Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1344
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Dornburg.

Jena.

Sieben

Wunder-

werke.

Lutheri me-tallenesBildniß.

Akademie.

Universitats

bibliochek.

-Z 44 l.xxxix. Brief. Reise vo» Halle nach Eisleben,

Von Mcrseburg bis Naumburg sind anderthalb Posten, und laßt man Wei'ßenfelslinker Hand liegen. Jena ist von Naumburg drey Meilen entfernet. Eine Meile vor Jenakömmt man über die Saale, bey Dornburg, welcher Ort wegen der Partey Croatier, diewährenden dreyßigjährigen Krieges bey finsterer Nacht von ihren Feinden über den hohenFelsen herunter gejaget worden, berühmt ist. Von hier bis Jena bleibt man beständig ineinem angenehmen Thale.

Von den Merkwürdigkeiten der Stadt Jena hat man die Verse:

^.ra, Lgput, Oraco, Klons, koiib, Vulpecul» turris,

^VeiAelians Doinus lejiteni iniracula /eure.

Das Wort iära deutet an, daß außerhalb der Kirche der Weg unter dem Altare hingehe;Oraco war das Skeleton einer Schlange mit etlichen Köpfen, die aber zertrümmert wordenund nicht mehr vorhanden ist. Lspm war ein Uhrwerk in der Gestalt eines Kopfes, der dieZunge aus - und einwärts bewegte. ist der Fuchsberg, und Vulpecula 'Uns der

Fuchsthurm, allwo in den verderblichen Zeiten des kciullilmi die jungen Studenten, so einbis zwey Jahre gleichsam der andern Sclaven abgeben müssen, mit gewissen Ceremonien ab-gehobelt und purschmäßiz erkläret wurden, kous zielet auf die Bedeckung des Baches, derdurch viele Straßen der Stadt stießt, oder auf die Brücke über die Saale; und das Wei-gelische Haus war wegen des Sessels, durch welchen man ohne Betretung der Treppen indas andere Stockwerk erhoben wurde, und wegen anderer mathematischen Kunststücke, dieitzt aber gänzlich eingehen, berühmt.

In der Stadtkirche sieht man bey dem Altare das metallene Bildniß D. Luthers enbaz-rcliek, welches vorzeiten über seinem Grabe zu Wittenberg gestanden. Die darunter ge-setzten lateinischen Verse sind vom osio.

Der Kanzler Ludwig nennet zwar an einem Orte seiner Schriften die JenischeUniversität ^caciemism psuperuin, allein wenigstens zu dieser Zeit kömmt ihr solche Be-nennung keineswegs zu, indem wirklich fünf Grafen, über zweyhundert und fünfzig Edel-leute, und in allen bey zweytausend Studenten sich hier aufhalten. Die Universitätsbiblio-thek, so unter der Aufsicht des höflichen und gelehrten D. Buder steht, ist in philologischenSchriften die stärkste von Jena, und hat die alte churfürstliche Bibliothek, so ehemals zuWittenberg gestanden, zum Grunde, wozu nachmals des Arumaus, Sagittarius, Bosius,Danzens rc. Vorrath von Büchern gekommen ist. In einigen Werken, welche aus derGerhardischen Bibliothek gekommen, liest man auf einem Zettel die Worte:

v. 0. 8.

kibllotliecX Osrlmrcho»krirs kuin.

Lgve,

k>le inacules,

Isceres,

I7Itr» mensiem ns e äiclrkibliotliecaApuä te retiueaz,

kurari noli. Unter

sie bis auf die Ehrenstufe der Heiligen, davondie Bulle bey dem Bolland in vit. 8snSor. zufinden ist. Indessen ist doch nicht zu leugnen,

daß selbst Kaiser Heinrich zuletzt eifersüchtig wor-den sey, als er eine rvoplgewachsene Person inIagerhabit des. Morgens aus den Zimmern der

Cuni-