von Bareutl) und Bamberg. IZ6Z
der daran fehlende Theil in Trier verwahret. Von seiner Kraft und Wundern ist eine be-sondere Nachricht gedruckt; insbesondere berühret man den fressenden Krebs an den Brü-sten mit solchem Nagel, in dem festen Glauben, daß dadurch dieses Uebel gänzlich getilgetwerde. Ich habe meine Gedanken von den vielen Nageln des Kreuzes Christi aus May-land berichtet, und beziehe mich anitzt auf das damals abgelassene Schreiben. Zum andern vsteht man einen silbernen Arm, in welchem Gebeine von dem heil. VituS lind der St. Adel-gunda eingesasset sind. Bey dem Daumen des silbernen Arms steht ein schwarzer Hahn,welcher vor alten Zeiten darauf geseHet worden, um die Heyden, welche damals als die christ-liche Religion in den nördlichen Theilen Deutschlandes eingeführet wurde, ihrem Mars ei-nen schwarzen Hahn opferten, desto leichter zur Verehrung der christlichen Reliquien anzu-locken. Drittens wird etwas von dem Weihrauche, welchen die Weisen aus Morgenlandedem neugebohrnen Kinde Jesu gebracht, allhier aufgehoben. Viertens ein kleines Stückchen Ein StückHolz vom Kreuze Christi, und dergleichen von der Krippe, wormnen er in dem Stalle zuBethlehem gelegen. Weil auch diese Krippe zu Rom in der Kirche 8. Ivlaria kckaLZiore Nctblebemvon Holz gewiesen wird, so muß man keinen Zweifel darüber in seinem Herzen aufsteigen las- ^ ^sen, obgleich viel wahrscheinlicher ist, daß in einem Stalle, der nach bethlehemitischer Landes-art in Felsen gehauen war, uud daher von den llatribus an vielen Orten 8pe!seum, eine Höh-le oder Gruft genennt wird, auch die Krippe, woraus die Kühe und Ochsen gefressen, stei-nern gewesen sey.
Wollte man das Wort für einen jeden beweglichen Trog oder Gefäß, worin-
nen man dem Viehe das Futter vorgesetzet, nehmen, so konnte es wohl von Holze gewesenseyn; allein alsdann käme es auf die Frage an: ob die Aeltern Christi mit ihrem Kinde sichin einem Stalle aufgehalten, oder ob sie nur wegen Mangel anderer Gelegenheit und einerWiege den Heiland in eine Krippe gelegec, solche aber in der ordentlichen Herberge bey sichbehalten haben? Das sechste Merkwürdige, so man hier sindek, ist der Ritter St. Georgzu Pferde von Silber, welches Stück ein Herr von Reinach hat machen lassen. Siebentenswird das vom Himmel gefallene Schwert dieses heil. George mit großer Andacht verwah-ret; achtens seine Gurgel, in einem Glase; neuntens der Kinnbacke des Kaisers Heinrichsdes zweyten, in einem Glase; zehntens ein Dorn aus der Krone Christi, gleichfalls in einemGlase, welcher für ein sonderbares Mittel wider die Zahnschmerzen gehalten wird; eilftensdas Haupt von einer der eilftausend Jungfrauen; zwölftens das Haupt Heinrichs des zwey-ten in einer Kugel, welche von seiner silbernen Statue gehalten wird; dreyzehnkens dasHaupt oder l-'ramum der heil. Cunigunda; vierzehnrens das Schwert St. Adriauuö, welchernebst dem heil. Laurentius und dem Ritter George «) vor dem Heere Heinrichs des zweytenerschienen ist; funftehntens das Schwert dieses Kaisers mit einem schlechten hölzernen Hefteoder Griffe; sechszehntens eine blaue und mit arabischem Golde gezierte Kleidung desselben;siebenze >ntens die Kleidung der heil. Cunigunda; achtzehnter^ ein mit Perlen besetzter Rockder heil. Cunigunda, welchen vornehme Damen umnehmen, wenn sie schwere Geburten ha-ben. Bey dieser Reliquie muß abermals die Vernunft schweigen, wenn sie fragen will:warum man in solchem Zufalle nicht eher seine Zuflucht zu einer Heiliginn nehme, welche
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den an ihn habe». Lipclldus, Villavincen- anfänglich ein bloßes Sinnbild gewesen. Glaub-tius, Laronius und andere, die sonst ihren Hei- würdige Acta finden sich nirgends von ihm undkigen nichts zu vergeben und deren Anzahl viel- aus den Gemälden allein, wird ein gar schwachermehr zu vergrößern, als zu verringern gewohnt Beweis gezogen,sind, gestehen selbst, daß der Ritter St- Georg