Merseburg/ Jena, Weymar, Erfurt, Gotha und Coburg. iz4Z
In der Hauptkirche zu St. Thomas wird Luthers Kanzel noch gezeiget, aus Hochach- Luthers Kankung für ihn aber jährlich nur dreymal darauf geprediget, nämlich an Luthers Geburtstage, zel.an seinem Sterbenstage, und wenn die erste Carechismuslehre gehalten wird.
Das Schloß und Amt Seeburg liegt auf halbem Wege zwischen Halle und Eisleben, Secburg.und gehöret dem Herrn von Hahn. Von den allhier ganz nahe beysammen liegenden zweenSeen, hat der eine süßes und der andere Salzwasser (*). Ob dieser letztere mit den höllischen GesalzeneSalzkothen einige Gemeinschaft habe, steht dahin. Es hegen einige die Gedanken, als See.würde man sowohl in Halle, als allhier nicht tief zu graben haben, um auf den Salzfelsen zu Salzftlsenkommen, über welchen diese Salzbrunnen fließen, und durch das Abspülen ihre salzigte Ei-genschaft erhalten. Allein, wenn auch dieses wäre, so sehe ich nicht, was für einen Vortheil ^man aus solcher Entdeckung ziehen würde, indem man doch den Salzstein nicht brauchenkann, ehe er wieder in Wasser geschmolzen und gesotten ist. Die hällische Sulze ist ohne-dem so gut, daß man über das viele wilde Wasser keine Klage zu führen hat. Wollte manvorgeben, daß man das Salz alsdann in größerer Menge würde zubereiten können: so ist da-gegen zu bedenken, daß schon fast aller Orten mehr Salz gemachet und in Vorrath liegt,als verkauft werden kann. Das Salz ist zwar eine in unsern Ländern höchstnöthige und nütz-liche Sache, allein die Zahl der Salzwerke nimmt auch täglich zu, und getrauete ich mirderselben allein in Deutschland über sechszig zu zählen (**).
Von Halle bis Merseburg sind zwo Meilen; und zeiget man allhier in der Domkirche Merseburg-die rechte Hand, welche der schwäbische Herzog Rudolph im Jahre rvZo in der Schlacht wi-der den Kaiser Heinrich den sechsten am Elsterflujse verlohren hat. Er selbst gab seinenGeist an den empfangenen Wunden in Merseburg auf (***). In eben dieser Kirche sindaus den päbstlichen Zeiten die Mantel des Kaisers Heinrich des zweyten oder und sei- Mantels derner Gemahlinn der heil. Cunigunda zurück geblieben, deren Umhängung den Mannsperso- H-Cunigun-nen Glück bey dem Frauenzimmer, und diesem hinwiederum bey dem männlichen Geschlechtebringt. Wie man anfänglich auf diesen Einfall gerathen, ist destoweniger zu begreifen, jemehr Wesens man aus dieser beyden Eheleute Keuschheit und ihrem chimärischen LonjuAiovirgineo machet. Ein zur rechten Hand bey dem Eingänge der Domkirche befindliches stei-nernes Bildniß einer Weibsperson mit einer Pflugschare soll die Kaiserinn Cunigunda undden Beweis ihrer Unschuld, da sie wegen Ehebruchs im Verdachte war, und über glüende Pflug-scharen mit bloßen Füßen gegangen, vorstellen (****).
Von
ratricem ^lixuUsm, conteKalem suam, llileÄiüi-rnsm conjußem, und in einem tichloinste gp.
8cuai'L>'. gnnal. pgcierborn. y. 424 versicherter ausdrücklich: gui äuo lunius in csrne uns.
Er ließ sie im Jahre 1022 zu Paderborn öffent-lich zur Kaiserinn krönen, er unterstützte ihrenheiligen Eifer durch häufige milde Stiftungen,und man kann mit Wahrheit sagen, daß sie fei-nes Herzens Meister gewesen sey. Die Geistli-chen mußten sich nothwendig dankbar gegen siebeweisen. Ob gleich ihr Ehestand aus begreif-lichen natürlichen Ursachen unfruchtbar war,so wurde sie doch mit dem Namen einer conjuZi«virginerc beehret. Pabst Jnnocentius erhöhete
rui8in6. und I.ron. VSI'ILNS. wider denKaiser aufgewiegelt, indem er ihm eine Krone mitder Inschrift zugesandt:
ketrs lleclit Petra, Petrus <lig<1ciii3 Uuliolybo.
(****) Ueber die Keuschheit der Cunigundahaben in den neuern Zeiten
in ciick. 6c innocent. Lunißuncl. UNd Gundlingin seinen Otüs Th. z gestritten. Der erste be-hauptet dasjenige, was der letztere leugnet. Bey-de haben einige Gründe auf ihrer Seite, womitsie sich beschützen können. Alle Geschichtschrei-ber kommen darinnen überein, daß Kaiser Hein-rich seine Cunigunda sehr zärtlich geliebet habe.Er nennet sie in den öffentlichen Briefen kmxc-