Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1358
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Orangerie-

Hamster-

Arirstadt.

Ilmenauer

Bergwerke.

?<7tretL<Ha.

rzz8 I.XXXIX. Brief. Reise von Halle nach Eis'lebm,

Begleitung des Mercurs, Neptuns, der Fama, der Tapferkeit, der Göttinn des Ueberflustesund anderer, unter welchen verschiedene ihm Geschenke bringen. Unter die andern Gemäldeist zu zahlen der Urtheilöspruch des Paris, die vier Theile der Welt nach ihren gewöhnli-chen Sinnbildern, viele kleine Portraits der französischen Familie, und die Historie des Kun-zen von Kaufungen in vier Stücken, davon das erste die Entführung der jachßschen Prin-zen Ernst und Albert abbildet, das andere ihre Befreyung, das dritte ihre prächtige Einho-lung , und das letzte die Bestrafung der Räuber. Der bey diesem Pallaste angelegte Gar-ten ist zwar schmal und klein, aber mit angenehmen Alleen, artigen Wasserkünsten, steiner-nen Rasen, Brustbildern und Statuen, worunter viele gute Copeyen von berühmten al-ten Stücken sind, versehen. Zu Ende des Gartens ist eine schöne Grotte mit einem plat-ten Dache. Der Fußboden derselben ist mit Marmor von mancherley Farben, der nichtweit von Coburg gebrochen wird, belegt; die Decke und Wände sind mit Muscheln, Glas-stücken und Erze ausgesetzt. Unter vielen Springwassern zeiget sich Neptun auf einer undThetis auf der andern Seite. In den obern Zimmern sieht man etliche Gemälde von ra-ren Bluhmen und Gewächsen.

Zwischen Friedrichsthal und dem Schlosse liegt die Orangerie, so in gutem Standeerhalten wird, und mit vielen auswärtigen Bäumen, worunter auch Eaffee- und Erdbeerbau-me befindlich, versehen ist.

In den hiesigen Gegenden der Landgrafschaft Thüringen giebt es sehr viele Hamster,welche dem Landmanne an seinem Getraide, welches sie in ihre Löcher tragen, großen Scha-den zufügen. Um solches schädliche Thier, so viel möglich, auszurotten, zahlt die Herrschaftfür jeden alten Hamster, der geliefert wird, sechs und für einen jungen drey Pfennige. Ih-re Menge kann daraus abgenommen werden, daß im Jahre 1721 allein in dem HerzogthumeGotha achtzig tausend ein hundert und sechs und drenßig Stücke weggefangcn worden.

Von Gotha bis Arnstadt sind drey Meilen, meistentheils in einem ebenen und sehrfruchtbaren Lande. Nahe an der Stadt treibt der Fluß Gera eins Mühle von sechs-zehn Mehlgängen, zween Graupengänge nebst einer Schleif- und einer Schneidmühle. Diesechszehn Räder zu den sechszehn Mehlgängen sind oberschlägtig und wird das Wasser ineinem hölzernen Canale darauf geleitet. Das Pachtgeld dieser Mühle thut anitzt jährlichzwey tausend Gulden.

Die Jlmenaner Kupfer-und Silberbergwerke sind itziger Zeit in einem schlechtenZustande, nachdem ihnen das Wasser großen Schaden zugefüget. Das Münzwesen, auswelchem sonst die schönen Thaler mit der Gluckhenne gekommen, ruhet gänzlich.

In den aus hiesigen gegrabenen Schieferbergen finden sich vielerlei) versteinerteKräuter, Muscheln, Krebse und Fische. Es fehlet auch nicht an artigen Dendriten und Vor-stellungen einiger Landschaften, bey welchen letzten aber die Einbildungskraft der Liebhabernicht müßig seyn darf. Etliche sind so weit gegangen, daß sie in solchen Steinen die Ab-bildung einer Henne, die Arernu Kow, ein Crucifix, das Angesicht Mosiö, einen Todten-kops, das Portrait Lutheri und dergleichen Dinge gefunden, welche bey Gelegenheit alsgrZumeM-1 rccer' gebraucht werden können, übrigens aber mit der wahrhaften

Pekrification und den daraus fließenden wohlgegründeten Folgerungen keine Gemeinschafthaben. In den schwarzen Schiefern der in der Grafschaft Henneberg gelegenen Kupfer-bergwerke liegen schöne versteinerte Fische; ich habe auch bey dem Hofrathe von Trier in Dres-den das Skeleton einer Meerkatze auf eben solchen Schiefer gesehen, welches in diesen Gru-ben gefunden worden ist.

Zwischen