Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1403
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von der Stadt Nürnberg. I4QZ

seinem Wapen weinet; die Allusion auf eine musikalische Arie bey Wegnehmung der StadtAire im Jahre 1710, und die bey der Eroberung von Belgrad im Jahre 1717 auf einer Me-daille angebrachte Jnscription: Lks bei Zracio äa 8eIZr-,äo. Die Einfälle, welche mit Rechtden Namen scharfsinniger Gedanken führen sollen, müssen in allen Sprachen ihren Nach-druck und gleiche Annehmlichkeit behalten.

Der Kelleramtmann, von Fezzer, besitzt einen schönen Vorrath von Münzen, Natura-lien und andern merkwürdigen Dingen, worunter sich ein künstlich geschnittener Krug ausKKinoceros-Hom, das schwer zu arbeiten ist, befindet.

Bey der verwittweken Hofräthinn von Fezzer findet man eine artige Sammlung vonZemmiz rmtigui8, theils mit hohleingeschniktenen theils erhabenen Bildnissen. Unter denletzten ist ein schöner Kopfdes Didius Julianus. Ferner sieht man bey ihr etliche kleine Zrnp-xi von Elfenbein, einen Triumph des Neptuns und der Thetiö von trefflicher erhabener Ar-beit auf einer Kanne, die aus einem einzigen Stücke sehr weißen Elfenbeines besteht; einModell von des Mogols großem Diamant, der nicht sowohl in der Breite, (nach welcher erdem Pittischen, so itzt unter den französischen Kronjuwelen ist, bey weitem nicht gleich kömmt)als an Höhe die in Europa für die größten geachtete übertrifft; den kierculem kärneliumeines Fußes hoch, wie solchen Sandrart zu Rom in schwarzem Wachse nach dem Originalepouffirt und gebildet hat; ein von der Breunerinn zu Frankfurt in Wachs vortrefflich ge-arbeitetes bar-reliek, welches eine weinende und vor einem Todtenkopfe liegende Sünderinnvorstellet; vier kupferne Schalen, die auf beyden Seiten mit künstlichen schwarzem und wcis-sen emall bedeckt sind. Auf der einen steht k. k. 1571. Wie theuer der Herzog von Gothadergleichen Arbeit bezahlet habe, wird meinem Herrn aus der Nachricht von der gothaischenKunstkammer noch erinnerlich seyn, und habe ich auch zwo dergleichen große Schüsseln beydem Reichshofrathe Baron von Roth zu Wien gesehen, welches er vom Julius Romanuszu seyn erachtete und auf viertausend Gulden schätzte. Es sind viele dergleichen und anderekostbare Dinge hie und da in Nürnberg gleichsam verstecket, weil die Familien aus vieler-ley Ursachen nicht gern wollen, daß andere etwas davon wissen. Die starke Handlung, wel-che vorzeiten von hier nach Italien getrieben wurde, hat Gelegenheit gegeben, daß viele Merk-würdigkeiten nach Nürnberg gekommen, welche ohne diesen Umstand in dieser Stadt nichtgesuchet werden dürften.

Herr Geysel hat einen auserlesenen Vorrath von xetrekaAiz, worunter etliche besonders Geyselische»schöne Fische und Krebse find. Kabinct.

Was man aber selten anderswo antreffen wird, ist eine Sammlung beynahe von drey- xiZills vctc-hundert Originalstempeln alter LiZillorum, darunter auch eines von Lrelino ist. Etliche ru«,.davon haben auf dem andern Ende des meßingenen Stempels ein kleineres Siegel, welchesfür ein Lorura-LigMum angesehen werden kann. Die meisten sind mit Ringen versehen,damit man sie anhangen könne, und ist glaublich, daß sie von den Kanzlern als ein Zeichenihres Amkeö am Halse getragen worden. vnsLi'o, welcher üe noris veteribuzfi-o-

mgnorum geschrieben, hat den Anfang zu gegenwärtiger Sammlung gemacht, nach dessenTode sie an den holländischen Consul in Venedig, Striker, gekommen, welcher sie wenigeZeit vor seinem Ende als ein Geschenk an Herr Geyseln, mit welchem er in Italien Freund-schaft gemacht, geschicket hat.

Ferner hat Herr Geysel über ein und zwanzigtausend in Kupfer gestochene Portraits Kupferstiche,gesammlet, worunter bey fünftausend Stücke nur von nürnbergischen Personen sind. Ichzweifele, ob eine andere Stadt in der Welt sey, die sich dergleichen rühmen könne: man muß

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