Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1364
JPEG-Download
 

rZ64

XL.

Brief.

Lctülü.

kilolitbi.

Lage derStadt Bam-berg.

Fruchtbar-keit der Ge-gend.

Reliquien imDom«.

Nagel vomKreuze Chri-st'-

Die kckini führen hiesiger Orten den Namen von Knöpfen, wegen der Gestalt, diesie vorstellen, wegen welcher sie auch in England kmlioucs genennet werden. Ihre andereBenennungen sind broruis-, ombri», lapiäes batouum Majores, Krötensteine rc. Sie wer-den eingetheilet in kileatos und Oaleatos. Diese heißen im Englischen lbleliiwtllones , sindmehr oval und länglich, als die übrigen, und haben die eine Seite etwas spitziger, als die an-dere , dabey sind ihre beyde Oeffnungen oder Löcher am Rande einander gegenüber. Die

kiieati haben die eine Oeffnung unten in der Mitte, und die andere naher am Rande. Siewerden wiederum getheilet in spitzige und erhabene, so LclümtL und in englischer Sprachedas ist, Hut- oder Mützensteine genannt werden, und in die niedrigern, welcheübulares heißen. In beyden Arten gehen von der Spitze bis an das centrum fünf doppelteReihen von Puncten, die gleichsam eine Naht vorstellen. Man hat auch Lcliinos coräa-tos, so an der einen Seite breiter als an der andern, und in jener eine Einbeugung haben,welche ihnen fast die Gestalt eines Herzens giebt. Die Seecreatur, woraus dieses petre«kaätum entstanden, ist ein 'I?etigceum, welches wegen seiner Runde Seeapfel, im Engli-schen limton-stlcb, und wegen der Stachel, womit es um und um als ein Igel versehen ist,Lea-b/mbin, und von den Italienern kürice iVLmmo genennt wird. Diejenigen, so man INden europäischen Meeren, sonderlich in man 1 .lAuliico, ^äriatico und in der Nordsee häufigund am meisten antrifft, haben nur eine Oeffnung in der Mitte ihrer baüs oder Bauches.Der biclüiuis corämm, welchen man an etlichen Orten versteinert findet, ist eigentlich derk.ccio kl.irmo oder kckino 8p<tt3Zo. Eine besondere Art davon heißt Larclo lvlariuo,so mit großen Stacheln, die auf erhabenen Rundungen oder ^ukerculin stehen, versehen ist.Sie haben unren und oben in der Mitte eine Oeffnung, werden bisweilen Lbelonues oderLlielonitL genennt, und finden sich hie und da vortrefflich in dem Scheslitzer Grunde undbey Lutherisch-Heiligenstadt oder Hallstadt. In der Nachbarschaft von ChristiawErlangtrifft man schöne weiße 1'ilolitüos an, welche eine ffwciem der Oclitborum oder Rogensteineauszumachen scheinen.

Die Stadt Bamberg, welche anfänglich den Namen von Babenberg oder Pfaffen-berg gehabt, liegt in einer so schönen und fruchtbaren Gegend, daß man im Sprüchworte zusagen pflegt: Wenn Nürnberg mein wäre, so wollte ichs zu Lamberg verzeh-ren. Die Geistlichen wußten die guten Gegenden wohl auszusuchen, und wird man seltenein Stift finde», welches nicht auch das beste Land und der fetteste Boden von der ganzenProvinz sey. Bamberg hat allen Ueberfluß von guten Garlenfrüchken, Obst, Gttraide undWein, sonderlich aber von Süßenholze oder Läguiriria, welches von hier fast durch ganz Eu-ropa verführet wird. Es wurzelt mannstief in die Erde, und wächst nicht weniger über derErde, fast wie der Hollunder, in die Höhe. Es wird auch Safran allhier gebauet, welcheraber nicht so gut als der österreichische ist.

In dem Schatze der Domkirche zeiget man erstlich einen Nagel, womit die eine HandChristi an das Kreuz geheftet gewesen, und welchen der Kaiser Heinrich der zweyte von ku-ftolxbo LarAunäico erhalten haben soll. Er ist nicht ganz, und giebt man vor, als werde

der

«) Wenn eine wahrhafte Geschichte zu derErzählung von dem Ritter St. George, der ins-besondere für einen Patron und Beschützer desKönigreichs England angesehen worden, Gele-

genheit gegeben, so kann es die Verfolgung seyn,welche der Arianer Georgius Cappadox widerden Akhanasius erreget hgt. Allein in solchemVerstände iverde» die Katholiken wenige» Glau-ben