man sagen, daß die heyd-

uischen Pfaffen ihren Betrug mit diesem Bilde (*^ Wallin behauptet ohne Grund, daß dergetrieben, so wird man solches mit eben so vieler Degen, welchen der König Gustav bey LützenWahrscheinlichkeit den Mönchen im Pabstthume geführet, nach Schweden gebracht sey, und nochzuschreiben können. Vielleicht verdienet Lenk- itzo in dein Zeughause zu Stockholm verwahretftld den »leisten Beyfall, wenn er den Püstrich werde. Man lese v click.

als eine Erfindung eines Mönchs betrachtet,der lle ßlaäio, guocniu Oullgvns ^clolyluis i ex 8»e-chymische Versuche damit angestellet hat antigu. cire in pe.elio bütrencnll vecubuit, Leipzig,

Kclbr. c. 10. Die vollständigste Abhandlung 1745!, 4.