Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1433
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des Reichstages zu Regenspurg. -4zz

ihren Herrn Schwager, den Kardinal von Sachsen-Zeiz,zu Regenspurg besuchte, sie in we-nige Gesellschaften kommen konnte, weil die Gemahlinnen der churfürstlichen Gesandten denRang über sie prätendirten.

Auf gleiche Art ist es geschehen, daß die churfürstlichen Gesandten einem bayerischenPrinzen, und die fürstlichen einem Prinzen aus dem Hause Würtemberg haben vorgehenwollen. Wenn regierende deutsche Fürsten dem Reichstage beywohnen, sitzen sie auch imCollegio über alle fürstliche Gesandten, es haben sich aber die österreichischen, burgundischenund salzburgischen Gesandtschaften durch die Gewohnheit von dieser Regel ausgenommen,als welche noch jederzeit die Oberhand behaupten. Wegen des streitigen Ranges wohnendie holsteinischen Gesandten niemals dem Collegio bey, wenn man 3ci8eKIouem geht.

In dem Freundschafts - und Unionstractate, welchen die herzoglichen Häuser Braun- Ceremonie!schweig-Wolfenbüttel und Würtemberg im Jahre 1727 mit einander geschlossen, und wozu der altenim Jahre 1729 der König von Schweden, als Herzog zu Pommern getreten, ist verabredet ftftstliche»worden, daß die alten fürstlichen Häuser den neuen Fürsten nach Unterschied der Häuser das ^Wr.Prädicat Durchlauchtig- Hochgebohren oder auch Hochgebohren allein beylegen unddagegen das Prädicat Durchlauchtigst verlangen sollten; anbey ist beschlossen worden,mit Zuziehung alt-fürstlicher Häuser sich auf dem Reichstage und am kaiserlichen Hofe widerdas zum Theil neuerliche Ceremoniel des kaiserlichen Principal - und Lon-Lomnüllarii wieauch der churfürstlichen Gesandten eknmüthiglich zu regen, und insbesondere die fürstlichenGesandten einander den Titel von Lxesllence beylegen sollten; es ist aber von Seiten der Titel Lx-kaiserlichen Commissarien und der churfürstlichen Gesandten desfalls noch Nichts geändert cellence.worden. Die Fremden machen keinen Unterschied und heißen alles Lxcellence, indessen hatdoch der churfürstliche - - Gesandte Herr von - - einsmals einen Cavalier, der öfters beyihm speisete und daselbst die fürstlichen Gesandten auch Lxcellences titulirte, gebethen, anseiner Tafel mit dem Namen Lxrellence nicht zu freygebig zu seyn.

Der itzige französische Minister Chavigny, ein listiger und erfahrner Mann, der nur Seltsameseinen Endzweck zu erreichen suchet, machet aus allen dergleichen Ceremonien nichts, und sieht Aufführungsie mit ganz andern Augen an, als man hier zu thun pfleget. Sein Vorführer, der Lomre ^ftmizösi-äe Oergi, wollte seine Vollmacht nicht in deutscher oder lateinischer Übersetzung auöhändi--gen, und daher geschah es, daß er nicht für einen bevollmächtigten Minister erkannt wurde;'

Chavigny aber verstund sich ohne Schwierigkeit dazu 5 ). Weil auch Chavigny ohne Cha-rakter war, so machten die churfürstlichen Gesandten unter einander aus, sie wollten daraufbestehen, daß er ihnen den Titel von Lxcellence, den sie ihm hingegen weigern, geben sollte,desgleichen daß sie ihn bey seiner Visite erst oben an der Treppe empfangen und nur bis aufdie dritte Stufte zurück begleiten wollten, er hingegen sie unten am Wagen empfangen undwieder bis dahin zurück begleiten müsse. Es fehlte nicht an Leuten, welche itztgedachteFede-rung also beschaffen fanden, daß sie glaubten, man habe solche mur ins Mittel gebracht, umdem Chavigny die Gelegenheiten vieles Umganges mit den Gesandten zu benehmen; alleindieser war mit allem zufrieden und bath, man möchte ihm nur vorschreiben, was von ihmverlangt würde, dem er sich auch willig unterwarf. Er legete hierauf seine Ceremonial-Visi-ten ab,(wozu er sich jedoch nur durch seinen Kammerdiener ansagen, durch zwey Pferde

führen

L) Wann auch im Namen des Reichs oder Erz- solches jederzeit in deutscher oder lateinischerkanzlers etwas an auswärtige Minister durch Se- Sprache, und muß der auswärtige Gesandte einenerstarren oder Kanzellisten zu bestelle» ist, geschieht Dolmetscher bey sich haben.

LU