von Leipzig und Halle. IZW
Denn obgleich das land meist eben ist, so liegt es doch hoch. Die Pleiße, Elster und Bah-rn machen keine Ueberschwemmungen; die Mulda und Elbe sind zu weit entfernet, und allediese Flüsse führen dergleichen Marien,, als man hier ausgeübt, nicht mit sich.
Von Leipzig bis Halle sind fünf Meilen. Dieser Ort ist aus einem Dorfe Döbresöl, Halle,oder wie es die Wenden heut zu Tage auösprechen Diebresüli (welches so viel als gutes Salzwerke-Salz heißt) entstanden. Allem Vermuthen nach deutet Tacitrrs auf die hiesigen Salz-quellen, wenn er meldet, daß zwischen den Catten und Hermundurern vornehmlich aus Aber-glauben und sonderbarem Vertrauen zu dergleichen Oertern, ein blutiger Krieg entstanden H.
Dieser Muthmaßung steht nicht entgegen, daß Tacitus eines Flusses «num öe stuminisgignonäu igle kchcuncst gedenkt. Denn hierinnen hat sich dieser Autor offenbar geirrek,weil kein einziger Fluß in ganz Deutschland zu finden ist, der Salzwasser führet, und aus sol-cher Ursache auch die Saale nicht gemeynet seyn kann.
Die Art, wie nach Tacirus und anderer ei) Geschichtschreiber Berichte unsere Vorsah- Wie dieAl-ren das Salz bereiteten, war gar mühsam, indem sie das Salzwasser oder die Gulze auf ken das Salzbrennend Holz gössen, und aus denen mit Salz impragnirten Kohlen und Aschen das Salz brütet,wieder abkochten. Noch zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts wußte man in Seelandund Walchern keine andere Art das Salz zu bereiten, als daß man die schwarze salzigte Erdean der Seeküste ausgrub, dieselbe zu Asche verbrannte, und vermittelst zugegossenen Wassersein gutes und weißes Salz daraus bereitete, welches von oberwähnter salzigten Erde Likroutgenennt wurde e). Die völlige Ordnung und alle Anstalten dieser Arbeit sind in einem Ge-mälde, das neun Fuß lang und drey Fuß breit ist, vorgestellet, davon ich etliche Copeyen inden Niederlanden und insbesondere eine bey dem berühmten Hadrian Reland zu Utrecht an-getroffen habe. Von dieser mühsamen Salzbereitung ist man gänzlich abgekommen, nach-dem das spanische und portugiesische Meersalz, welches mit geringen Kosten raffinirc undweiß gesotten wird, in großer Menge zu haben ist.
Zu Halle in Sachsen sind vier reiche Salzquellen, aus welchen anißt das Wasser ohneandere Weitläufigkeiten genommen und sechs Stunden gesotten wird. Hiebey thun die vonWettin kommenden Steinkohlen sehr gute Dienste, weil das Hol; in diesen Gegenden etwasrar ist. Was in diesem Jahrhunderte für eine Veränderung im Saizwcsen zu Halle vor-gegangen, und wie nun auch der König von Preußen in besondern Kochen die Sulze siedenlasse, ist bekannt.
Die Rathsbibliothck ist in gutem Stande, und wöchentlich etliche Tage zum Gebrauche Rathebiblio-der Professoren und Studenten offen. Es finden sich darinnen des ste vri^o thek.
Sermones aursi cie 8aiEi;, so im Jahre 1446 ohne Meldung des Ortes gedruckt sind.
Von den löblichen Anstalten des Weysenhauscs sind viele Schriften herausgekommen, Weyseu-und ist es gewiß ein Werk, so nicht nur den itzigen Zeiten überhaupt, sondern insbesondere Haus.
8 H 2 auch
r/l'r/l, »/e«, e) Lons. 1. ninisivL ^loilicus Arirrcl in oc-
^lerror^rerrr (wird vck- cultis 1,3t. mir. l.. c. 9, p. 242. i vn.
muthlich Mergel seyn sollen) -rec/o/ Lstsv. x. 2.78' In vielen an der Seeküste
»ec e.v gelegenen Orten, auch des Königreichs England,
,/E /«/(?! pro eo machte man ehemals Hausen Sandes, welche
Ich zweifele aber sehr, daß diese Leu- mit Seewaffk so lange begossen und wieder vonte, von welchen schreibt, die gesalzenen der Sonne getrocknet wurden, bis sich vieles
Kohlen nicht sollten wieder abgekochet, sondern Salz, welches man hernach auskochete, darinnenohne fernere Zubereitung bep ihren Essen ge- angesetzet hatte,braucht haben.