Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1417
JPEG-Download
 

von der Stadt Mgmspurg. 1417

Geistlichen des Stifts Emmeran behaupten, es fehle ihrem heiligen Leichname nichts, als dermittlere Finger der rechten Hand; indessen aber verwahret man auch in der Schloßkapellezu München eine Hand davon. Von dem Haupte, welches in der bischöflichen Kirche zuBamberg verehret wird, habe ich anderwärts schon Meldung gethan, und es pranget dieKirche St. Viti auf dem Schlosse zu Prag mit einer gleichen Reliquie.

Aus der abgedachten Abtey St. Denis ist auch ein kostbares Evangelienbuch, welches Schatz vo«im Jahre 870 mit goldenen Buchstaben geschrieben und von Karl dem kahlen den Mön- Emmeran.chen des Klosters geschenket worden, hieher nach St. Emmeran gekommen. Der Banddesselben ist mit Edelgesteinen besetzt, und stellt das Titelblatt Karl den kahlen auf seinemThrone vor nebst den Worten:

krancia ArMg libi kex meiste munsra äekert,

6ottbis te psriter cum reAnin ineboat sltis.

Am Ende des Werkes ist die Zeit, worinnen dieses Manuskript verfertiget worden, wie auchdie Nachricht wer solche Mühe über sich genommen hatte, in folgenden Versen ausgedrückt:

Lis gusärinZenti volitsut öc leptugAMta

H.nui, guo HII8 est virAias nstur Iiomo.

Der äcnls srmiz Lsrolus reAnabat öe uno,

Oum Loclex rxllu; illius iinpeno.

unäolum cslsmo äescripstmug scgucrr,l^ittoris sä stuem nostra carins veult.

LanAuins 1108 uno patrisque mstrisgue crem!,

TikqnL lgceräotis lervst utergue Ai-aciuin.

Lu LerinAgriu8, steutbsräus iiomine äicst,

(chreis stierst stläor äilstcilisgue nünis.läic tibiinet steclor sticceäant verbr» preesutir,lät äics8, cspiaut reglia beatg stoli.

Es ist ferner allhier noch ein anderes im Jahre 751 von einem neunzigjährigen Bi-schöfe geschriebenes Evangelienbuch vorhanden nebst vielen andern Kostbarkeiten, die imSchatze verwahret werden.

Linker Hand bey dem Eingänge in der Kirche ist an der Wand das Bildniß Christi Dildnißin violettener Kleidung mit einem rothen Uebergewande und einem Reichsapfel in der linken Christi mHand zu sehen. Die darunter befindliche Schrift deutet an, daß Christus bey seinen Leb- ^ '

zeiten in dieser Welt also gekleidet gewesen u»d in solcher Gestalt auch der heiligen lVlsrinXOelcovars erschienen sey mit Verlangen, daß man ihn auf diese Art malen solle. Eswird hinzugefügt, daß auch lacra loguisttio Vallistiletsna ihre Approbation zu diesem Bild-nisse gegeben habe.

Auf dem hohen Altare ist der Martyrertod des h. Emmerans von dem berühmten Anders Ge-Sandrart in einem großen Stücke, so auf zehn tausend Gulden geschätzt wird, gemalt. In Afllde.der alten Kapelle wird ein vom Evangelisten Lukas gemaltes Marienbild verehret. Nahe Kvana^Me»bey des Grafen von Metternich Grabe zeiget sich auf dem Altare St. Benedict hinter einem z-ukas.

Glase ein schwarzes Crucifix, welches sich vom Kreuze losgemacht, zwey auf dem Altare Wundertha-gestandene brennende Wachskerzen ergriffen und solche dem heiligen Ramuold, nachdem er kigeS Cruci-zwey Jahre stockblind gewesen, unter die Augen gehalten haben soll, wodurch gedachter Hei- Üb-lige sein völliges Gesicht wieder erlanget. Ramuoldus war der siebente Prälat diesesStiftes, und brachte sein Leben auf hundert Jahre. Noch ein anderes wunderchätiges

8 S Cru-