lZ4<2 L.XXXIX. Brief. Reise von Häkle nach Eis'lebm,
auch den Protestanten Ehre machet, und wäre nur zu wünschen, daß man in Ansehung derUebung des Christenthums einen Unterschied unter den Discipeln machen und endlich einmalglauben wollte, daß es auf eine Heuchelei) oder Profanation der heiligsten Wahrheiten hin-aus laufe, wenn man die Jugend mit Zwange und wider ihren Willen zu Christen machenBibliothek, will. In der Bibliothek desselben trifft man eine ansehnliche Zahl griechischer und rußischerBücher an, und so viele malabarische Manuscripte auf Palmenblättern, als vielleicht keineCuriositäten- Bibliothek in Europa ausweisen kann. Seit langen Jahren hat man auch angefangen ver-kablet. schieden? Curiositäten zu sammlen, worunter viele dsawr-stia und andere merkwürdige Dingevon der Seeküste, desgleichen allerley Mineralien, die ^lateriaIVlsöicg, Conchylien, eineZau-bertrummel und dergleichen mehr anzutreffen find. In einem besondern Zimmer werden diezwey 8yÜLM3ta coeleliia des Tychons und Copernikus mit allen in die Augen fallenden SternenGroße 8pK-c- gezeiget. Jede dieser 8pIiMr»iir srmillarinM hat einen Diameter von zehn Schuhen, dasIS srnullsris. Werk ist aus Eisen und Draht, an theils Orten verguldet, und von dem Prediger ander hiesigen Ulrichskirche, M. Seniler, verfertiget, welchem man auch die hier befindlicheStistshütte nebst der Vorstellung der Stadt Jerusalem mit ihrer Gegend zu danken hat.Gelbe Farbe Alle Häuser der Stadt Halle sind auf königlichen Befehl mit gelber Farbe angemalt,der Häuser, welches wegen der Wohlfeile der gelben Erde nicht viel kostet, aber auch zu keiner sonderlichenZierde dienet.
Ich bin - - -Halle, den 4 November,
I7ZO.
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Neun und achtzigstes Schreiben.
Reise von Halle nach ELsleben, wie auch über Merseburg, Jena,
Weymar, Erfurt, Gotha und den Thüringer - Wald nach
Coburg.
Eisleben.
Bergwerke.
Mein Herr!
^^ke Begierde, in Bergwerkssachen mich nach ein und anderm zu erkundigen, hat michvon Halle nach Eisleben getrieben, woselbst die Kupferwerke vor dem dreyßigjähri-gen Kriege in so gutem Stande waren, daß in der Gegend zwischen Eieleben undManöfeld, die in der Länge zwo Meilen begreift, zwanzig bis dreyßig und mehr Hütten imGange waren, und öfters jährlich über zwanzigtausend Zentner Kupfer, deren jeder sechs-
zehn
(*) Von dein Ursprünge der Bergwerke inDeutschland laßt sich keine gewisse Zeit bestim-men. Zu Kaiser Heinrichs des Vogel stellers undnoch mehr zu Otto des großen Zeiten findet mandie ersten Spuren, welche der jüngere Meibomin äiss. «ie metsllilvllinsrum Nsrricaruw prims
oriZine L prvßreüu gesammlet hat- SelbstAlbimis in der Meißnisthen Bergchronik, undMachest»« in seiner 8arcpw muß zugeben, daßdie Bergwerke des Ober-und Unterharzes einungleich größeres Alterthum, als die sächsischenhaben. Unter den neuesten Schriftstellern hat
uns