Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1418
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Grabmaal

Martins.

14,8 xeiv. Brief. Nachrichten

Crucifix (deren sechs zu Regsnspurg gezählet werden) findet sich auf dem Altare des h. Bi-schof Wolfgangs mit der Eigenschaft, daß es in keinem Hause eines evangelisch-lutherischenMenschen bleibt, weil ihm einsmals darinnen, wie man vorgiebt, die Arme und Füße ab-geschlagen worden. St. Wolfgang liegt in einer artigen unterirdischen Kapelle begraben.Der verstoßene König von Frankreich Childerich, der Kaiser Arnulph und sein SohnLudwig der vierte haben gleichfalls ihre Ruhestäte in der Kirche St. Emmeran gefunden,es sind aber die meisten alten Begräbnisse durch den Brand, welchen das Stift im Jahre1642 erlitten, sehr beschädiget worden. Hinter der Kirche findet sich in einem kleinen Hofedas Grabmaal des berühmten Geschichtschreibers Johann Aventin, an welchem man fol-gendes liest:

Lcio huoll reäemtor wen; vivit, öe in novillliuo äie lle lerra kurreÄurus ssuu.

decentes niorimur.bllomo bulla eli

v. O. K1.

sobanneü ^ventlnus» Vir linAuIsri eniäitione, killo ac pietate prLclitn«, patriLornamentuln, eXteris achnirationi killt, Lojorum öt OermaniL llulliolissiiuus,rcrum antlguarum inäagator lgAaclE kdcliAionls öc llouelkatis amator, cul b. m. aä^»olierlt. meinorlkun p. c. G. V. läu» ^ssn. ^nn. 1ZZ4.

Obgleich Aventin in diesem Grabmaale keliZlonls öc Iionell»cis amstor genennetwird, so ist jedoch die römischkatholische Clerisey gar übel mit ihm zufrieden, daß er öftersdie Tyranney der Päbste und die lasterhafte Lebensart der damaligen sogenannten Geistlichenmit lebhaften Farben abmalet, und geschah es daher auch, daß er im Jahre 1529, wegenVerdacht von Ketzerey (*), mit Gefängniß beleget wurde, woraus man ihn jedoch in Erman-gelung des benöthigten Beweises wieder erlassen mußte. In dem Inäice Ilbrorum prolii-dlrorum ist seiner nicht geschonet worden, der Jesuit Gretstr und andere Scribenten tra-ctiren ihn öffentlich als einen Keßer, und die hiesigen Katholiken zeigen nicht gern sein Epi-taphium, viele derselben geben auch vor, der Satan geißele alle Nachte den Aventin mit ei-sernen Ketten auf dem Kirchhofe herum. Aventins eigentlicher Zunamen war Thurnmayer,den er in vuronmnim verwandelte. Seine andere Benennung hat er von der oberbayeri-schen Stadt Abensperg (lateinisch ^vemlnluin oder ^duftna), woselbst er im Jahre 1466 ge-bohren war. Wann es aber auch wahr wäre, daß Avenöberg oder Abenösperg das alte /Vven-tlcum oder ^.vcnmui, gewesen, so hätte sich Thurnmayer doch vielmehr iävemürenlem, alsLvemüium schreiben müssen. Er heirathete im sechszigsten Jahre, und hatte das Unglücksich eine böse und nichtstaugende Frau auf den Hals zu laden. Die Lebensart der Fräuleinrn dem Ober- und Nieder-Münster ist nicht sehr eingeschränket. Sie gehen aus, so oft siewollen, empfangen von Cavalieren Visiten, sie besuchen Bälle in der Stadt, sind gemeinig-lich die letzten beym Tanze, und endlich haben sie allezeit noch das Recht aus dem Stiftezu heirathen. Die gefürstete Aebtißinnen kommen in keine Gesellschaft, weil die Frauen

der

(*) Es ist ganz natürlich zugegangen, daß stenthums ganz anders abgebildet, als er fie an.Aventin die Reihe der Ketzer in der römischen, feinen Glaubensbrüdern erblicken konnte. UndUnd die Anzahl der Zeugen der Wahrheit in der er selbst war viel zu offenherzig, als daß er zuprotestantischen Kirche vermehret hat. Der dem fast unheilbaren Schaden Josephs hattefromme Jakob Laber Stapulensis in Paris schweigen sollen. Er bestrafte bey seinen öffent-hatte ihm die reizende Gestalt des thätigen Chri- liehen Lehrämtern, die er in Wien, Cracau, Jn-

golstadt